Samstag, 29. November 2014

Der wahre Wert der Weihnachtsplätzchen

Gerade eben las ich auf einer Internet Kleinanzeigenseite unter der Rubrik "Zu verschenken" eine Anzeige, die mich sehr berührt hat.
Auf den ersten Blick war sie einfach nur goldig. 
Auf den zweiten bedrückend verzweifelt.
Auf den dritten bekam ich etwas Angst.
Und auf den vierten machte sie mich einfach nur traurig.
Ein Mann (57) in meiner Gegend sucht(e) in den Weiten des WWW nach einer netten Dame, die ihm seine Lieblingsplätzchen "Vanillekipferl ,Weihnachtsplätzchen (zum Ausstechen)" [Zitat] backen und sie sich dann gemeinsam mit ihm bei einem Kaffee schmecken lassen würde.
Lassen wir das mal eben kurz wirken.
...
Manchmal hasse ich es, ein hochsensitiver Mensch zu sein.
Manchmal reichen bei mir tatsächlich schon Fotos oder eben die Zeilen zwischen den Zeilen aus, dass ich förmlich sehen und spüren kann, was sich dahinter verbirgt.
Mein Gefühl sagt mir, dass dieser Mann vor ca. einem Jahr, vielleicht etwas länger, seine Frau verloren hat.
Jedenfalls war 2013 das erste Weihnachten ohne sie.
Ohne Vanillekipferl.
Ohne die Weihnachtsplätzchen zum ausstechen.
Diese Plätzchen haben ihm immer dieses Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit gegeben. Diese Freude über das Zusammensein mit einem geliebten Menschen in einem behaglichen Heim, während draussen die Kälte das Leben einschlafen lässt.
Ob sie Kinder hatten, das sagt mir mein Bauch leider nicht. Mein Kopf allerdings verneint es.
Er ist allein und sie fehlt ihm.
Es hat lange gedauert, bis er in der Lage war, nach vorne zu blicken.
Jetzt schafft er es und fürchtet sich davor, das Fest der Liebe, den Heiligen Abend, allein verbringen zu müssen.
Wer will das denn auch schon?

Okay, ich.
Zumindest wollte ich letztes Jahr einfach nur meine Ruhe. Es war unbeschreiblich erholsam, am 24.12. einfach nur das tun und lassen zu können, was ich wollte.
Dieses Jahr hingegen würde ich Weihnachten wahnsinnig gern mit meinen Eltern verbringen. Aber das wird nicht klappen. Weshalb, das erfahrt Ihr zu einem anderen Zeitpunkt im Jahresrückblick.
Allein werde ich trotzdem nicht sein, ich habe ja meinen wunderbaren Freund.
Aber andere Personen werden es. 
Das tut mir ehrlich wahnsinnig Leid.

Mir persönlich geht das alljährliche Weihnachtsgesummse eigentlich tierisch auf den Keks.
Doch dieses Jahr hat mir gezeigt, wie schön es ist, die Zeit, die man generell hat, mit denen zu verbringen, die man liebt und die einen selbst lieben. Dass man sich diese Zeit viel besser einteilen und mehr mit den geliebten Menschen verbringen sollte. Wenn sich plötzlich alles ändert, merkt man erst, wie sorglos man mit diesem kostbaren Gut - der Zeit - umgegangen ist.

Bietet an, noch schnell eine Minestrone aufzukochen, wenn der Mama die Ente für 12 Leute misslungen ist und sie fluchend in der Küche steht.
Schmunzelt darüber, wenn der Papa die Nordmantanne nicht in den Christbaumständer montiert bekommt und am Weihnachtsabend geschlagene 3x einen neuen Baum kaufen muss, weil er die ersten zwei bis zur Spitze zersägt hat und den dritten mangels Nerven einfach in einen Eimer betoniert (so geschehen im Hause B. vor über 20 Jahren ;) ).
Und wenn Oma, Opa sowie sämtliche Onkel und Tanten mit all ihren Sprösslingen einfallen, die dann vor lauter Aufregung schreiend durch die Bude rennen und dabei Katze Mimi so erschrecken, dass sie vor Panik in den Christbaum springt, welcher daraufhin scheppern umfällt und nebenbei den so hübsch gedeckten Tisch abräumt... dann nehmt Euch Opas Flachmann und genehmigt Euch einen tiefen Schluck. 
Oder zwei.

Und dann seid dankbar dafür, dass Ihr so viele Menschen um Euch herum habt, die Euch lieben, auch wenn sie Euch manchmal in den Wahnsinn treiben.
Seid dankbar für jedes Plätzchen, das Ihr zusammen mit ihnen essen und vielleicht sogar vorher eigenhändig aus dem selbstgemachten Mürbeteig ausstechen durftet.
Denn den Wert solcher Plätzchen erkennt man meist erst, wenn keiner mehr da ist, der sie zusammen mit einem backt.

Ich glaub, ich hol dann mal jetzt die Ausstechförmchen...



Freitag, 21. November 2014

Tired bird



Tired bird has gone to sleep.
Its wings are heavy, but to weep
Is not the time
Nor’ll ever be.
One day
The bird
- again -
Is free.

(... fragt mich jetzt bitte nicht, ob das grammatikalisch alles so richtig ist, es fiel mir eben spontan einfach so ein ^^ )

Donnerstag, 20. November 2014

Der Lovelybooks Leserpreis 2014 - Jetzt wirds ernst!

Das gibts doch gar nicht!

Ihr Lieben seid die Wucht in Tüten!

VERRATEN - DIE LINIE DER EWIGEN 
wurde von Euch bei Lovelybooks
 in der Kategorie "Bestes Ebook Only" 
unter die  35 besten Bücher nominiert.


Jetzt heisst es - dranbleiben!
Bis zum 27.11.2014 läuft die Abstimmung auf Lovelybooks 
- den Link findet Ihr HIER - 
um Aline, Daron und ihren Freunden einen Platz auf dem Siegertreppchen zu bescheren.

Allein, dass es die beiden so weit nach vorn geschafft haben ist der pure Wahnsinn.

Ein riesiges Dankeschön von mir an Euch auf diesem Weg und nun wünsch ich Euch viel Spaß beim abstimmen.

Sollte es VERRATEN tatsächlich unter die besten drei Bücher schaffen,
wird es hier eine schöne  
ÜBERRASCHUNG 
für Euch geben.

Dienstag, 18. November 2014

Das Rascheln der Rosen

Die letzte Woche war eine sehr traurige für uns.
Gleich zwei unserer geliebten Flauschis machten sich auf die Reise über die Regenbogenbrücke.
Während Paulinchen, unser Champagne Banded Mädchen, im Alter von fast zwei Jahren (ein schönes Alter für Mittelhamster) von Samstag auf Sonntag friedlich einschlief - sowas wünsche ich mir für mich auch mal -, hatten wir mit unserer jungen Goldhamsterdame Lilly Pfötchen einen so furchtbaren Kampf ums Leben direkt in unseren Händen, dass zwei Nächte hintereinander die Tierrettung München bei uns ins Haus düste. Und meinen Geldbeutel pro Einsatz um knapp 100 Flocken erleichterte (bei meinen Kleinen schaue ich aber nicht aufs Geld, wir sind sehr froh, dass es hier so eine tolle Einrichtung gibt).
Da manche unserer Hamster dazu neigen, zu schnarchen oder auch zu "sprechen", dachte ich mir anfangs nichts dabei, als es im Rahmen einer Nachtwache aus dem Quarantänekörbchen quietschte und maunzte... aber als dieses Maunzen in ein immer leidvolleres Schreien überging, war klar, dass Lilly es trotz Rundumversorgung dieses Mal nicht schaffen würde. Ihre kleine Lunge war offenbar gefüllt mit Flüssigkeit. Ihr nasser, geschwächter Körper lag in unseren Händen, das Mäulchen von unseren Fingern geöffnet, damit das Wasser abtropfen konnte, während wir auf die erlösende Injektion durch Dr. Horvárth warteten. An dieser Stelle noch einmal DANKE für die schnelle Hilfe.
Auch wenn Paulinchen ihrer Nachbarin nur wenige Tage später vollkommen friedlich auf die andere Seite folgte, so kam ich - die Tierbesitzer werden es verstehen - aus dem Weinen nicht mehr raus. Man vermisst sie ja schon ganz schrecklich.
Relativ früh ging ich deswegen mit verquollenem Gesicht ins Bett, um Ruhe zwischen den seidig weichen Laken zu finden. Direkt über meinem Kopfkissen hatte ich genau an diesem Tag drei Stoffrosen festgesteckt, welche mir Aljoscha auf dem Oktoberfest geschossen hatte. Während ich mit geschlossenen Augen auf den Schlaf wartete, vernahm ich plötzlich ein Rascheln über mir. Erst ganz leise, dann immer lauter werdend. Verdutzt öffnete ich die Augen und blickte über mich, hinauf zu den Rosen. Tatsächlich bewegten sich die Stoffblätter an zwei der Rosenstiele. Nicht zufällig, so als würde ein Luftzug durchs Zimmer streifen oder eine vorbeifahrende Bahn den Boden erschüttern. Nein, es sah aus, als würde etwas über die Blätter klettern. 
Mein erster Gedanke "Eine Spinne! Ein Käfer! Lieber schnell aufstehen, bevor es dir aufs Gesicht klatscht!" Also fuhr ich umgehend hoch.
Aber da war kein Käfer.
Keine Spinne.
Da war überhaupt nichts.
Noch einmal wackelte eines der Blätter, fast schien es so, als würde es mir zuwinken.
Danach verharrten die Rosen wieder in vollkommener Stille.

Man kann jetzt davon halten, was man will. Wer mich und meinen Blog kennt, der weiss, dass solcherlei Begebenheiten im Hause B. dann und wann vorkommen, und trotzdem ich das gewohnt sein sollte, so überraschen sie mich doch jedes Mal aufs Neue. Manchmal erleben es sogar auch die Personen, die zufällig gerade anwesend sind. Die Reaktionen könnt Ihr Euch sicher vorstellen.

Ich persönlich habe für mich die Entscheidung gefällt, zu glauben, dass sich in diesem Moment zwei kleine, liebe Seelen auf ihre Weise von mir verabschiedet haben. Dass sie mir zeigen wollten, dass ich nicht traurig sein soll und sie in der Zeit bei uns, auch wenn sie teilweise viel zu kurz war, vollkommen glücklich waren.

Manchmal ist Glauben eine wirklich wunderbare Sache.

Freitag, 7. November 2014

Der Lovelybooks Leserpreis

Ihr Lieben,

wurde aktuell zum diesjährigen
Lovelybooks Leserpreis 
in den Kategorien

"Fantasy"
"Bestes Ebook Only"

"Bestes Buchcover"

nominiert...


Vielen Dank, mir fliegen vor Freude die Fledermäuse aus... der Gruft!

Wenn Ihr mich bei der Wahl unterstützen wollt, folgt einfach diesem 
und stimmt ab, damit VERRATEN ganz weit vorn landet.
Allein die Nominierung ist einfach toll!

Happy voting und ein schönes Wochenende Euch!