Dienstag, 13. März 2012

Have a little faith in me

Auch für was Schönes muss auf einem Dunkelblog mal Platz sein. Ihr erinnert Euch noch an Coco, das Findelkind aus der Mülltonne mit dem verletzten Auge? Ich wollte Euch mal zeigen, wie gut sich der kleine Mann hier erholt hat und wie niedlich er aus der Wäsche gucken kann. Es zeigt sich mal wieder - es bedarf oft nicht vieler Dinge, meist nur ein wenig Zuwendung, Streicheleinheiten und Liebe (okay, und antibiotischer Augentropfen), um eine wunderbare Beziehung voller Vertrauen aufzubauen und zu pflegen *Betonpfeilerwink*.
Hier einer der goldigsten Schnappschüsse vom Hamsterbäckchen:



Freitag, 9. März 2012

Die selbst gezüchtete Gefahr

Seit 3 Uhr heissts hier - Licht an. Keine Ahnung warum, es ist fast wie letztes Jahr um die Zeit herum mit den Schlafstörungen, zumindest ein bissl. Das Hamsterbäckchen empfing mich im Wohnzimmer mit lautem Gemotze, denn um diese Zeit ist es Misjö gewohnt, die Party allein zu feiern, und Aljoscha schläft den Schlaf der Gerechten. Recht hat er.
Von daher hab ich die letzten zwei Stunden mal ein wenig genutzt, einige hmmm nennen wir es "alte Bekannte" aus der *hust* (Vor-)Hochzeitsphase via Internet abzuklappern. Bloggen, ja das ist schon was Feines. Hinz und Kunz können sich auf dieser Plattform inszenieren (und produzieren), egal wie nichtig es ist, was sie von sich geben. Herrlich. Okay, Zynismusmodus aus. Ich bin ja nun wirklich nicht diejenige, die da mit Steinen werfen sollte, meine Posts sind auch nicht ohne und lassen sicher den ein oder anderen die Stirn runzeln. Bei einem bestimmten Sachverhalt stellen sich mir jedoch die Nackenhaare so voller Graus auf, dass ich dem hier Ausdruck verleihen will:
Viele Damen von einst, die sich stringent schon seit frühester Kindheit den Plan "Bissl arbeiten-Heiraten-Kind-Vielleicht noch eins-Dann nix mehr" zurechtgelegt hatten, haben diesen bisher ziemlich erfolgreich in die Tat umgesetzt und hocken nun mit dem mehr oder weniger frisch geschlüpften Nachwuchs daheim. So weit, so gut, jedem das Seine.
Irgendwann merken jene Mütter dann, dass "Kind" alleine sie nicht ausfüllt. Und irgendwie ist man ja auch sooo stolz auf die Sprösslinge, dass man sie der ganzen Welt zeigen will. Auch dieses Gefühl kann ich nachvollziehen. Jetzt setzen wir 1 und 1 zusammen und heraus kommt..?
Genau.
Ein Blog übers Kind.
Isch kriech Plack.
Zumindest wenn ich mir einen ganz bestimmten Blog anschaue.
Jene Dame nämlich hat vor einem guten Jahr ein kleines Mädchen auf die Welt gebracht, an dessen Stelle ich die Mutter schon allein für den Namen später auf Schmerzensgeld verklagen würde. Man kann sich ja über Geschmack streiten, nur sollte man immer bedenken, dass Namen eine gewisse Kraft besitzen und bestimmte Assoziationen beim Gegenüber wecken. Warum wohl sonst wird heute kaum mehr ein Kind Adolf getauft? Gut, dieses Kind hats dann doch etwas besser erwischt, allerdings würde ich mir als potentieller Arbeitgeber später denken "Uh da schwebt jetzt eine im weissen Wallekleidchen herein, schlägt ihre spirituellen Glöckchen und erzählt uns, wie schlecht der Energiefluss in unserer Firma ist, weil wir die Topfpflanze links und nicht rechts hingestellt haben." Aber bis dahin ists ja noch eine ganze Weile hin. Seis drum.
Mein persönlicher Aufreger ist dagegen das gezielte "Zur-Schau-Stellen" des Kindes. Da wird jeder Pups dokumentiert, jede volle Windel abfotografiert und wenn ein Zähnchen kommt, bitte schön sabbern.
Zugegeben, das ist jetzt stark übertrieben und mit einem gewissen Sarkasmus versehen, weil es eher in die Kategorie harmlos fällt. Was ich jedoch unverantwortlich finde, ist die gezielte Veröffentlichung diverser Fotos, auf denen das Gesicht komplett zu erkennen ist, egal ob nun eine Ganzkörperaufnahme im Faschingskostüm oder ein schlichtes Portrait. Zum Einen hat das Kind keinerlei Mitspracherecht, ob es so eine öffentliche Präsentation seiner Selbst überhaupt möchte. Ich kann mir da sehr gut vorstellen, dass es deswegen später, besonders in der Pubertät, zu massiven Streitigkeiten mit der Mutter kommen wird, denn was, wenn die lieben Klassenkameraden entdecken, was man einst für ein Zuckerschnütchen war? Wie süss man im Kostüm oder im Babybett ausgesehen hat? Wir wissen schliesslich alle, was heutzutage an Mobbing in unseren Schulen abgeht. Schnell das Foto von Windelfratz ausgedruckt und im "Social Network dissend gepostet" (hach, es lebe der Anglizismus). Das Kind ist in diesem Moment nicht mehr Kind, sondern nur noch ein Objekt, das aufgehübscht und präsentiert wird mit dem Ziel, von anderen für seinen kleinen Schatz Komplimente zu ergattern (was im Endeffekt wieder bedeutet, dass das Kind nur so süss ist, weil mans selber so ausstaffiert hat).
Also Fremdfishing for Compliments, weil man selber - knallhart formuliert - nichts anderes zu bieten hat.
Au.
Zum Anderen - und dieser Punkt lässt mir die Galle hochkochen - nimmt man mit einer derart öffentlichen Doku dem Kind, dem Menschen an sich, sein Recht auf jegliche Privatsphäre. Man verletzt dessen Würde, dessen Freiheit, selber zu entscheiden, ob und wie es/er sich wann und wo zeigen möchte. Man entreisst ihm virtuell den Nestschutz. Und fördert damit (unbewusst und ungewollt) reell die Gefahr, dass im Härtefall früher oder später gewisse Subjekte in der Umgebung auf den Plan gerufen werden, welche, entsprechend per Net auf das Zielobjekt eingeschossen, irgendwann mal am Kindergartenzaun stehend auf den Zwerg warten mit dem Spruch "Du bist doch XY, Deine Mama hat gesagt, ich soll Dich abholen, sie hat gerade keine Zeit. Ich hab Kaninchen daheim, ganz kleine, flauschige. Magst Du sie füttern?"
Ich kann so etwas wirklich nicht verstehen, zumal jene Damen sich zeitgleich mit Stolz geschwellter Brust den Stempel "Grösste Glucke der Welt" auf die Stirn klatschen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, mit geschützten Artikeln und Fotoalben Familie und Freunde an der Entwicklung des Nachwuchses teilhaben zu lassen. Dies erachte ich als verantwortungsvollen Umgang mit der Materie und mit der Würde des Kindes. Jegliches anderweitiges "Posieren" des Sprösslings nach dem Motto Welt-schau-her-was-mein-Kind-schon-wieder-kann/hat/macht, kommt nicht nur einer Degradierung des kleinen Menschen zum Püppchen bzw. Objekt gleich, sondern grenzt für mich schon an grobe Fahrlässigkeit und müsste meiner Meinung nach in Richtung Verletzung der Aufsichtspflicht neu definiert werden.
Mögen so Manche sich hier jetzt drüber aufregen und mich mit faulen Eiern bewerfen, ich bleib dabei. Lieber ein ungeschütztes Kinderfoto weniger im Netz und dafür mehr Respekt voreinander in der Realität.
Da haben Eltern wie Kinder auf Dauer mehr von.
Garantiert.

Montag, 5. März 2012

Paranoia lässt grüssen

Meine Lieben,

ehrlich - ich würde Euch so gerne mehr schreiben und bloggen, es gäbe wirklich reichlich interessante, lustige, dramatische und traurige Geschichten zu erzählen. Leider bin ich nicht davor gefeit, dass "der Feind" stets mitliest und sich eventuell an manchen Dingen aufhängt. Da bin ich dann doch mal ein wenig paranoider als sonst, weil ich auf sowas verständlicherweise keinen Bock habe. Und den Krampf mit geschützten Artikeln durch Passwort führe ich hier nicht ein, schliesslich stehe ich zu den Sachen, die ich verzapfe.
Das Trennungsjahr ist seit Mitte Januar vorbei und nun geht es in die "heisse" Phase. Viel kann ich derzeit nicht berichten, vielleicht später einmal. Auf jeden Fall möchte ich Euch folgenden Gedanken mitgeben, den der eine oder andere sicher schon einmal auch für sich hatte - man lernt einen Menschen erst dann richtig kennen, wenn man sich trennt...



(der muss sein)

Oh, aber einige schöne Sachen kann ich Euch doch berichten.
Vor Kurzem habe ich mir spontan ein neues Tattoo machen lassen, so ganz anders als sonst. Ja, Ihr könnt jetzt lachen - ich habe mir auf die Innenseite meines linken Oberarms einen kleinen Kawaii-Hamster stechen lassen, der mir fortan als steter Glücksbringer zu Seite stehen wird *freu*


Meine Versuche an der Nähmaschine werden immer besser und wir ersticken so langsam in vielen, lustigen Kuscheltieren. Zudem befinde ich mich gerade in meiner "Überall nur Häschen"-Phase (die stehen für Ruhe und innere Ausgeglichenheit).


Und das Tollste:
Anfang 2011 habe ich mir das Versprechen gegeben, dass ich, wenn das hier alles einigermassen überstanden ist, auf ne "einsame Insel" abhaue. Dieses Versprechen löse ich dieses Jahr nun tatsächlich ein. Aljoscha kann leider nicht mit *snüff*, dafür hat überraschend (und spontan, für Insider) mein zweiter bester Freund angefragt, ob er mitkommen dürfe. Die Sache ist fix und wir freuen uns wie zwei Schnitzel darauf. Wohin, wann und wie lange, das erzähle ich Euch, wenn es soweit bzw. schon rum ist. Paranoia, Ihr wisst ja.
Manchmal ist sie gar nicht so verkehrt.
Leider.