Sonntag, 29. Januar 2012

The story goes on...

Heute Morgen erhielt ich eine schöne (Email)Überraschung zum Sonntag - demnächst wird wieder eine Kurzgeschichte von mir im Sphera Verlag erscheinen, diesmal in der Anthologie "Wesen des Schlafes und des Traums", und natürlich so, wie Ihr es von mir gewohnt seid - düster, vielleicht etwas grenzwertig und mit dem gewissen gruftigen "Etwas". Sobald das Veröffentlichungsdatum steht, werdet Ihr hier informiert.

Samstag, 28. Januar 2012

Deanna Troi

Wenn auch nur eine kurze Mitteilung, so möchte ich eine Erfahrung für heute doch festhalten - empfänglich für die Gefühle und Launen anderer zu sein ist manchmal einfach nur ein verdammter Fluch. Wenn es sich so anfühlt, wie man als Betazoid à la Counselor Deanna Troi durchs Leben geht, dann gebe ich umgehend meine Stellung auf der Brücke auf und flüchte mich hiermit aufs Holodeck.
Counselor Ende.
Wurscht, obs Picard passt oder nicht.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Mein Award von Mila ♥


Meine Lieblingsrockröhre Mila hat mir einen Award verliehen (hui)!

Danke schööööön


Die Regeln:

1. Verlinke die Person, von der Du den Award bekommen hast!
2. Liste 7 Dinge über Dich auf!
3. Vergebe den Award an 7 weitere Personen


7 Dinge über mich? Na dann *grübel*

1. Meine Haare sind mittlerweile nicht mehr rot, sondern dunkelviolett/aubergine.
2. Derzeit habe ich eine ausgeprägte Mal-, Näh- und Bastelphase
3. Ich mag zum Frühstück gern Käsebrötchen mit Erdbeermarmelade
4. Flohmärkte und Kruschläden sind mein Verhängnis
5. Ich wünsch mir jetzt schon sooo sehr den Frühling herbei
6. Wenns ginge, hätte ich hier nen ganzen Zoo in der Bude
7. Auch wenns mal schwer fällt - ich halte immer den Kopf hoch, sonst fällt das Krönchen runter



Und nun verleihe ich den Award an 7 weitere, tolle Blogger:

1. Carol Grayson
2. Svenja
3. Shan Dark
4. Teefan85
5. Newkidontheblog
6. Tialda
7. Pixella

Mila, Du kriegst von mir auch einen Specialaward, gerne in Muffingestalt, wenn wir uns mal wieder sehen


Montag, 23. Januar 2012

Glück - Wie wir es finden und bewahren

Beschwingt fallen die dicken Schneeflocken in kreiselnden Bahnen vom Himmel herab, gleiten langsam an der Fensterscheibe der Tram hinunter, in der ich sitze, um im bereits weiss gefärbten Boden der Strasse zu verschwinden. Es ist Samstag, 09:45 Uhr. Ich fahre in der noch spärlich besetzten Strassenbahn in Richtung Münchner Innenstadt, und geniesse die Ruhe, die das Schauspiel draussen ausstrahlt. Alles ist so hell, so dicht, so freundlich. Allmählich ruckelt die Tram durch die Au und das Glockenbachviertel, eine Strecke, die ich so gerne fahre. Überall so viele kleine Lädchen mit allerlei Tand und Kruschkram, Antiquitäten und selbstgenähten Kleidern, leckeren Cupcakes und herzhaften Backwaren. Es gibt so viel zu entdecken auf dieser Linie, und ich studiere aufmerksam die Inhalte und Namen der vorbeiziehenden Geschäftchen. In diesem Moment nehme ich mir fest vor, diese Strecke an einem folgenden Samstag zu Fuss abzulaufen, und alles, was sich mir bietet, optisch aufzusaugen. Wer weiss, vielleicht findet sich ja auch spontan ein kleiner Schatz?
Ich freue mich, diese Gegend für mich entdeckt zu haben.
Und genau da merke ich, dass ich glücklich bin.
Glücklich und zufrieden.
Ein Zustand, den ich lange vermisst und manchmal mehr, manchmal weniger schmerzlich gejagt habe.
Mit dem Glück ist es wie mit einem scheuen Reh. Erblickt man es auf der Wiese am Waldesrand und stürzt begeistert darauf zu, verschwindet es im Handumdrehen verschreckt im Dickicht. Setzt man sich aber schon einige Zeit vorher auf die Lichtung und verharrt in geduldiger Stille, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Reh sich an die Anwesenheit des Unbekannten gewöhnt und vielleicht auch ein Stückchen näher kommt, durchaus gegeben.
Neulich meinte meine Mama am Telefon, sie hätte nie Glück gehabt und immer für alles, was sie wollte, hart arbeiten und kämpfen müssen. Ich erwiderte, dass das auf der einen Seite durchaus stimmt, sie auf der anderen jedoch nicht vergessen sollte, dass bei aller Schufterei auch hier und dort einmal ein schöner Zufall seine Hand im Spiel hatte. Das war mal ein Anruf da oder ein "Richtige Zeit am richtigen Ort"-Moment dort. Glück bedeutet nicht unbedingt nur, einen Sechser im Lotto zu erwischen oder im Preisausschreiben sein Traumhaus zu gewinnen. Glück ist das, was man selbst als solches erachtet. Und, ganz wichtig - Glück unterliegt stets wie man selbst ständigem Wandel. Hätte man einen meiner Bekannten noch vor zwei Jahren gefragt, was ihn glücklich macht, er hätte sicher geantwortet "Ein gutes Konzert, ein super Abend mit Freunden". Jetzt würde er sich nichts sehnlicher wünschen, als seine Freundin Nana wieder in den Armen halten zu können, die vor 13 Tagen mit viel zu jungen 22 Jahren ihrer Krankheit erlag.



An dieser Stelle möchte ich Euch Nana, die uns alle mit ihrem Mut und ihrer Kraft unglaublich beeindruckt hat, kurz vorstellen und ihr Vermächtnis bei "Recover your smile" ans Herz legen, das krebskranken Frauen durch kostenlose Make-Up-Kurse mit anschliessender Foto-Session Mut machen soll, ihre weibliche Seite sowie ihre Schönheit wieder zu entdecken und sie voller Stolz zu zeigen:



Nana, Du hast in Deinem viel zu kurzen Leben mehr bewirkt, als manch Anderer mit 80 Jahren. Du hast Deine Spuren hinterlassen.
Und das macht Dich unsterblich in unserer aller Herzen.



Noch vor zwei Jahren hätte es mich glücklich gemacht, ein Leben mit meinem NM zu verbringen, vielleicht in einem kleinen biederen Reihenhäuschen mit den obligatorischen 1,2 Kindern, aber auf jeden Fall mit einem Hamster und einem Hund und/oder Kätzchen. Nun, zumindest dachte ich das damals. Denn nach Allem, was in der Zwischenzeit passiert ist, unterlag auch meine Vorstellung von Glück einer gewissen Radikalkur. Der Hamster, der ist mir geblieben, und jetzt, wo ich ihn habe, erfreue ich mich jeden Tag an seinem liebevollen, geduldig-braven Wesen (weiss jemand, was "umschmusen" bedeutet ☺ ?). Das Reihenhäuschen und den Nachwuchs, den habe ich (vorerst) strikt aus meinen Gedanken verbannt, denn ich habe erkannt, dass das einfach nicht mein Ding ist. Oder zumindest jetzt noch nicht. Was mich heute glücklich macht, sind die ganz kleinen Dinge im Leben, denen ich in meiner Ehe so sehr nachgejagt habe (man denke hierbei an das Reh), und die erst jetzt, wo ich mich löse, Schrittchen für Schrittchen in mein Leben treten. Ich bin nun wahrlich nicht der Typ, der sich von irgendwelchen Ratgeberbüchern beeindrucken lässt, da sich Hinz und Kunz zu jedem Psychothema irgendeinen Dummfug aus den Fingern saugen können. Doch erst letzte Woche kam mir zufällig (?) in der Bibliothek ein Buch unter, das mich sofort wie ein Magnet anzog. Also lieh ich es aus. Es heisst "Wer dem Glück hinterher rennt, läuft daran vorbei" (von Russ Harris) und ist ein wunderbarer Orientierungsleitfaden zum Umdenken und vielleicht auch "Umleben". Beleuchtet wird darin, dass der Mensch von Haus aus kein Glücksbärchi ist, das im normalen Alltag mit Tulpen im Po über eine Zuckerwattewiese hüpft, sondern vielmehr zu gut 80% von negativen Gedanken und Sorgen geprägt ist Diese These begründet Harris mit unserer Evolution. Schon der frühe Steinzeitler (von denen es auch heute noch genügend gibt, aber das ist wieder ein anderes Thema) erfreute sich nicht lange am frisch erlegten Wild, sondern schlug sich relativ schnell mit neuen Sorgen herum "Wie lange wird der Vorrat wohl halten? Wann erlege ich wieder etwas? Wie bringe ich meine Familie, meinen Stamm die nächste Zeit über die Runden?". Als ich das las, machte es bei mir "Klick":
Es ist nichts daran verkehrt, negative Gedanken in sich zu tragen, und noch weniger, sie auch zuzulassen. Nur unsere heutige "Höherschnellerweiterspasshochzehn"-Gesellschaft impft uns Tag für Tag ein, dass mit uns etwas nicht stimmt, wenn wir nicht den lieben, langen Tag nonstop das Glücksbärchen geben, und wir das dann schnellstens behandeln lassen sollten. Was für ein Mumpitz! Ich zumindest kann von mir behaupten, dass allein die ersten 100 Seiten für mich mehr Aha-Effekte mit positivem Einfluss hatten, als alle Ratschläge in meinem ganzen bisherigen Leben, weshalb ich Euch diese Lektüre sehr ans Herz lege.
Fragt Ihr mich heute nach meiner Vorstellung von Glück, so sind es mittlerweile Kleinigkeiten, die grosses Potential für mich besitzen. Ein Picknick auf einem Feld an einem schönen Sommertag zum Beispiel. Die liebevolle Geste von Aljoscha, als er ein Stückchen seiner Pizza Regina, von der ich probieren wollte, extra mit Champignons von seinem Eck pimpte, weil auf meinem keine drauf waren. Das Basteln und Werkeln an meiner neuen Nähmaschine, die mir soviel Freude bereitet, auch wenn nur Übung den Meister macht und meine bisherigen Kreationen noch etwas, hmmm sagen wir "knautschig" aussehen. Die Gewissheit, meine eigene Herrin zu sein und das anziehen zu können, was mir gefällt, ohne mich für meinen eher sportlichen, nicht allzu ladyliken Baggypantsstyle kritisieren lassen zu müssen (ich habs mit Röckchen und Stiefelchen versucht, das ist einfach nicht meins und wirds nie sein, so what?).
Geliebt zu werden.
Gesund zu bleiben.
Und einfach nur ich zu sein.
Auch, wenns manchmal noch ein wenig schwer fällt.
Glück findet sich in so vielen Dingen.
Man muss sich einfach nur mal hinhocken, alle bisherigen Muster loslassen und natürlich ein wenig Geduld investieren.
Denn genau dann, wenn man schon nicht mehr damit rechnet, klopft es ganz leise an Eure Tür.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Sweet little lies

Gestern flimmerte sie über unsere Bildschirme - die Rechtfertigung unseres Bundespräsis Wulff, mit Spannung erwartet und kritisch beäugt. Neulich erst haben Aljoscha und ich uns über dieses Thema unterhalten, damals gab es allerdings noch nicht die Fülle an Infos, die uns jetzt jeden Tag per Schlagzeile entgegenspringen (ich persönliche warte ja nur noch auf die Headline "Wulff drohte auch der 'Frau im Spiegel' "). Aljoscha meinte, es sei ihm total egal, wo Herr Wulff geurlaubt hat, und wenn es bei Freunden gewesen sei, die rein zufällig ne schnieke Villa leer stehen hatten, was kümmerts uns? Würden wir das nicht auch so machen?
Jup, auf jeden Fall, da hat er Recht.
Mein Gegenargument, das ich zu bedenken gab, war, dass es nicht vorrangig um irgendeinen Urlaub bei Freunden gegangen sei, sondern dass im Zuge solcher "Geschenke" sicher auch finanzielle wie auch politische Motive eine nicht unbeachtliche Rolle spielten, sei es mal das Zuschustern eines Auftrages hier oder die Bevorzugung bei einer Vergabe dort. Und dass, wenn Misjö Bundespräsident nichts zu verbergen hat, er auf die Frage, ob er geschäftliche Beziehungen zu einem gewissen Herren pflegt, das doch problemlos hätte zugeben können. Die spätere Ausrede, dass man nicht explizit in jener Frage nach der Gattin des Freundes gebohrt habe, ist in meinen Augen nichts weiter als Haarspalterei (auch wenn man jene Logik sicherlich nicht von der Hand weisen kann - nur darf man vom höchsten Mann im Staat nicht ein wenig mehr mentalen Weitblick verlangen?).
Heute nun kam zudem heraus, dass sich unsere von uns allen offen geschmähte und heimlich doch gelesene Bild zur Wehr setzt und genötigt sieht, den originalen Wortlaut jenes heiss diskutierten Drohanrufs zwecks Artikelverhinderung (was es ja laut Präsi nicht gewesen sei) zu veröffentlichen. Artig wie selten bat man Wulff schriftlich um Erlaubnis. Der legte seinVeto ein.
Nicht klug, Mister President.
Gar nicht klug.
Anlässlich dieses Affentanzes um Vorzugszinsen bei Kreditvergabe (sorry, das ist für mich scheinheilig, nach dem Motto "Wasser predigen und Wein trinken" - die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer), ominöse Urlaubsreisen und mysteriöse Telefonate mit diversen Redakteuren fiel mir auf, dass mich diese Debatte gerade deswegen interessiert, weil ich genau jenes Verhalten derzeit live in meinem Umfeld erlebe. Natürlich geht es nicht darum, Pontius und Pilatus sein Tagebuch zu öffnen und allerlei pikante Details auf Facebook und Co. zu verbreiten, ein wenig Privatsphäre hätten wir dann doch alle gern noch.
Es geht vielmehr darum, dass jemand, der nichts zu verbergen hat, sich - je nach Dringlichkeit der Problematik - auch einem solchen Anliegen reinen Gewissens stellen kann bzw. könnte (dies ist natürlich nur meine persönliche Meinung, andere Ansichten gelten selbstredend auch). Egal ob in der Politik, der Wirtschaft, der High Society oder privat, jeder kann mal daneben hauen, egal welches Amt man bekleidet, schliesslich ist niemand fehlerfrei. Nur dann nicht mal den Mumm zu haben, sich entsprechend zu stellen und zu sagen "Ja, da hab ich Mist gebaut", dies ist, was meine Sympathie radikal auf den Gefrierpunkt fährt. Bei Herrn Wulff und natürlich auch privat (wobei da eh nicht mehr viel über ist, aber das ist eine andere Geschichte).
Als Schluss sei an dieser Stelle ein wirklich kurzes und dabei überaus treffendes, jüdisches Sprichwort angeführt:
"Ein Geheimnis geht in die Hosen."
In diesem Sinne - mögen die Betroffenen ihre Hintern gut mit Watte gepolstert haben.