Samstag, 6. Oktober 2012

MunkelPopunkel

Psssst.
Es gibt Neuigkeiten.
Sehr schöne sogar.
Ihr könnt Euch schon mal ein klein wenig freuen.
Mehr davon, wenn es soweit ist ♡

Donnerstag, 23. August 2012

Risen

Dunkelheit.
Eine Loggia.
Ein kleiner Tisch.
Ein Glas Rotwein.
Wunderbare Musik.
Ein altgedienter Laptop.

The journey goes on.

Finally.


Montag, 13. August 2012

Der Troll in meinem Garten

Okay, okay, es ist nicht wirklich mein Garten. Es ist der Garten meiner Eltern. Und in dem gehts nicht so ganz mit rechten Dingen zu. Sagen meine Eltern. Die Nüchternheiten in Person. Aber fangen wir am Anfang an.
Vor einiger Zeit im Herbst - vielleicht habe ich davon schon einmal berichtet - vollführten meine Eltern das übliche (lästige) Procedere, das wohl jeder Teichbesitzer kennt. Genau, den Teich winterfest machen. Filter ausbauen, reinigen, dies und jenes, schni-schna-schnuck. Nun standen also meine Eltern mit Gummistiefeln geschützt, umringt von zahlreichen, neugierigen Goldfischen mitten im Teich, und schraubten an der Pumpe herum. Ein Teil (fragt mich bitte nicht, welches, es war in länglicher Form), nahmen sie ab und stellten es neben sich unübersehbar auf einen relativ großen Stein, während der Rest geputzt werden musste. Als sie mit der Reinigung fertig waren, griffen sie nach dem Teil - und ins Leere.
Weg. 
Futsch.
Aber sowas von.
Meine Eltern dachten schon, es sei heruntergefallen, und suchten die gesamte Umgebung ab. 
Nichts.
Sogar die Möglichkeit, dass es in den Teich gefallen sein könnte, zogen sie in Betracht, obwohl sich der Stein dafür doch etwas zuuu weit vom Wasser entfernt befand.
Das Ende vom Lied - das Teil wurde nicht wieder gefunden und die Pumpe lief mit einem Ersatzteil.
Der Winter kam und es schneite, schneite, schneite.
Der Frühling kam und es taute.
Eines Morgens blickte meine Mutter aus dem Fenster, die Sonnenstrahlen tanzten auf der schmelzenden Eisfläche... und da war es.
Das Verbindungsstück.
Auf dem Stein.
Genau da, wo sie es vergangenen Herbst hingestellt hatte, in exakt derselben Position.
Erst dachte sie, mein Vater habe sich einen schlechten Scherz mit ihr erlaubt, doch wusste sie instinktiv, dass er so etwas nicht macht. Hatte er auch nicht. Er war genauso verblüfft und schwor hoch und heilig, vollkommen unschuldig zu sein.
Somit blieb die Geschichte ungelöst und wir alle nahmen es als unerklärlich hin.
Bis es vor einigen Wochen wieder geschah, wenn auch mit anderen Utensilien...
Meine Mama hat sich, inspiriert durch meine schwache Ader für Gartenkitsch *hust*, drei Gartenstecker mit Metallfröschen darauf gekauft. Zwei der Frösche platzierte sie am Teich, den dritten im Garten selber.
Eines Morgens ging sie am Teich entlang, blickte auf die beiden Stecker - und sah nur noch einen Frosch. Der zweite fehlte komplett, es ragte nur noch der nackte Spieß aus dem Boden. Sofort rief sie meinen Papa, der umgehend die Treppe herunter eilte und sich mit ihr auf die Suche nach dem verschwundenen Metallquakerich machte.
Nichts.
Sie suchten wirklich komplett alles ab, gingen um den ganzen Teich, schauten unter die Bäume, ohne eine Erklärung zu haben, wie der Frosch sich von der Stange gelöst haben und dann auf Nimmerwiedersehen verschwunden sein könnte. Wäre beispielsweise ein starker Wind in der Nacht gegangen und der Frosch wäre nicht gut befestigt gewesen, ja, und wenn der Frosch dann noch in relativer Nähe auffindbar gewesen wäre, dann, vielleicht dann...
Doch der Frosch blieb verschwunden.
Meine Eltern dachten schon, irgendwelche Jugendliche hätten sich einen Spaß erlaubt, doch da praktisch jeder im Ort weiß, dass wir einen großen Hund haben, der sofort anschlägt, traut sich das keiner.
Ihr ahnt, was kommt?
Richtig.
Nur wenige Tage später lag jener ominöse Frosch genau neben der Stange unter den Ästen eines Baumes, wo meine Eltern zuvor keine Ahnung wie oft schon gesucht hatten.
...
Als ich neulich wieder zu Besuch war, erzählten sie mir von dem Ereignis und hatten dabei beide sichtlich eine Gänsehaut. Dennoch versuchten sie, es mit Galgenhumor zu nehmen und meinten, am Teich müsse wohl irgendwie ein Tor zur Parallelwelt existieren und jemand von drüben mache sich damit eine Mordsgaudi.
Nun ja, wer weiß?
Ich jedenfalls meinte gleich, das höre sich nach einem kleinen Troll an. Allerdings hätte ich die vielmehr in Irland und Schottland vermutet und nicht unbedingt in unserem Kuhkaff an der Grenze zu Österreich.
Vielleicht ist ja gerade einer auf der Durchreise oder besucht seine alte Freundin, die Landmaus?

Wir wissen es nicht und können uns das alles nicht erklären.
Man darf gespannt sein, was wohl als Nächstes verschwindet und wieder auftaucht.

                                      
 

Montag, 2. Juli 2012

Meeting The Combat Professor

Seit einiger Zeit lerne ich eine besondere Form von Martial Arts Combat namens Systema Atima. Da ich schon länger regelmäßig Sport treiben wollte, Muckibude aber mit all den Posern nicht mein Ding ist, und ich zudem meine Selbstsicherheit, auch aufgrund meines Jobs, stärken wollte, suchte ich im Net nach lokalen Kampfsportstudios und stieß relativ schnell auf eins, das sich oben genannter Kampfkunst widmet. Der zentrale Inhalt von Systema ist, den Schwung des Angreifers für sich zu nutzen und ihn ohne großes Schlagen oder Treten außer Gefecht zu setzen.
Letztes Wochenende nun war der Godfather of Systema Kevin Secours bei uns im Studio, der auch als The Combat Professor bezeichnet wird. Dieser Mann fällt im Alltag nicht auf, er ist nicht sonderlich groß, hat einen grau melierten Bart und unter seinem Shirt erahnt man nicht mal ansatzweise, wie durchtrainiert er ist. Dafür strahlt er eine Energie aus, die fasziniert und elektrisiert, sobald man ihm gegenübersteht. Dieser Mann ist, man kanns nicht anders sagen, der helle Wahnsinn.
Aufgewachsen in Montreal, Kanada, war er seiner eigenen Aussage nach schon früh mit alltäglicher Gewalt konfrontiert. Besonders die Lager Englisch- und Französischsprachiger Kanadier bekämpften sich nicht nur mit Worten, sondern ließen schnell die Fäuste fliegen. Kevin war also früh klar, dass er entweder als Opfer durch Leben gehen kann, oder lernen, sich zu wehren.
Heute ist Kevin DER Spezialist in Sachen Selbstverteidigung, arbeitet unter Anderem als Personenschützer, Security und unterrichtet weltweit Polizei und Privatpersonen in diversen Martial Arts-Techniken.
Ihn zu treffen war für mich wie eine kleine Offenbarung - und dabei hatte ich vor dem Seminar nicht wirklich eine Ahnung, wer mich am bisher heißesten Wochenende des Jahres sechs Stunden pro Tag drillen würde. Kevin vermittelt Dir, dass Du nur durch stetiges An-Deine-Grenzen-Gehen besser werden kannst, diese aber keinesfalls überschreiten sollst. Er berichtet von den unglaublichsten Geschichten aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz und dies auf eine so sympathisch-schnoddrige Art, dass man neben dem Lerneffekt noch jede Menge Spaß hat ("For the ladies - don't just hit a predator a little bit in the scrotum, that'll make him even more angry. Punch him as hard as you can or grab and squeeze his scrotum so hard, so that his testicals will soon turn into chesticals.").
Neben zahlreichen blauen Flecken und Muskelkater deluxe sind es gerade seine Anekdoten, die Kevins Seminare für den Einzelnen so erfolgreich machen (ja, man kann sich wirklich über blaue Flecken freuen). Manchmal fragt man sich, wie dieser Mann aufgrund all seiner Erfahrungen noch so glücklich durchs Leben laufen und an das Gute im Menschen glauben kann.
Er erzählt uns, wie oft er schon verprügelt, angeschossen und niedergestochen wurde - "The first time I got sliced up my arm and I was all like 'Oh my god I'm bleeding, oh my god that hurts!', but after that I got used to it. The second time I've been stabbed right into my shoulder I just looked down on the knife sticking out of my body and thought 'Oh damn not again, I gotta work tomorrow.'" Wir hängen an seinen Lippen, als er uns berichtet, dass in Montreal jeden Tag mindestens 70% aller Polizisten auf der Straße Dienst und regelmäßig 68-Stunden-Wochen schieben, um die Gewalt in Grenzen zu halten. Dass es die Kardinalsregel schlechthin ist, nie nach zwei Uhr Früh in einer Bar rumzuhängen, da um drei Uhr geschlossen wird und in dieser letzten Stunde noch Druckbetankung stattfindet, was jede Nacht zu zahlreichen Schlägereien und Vergewaltigungen führt - "At almost two o'clock I walk to the ladies and tell 'em 'Ma'am you better go home right now because soon it'll become very dangerous here. Shall we order you a taxi? No? Okay you see the guy over there? I promise you that this is the one who will rape you tonight.' And you know what? They hardly listen and then later it happens. It's like watching lambs going to the slaughterhouse."
Systema unterrichtet neben diversen Techniken zur Selbstverteidigung auch, den Blick für potentielle Gefahren zu schärfen, um sie von vornherein zu vermeiden. Die oberste Regel lautet 'Was vermieden werden kann, soll vermieden werden.' Kein Kampf ist immer noch besser als eine abgerissene Augenbraue. Kevin erzählt uns so viel aus seinem Nähkörbchen, dass die rund 30 Männer und (nur) sechs Frauen mucksmäuschenstill an seinen Lippen hängen. Manchmal hört man jemanden scharf einatmen, als er davon berichtet, wie in einer Bar ein Kerl einem anderen blitzschnell mit dem Daumen das Auge aussticht, ihn weiterhin festhält und ungerührt sein Bier trinkt, während der Verletzte an seinem Arm hängt und schreit. Wie - allerdings in Ägypten - ein dicker Kerl beim Kaffee trinken von einem Jugendlichen angespuckt wird, komplett ruhig seine Tasse leert und dann beim Aufstehen blitzschnell nach dessen Ohr greift und es abreißt. Dass es Menschen gibt, die zum töten geboren sind, weil sie keinerlei Schmerz empfinden oder keine Wahrnehmung ihrer Selbst haben - "At home I'm working with kids who have killed at least one person, mostly family members, before the age of 14. Those guys will snap a kitty's neck without blinking an eye, throw the cat away, then look at it and say 'That wasn't me.' And they mean it. Even if you say 'That was you. I caught you on tape.', they could watch it and say 'No, that's not me.' - and still believe it. At a lie detector test, not even their pupils do react and always stay the same size. What do you think is your chance of surviving a fight with such a predator?" 
*schluck*
Mit solchen Geschichten im Hinterkopf ist man selbst nach vier Stunden schweißtreibendem Training noch motiviert, die restlichen zwei durchzuhalten und alles, was Kevin zeigt, förmlich wie ein Borg zu assimilieren.
Richtig Gänsehaut jedoch bekommen wir erst am Schluss des Seminars. In den letzten 30 Minuten diskutieren wir über moralische Grundsätze und Zivilcourage. Kevin fragt uns, ob wir die Geschichte von Luka Rocco Magnotta mitbekommen hätten, der seinen Freund zerstückelt hatte und erst kürzlich in einem Berliner Internetkaffee verhaftet wurde? Bei mir klingelt es sofort - da hatte ich doch was gesehen. Und so berichtet der Combat Professor, was wirklich geschah, denn der Typ hatte sich bei seiner Tat gefilmt, und Kevin, der unter Anderem die Polizei von Montreal trainiert, musste sich das komplette Video anschauen:
"They didn't tell the public everything, some details were kept within. I had to watch the whole video. He took the guy to his apartment and smashed his head with a hammer. Then he tied him on the back to the bed with all fours and slowly cut his head of with a kitchen knife. After that, he put the head on the night desk beside the bed. He cut of his one hand and masturbated with that hand. Then he cut off one foot and sent both separatly to elemantary schools as a joke because he thought it was funny. Then he cut of the other hand and foot and sent them to the parliament because he thought it was funny. After that, he put the body on its back, cut off some stripes of flesh from the butt and ate it. Then he cute off even more and fed it to his dog. Then he sodomized the body. Until now, they're still missing the head. And you know what? This guy just lived two blocks from my house. So what do you think his moral issues are, and what mine should be when meeting this guy? Do whatever is okay for you. If you choose to avoid a situation, that's fine. If you choose not to, then it's okay too but don't cry when you get hurt. My moral issues are not yours, and moral issues may change. For example, I'm a vegan. I would never ever eat something made of an animal. But if me and my family were starving to death, my cat would be in the oven right away."
Als das Seminar vorbei ist, umarme ich Kevin, der mir noch einige Tipps für diverse Übungen gibt, und danke ihm für alles, was er mir an diesem Wochenende beigebracht hat. Am liebsten würde ich gleich weitertrainieren, obwohl mir nach den zweiten sechs Stunden Seminar alles weh tut, und sich bereits die ersten Blessuren zeigen. Es ist schockierend, wie viel Gewalt dieser Mann in seinem bisherigen Leben erfahren hat. Faszinierend, wie er gelernt hat, damit klar zu kommen, und dabei weiterhin an das Gute im Menschen zu glauben. Horizont erweiternd, wie er es schafft, mit simplen Handgriffen nicht nur die größten Angreifer in die Knie zu zwingen, sondern auch gleichzeitig die Priorität darauf zu legen, von vornherein Konfrontationen zu vermeiden und bei Provokationen ruhig zu bleiben.
Man merkt, ich bin schwerst beeindruckt.
Im Februar ist der Combat Professor wieder in München.
Und ich bin auf jeden Fall wieder mit dabei.

Anmerkung - Ich habe versucht Kevins Zitate so wörtlich wie möglich wiederzugeben, garantiere jedoch nicht für deren komplette Richtigkeit.

                               

Sonntag, 24. Juni 2012

Earthlings


Gerade wollte ich mir den Film Earthlings anschauen. Um mich einigermaßen psychisch darauf vorzubereiten, da der Film unfassbar grausam sein soll, spielte ich zunächst den Trailer ab. 
Allein der hat mir gelangt und mir laufen gerade die Tränen runter.
Füchse, die bei lebendigem Leib gehäutet werden... und dann noch qualvoll in die Kamera blinzeln.
Hunde, die tot geprügelt und getreten werden, und Menschen, die mit Spaß auf deren Hälse steigen, so dass ihnen das Blut in Strömen aus der Schnauze läuft.
Rinder, die unbetäubt in eine Art "Rotationsmaschine" gesteckt und "durchgerüttelt" werden (wtf?!), um ihnen im Anschluss die Kehle aufzureißen - die Maschine öffnet sich, die Kuh fällt heraus... sie lebt noch und schreit vor Panik und Schmerz, versucht zu fliehen, während ihre Speise- und Luftröhre außerhalb des Körpers hängen...
Ich glaube, ich kann mir den Film nicht ansehen. Und doch will ich wissen, was der Mensch für Abscheulichkeiten  verbricht, gegen die Tiere und letzten Endes auch gegen seinesgleichen, und wie richtig es ist, die Augen auf- und bei alldem nicht mehr mitzumachen.
Aktuell schon Veggie mit veganen Tendenzen (minimaler Ei- und Milchkonsum), zeigten mir nur diese paar Minuten, was in Hollywood sicher als Special Effects prämiert würde, und dabei leider die unfassbare Wirklichkeit ist. Sie zeigten mir, dass ich meinen eingeschlagenen Weg weitergehen werde.
Ich bin immer noch wie betäubt. Trotzdem werde ich versuchen, mir den Film in Etappen anzusehen. Weil es wichtig ist, hinzuschauen. Und ich werde weinen - um die bestialisch ermordeten Tiere, um die, die weiterhin jeden Tag sinnlos abgeschlachtet werden, und letztlich auch um die Menschen, die sich von der Werbung weiter vormachen lassen, es gäbe nur glücklich weidende Kühe auf irischen Wiesen, und nichts dagegen tun.

Ihr wollt wissen, wie es wirklich ist? 
Dann klickt auf den Link - und Ihr werdet alles Bisherige überdenken:


Donnerstag, 14. Juni 2012

Wenn Sekunden alles ändern...

... ist das eine Erfahrung, die keiner anderen gleicht. Sie kann positiv sein, wie in meinem Fall, oder auch negativ, wenn beispielsweise die Ehefrau in der Straßenbahn sitzend zufällig ihren in einem Meeting geglaubten Gatten mit einer Fremden knutschend aus einer Hotellobby kommen sieht. So oder so, dieses "Klick" ist von einer solchen Wucht, dass es sich für immer ganz tief in unseren Gehirnwindungen festbeißt.
Ich habe mir in den letzten zwei Wochen einen persönlichen Wunsch erfüllt, ein Versprechen, das ich mir einst selber gab, als ich Anfang letzten Jahres, gerade frisch in der Trennung steckend, bei meinem Freund Christian nach einem dicken Migräneanfall auf der Couch lag und zur Ablenkung vom allmählich schwindenden Schmerz (danke, Formigran) in einem dicken Wälzer über verschiedene Inseln der Welt blätterte. Recht schnell war mir klar - wenn Du diesen ganzen Mist einigermaßen hinter Dir hast, dann haust Du ab. Auf eine Insel. Und lässt alles für ein paar Tage hinter Dir.
Das habe ich nun gemacht. Anfang Juni flog ich zusammen mit meinem besten Freund Domi auf eine wunderbare Malediveninsel. Gebucht hatte ich eigentlich für mich allein, Aljoscha konnte leider nicht mit. Als Domi das Ziel der Reise sah, meinte er, das sei ja interessant, und ob er vielleicht mitkönne? Aljoscha war einverstanden, die Zubuchung ging klar, und nur wenige Tage später hieß es - wir machen einen Bro-Urlaub. Für mich war von Anfang an klar, dass ich meine Ruhe wollte. Relaxen, ganz viel schlafen, lesen, schnorcheln, einfach nur die Seele in den watteweichen Puderzuckerstrand fallen lassen und nie, nie wieder aufstehen. Aber, wie so oft bei mir, kam es ganz anders als gedacht.


Mitte letzter Woche hatte ich uns einen Schnorchelausflug mitten im offenen Meer gebucht. Domi und ich, die zwei Meeresschisser *hust* Früher als Kind war ich eine ausgesprochene Wasserratte, so dass meine Eltern dachten, dem Kind müssten langsam Schwimmhäute und Kiemen wachsen. Leider gab es irgendwann diverse Vorfälle, die mir den Spaß am Nass verprellten. Wenn das Kind nicht aus der Wanne will, wird eben der Stöpsel gezogen und gesagt "Da kommt gleich ein riesiger Fisch raus und beißt Dich." Toll, was? Irgendwann krönte meine Oma seinerzeit jene eigentlich harmlosen, aber für eine Vierjährige doch prägenden Erziehungsmaßnahmen mit einer Geschichte aus ihrer Jugend, als ihre Pingpongpartnerin (kein Witz!) im Urlaub in einer fürs baden gesperrten Bucht schwamm, plötzlich mit den Armen ruderte, unter Wasser verschwand... und Sekunden später nur noch als rote Lache an die Oberfläche trat. Ihr Mann stand derweil auf einem Felsvorsprung und musste alles mit ansehen. Klar, selber schuld, hätte sie da trotz Warnung nicht gebadet, aber erzählt das mal nem kleinen Kind. Mann war da der Ofen bei mir aus. Wasser war mir seither suspekt und ins Meer traute ich mich höchstens mal mit der großen Zehe. Eine Ergänzung fand ich damals in meinem werten Nochmann, der mittels diverser Berichte eines zum Glück glimpflich ausgegangenen Badeunfalls seinerseits aufgrund unterschätzter Strömung meine Angst krönte (herzlichen Dank auch dafür -.- ). Meer und ich? Nie im Leben.
Aber was macht man denn sonst auf den Malediven? Eben. Mir war von Anfang an klar, dass ich mich meiner Angst stellen würde, ich wollte einfach einen Strich drunter setzen und wie in Allem ganz neu starten. So fuhren wir also mit dem Dhoni ins offene, weite Meer, nahmen unsere Herzen in die Hand und sprangen mit sinnbildlich voller Hose vom Boot, um eine Begegnung der ganz besonderen Art zu erleben - das Schwimmen mit einem Manta.
Tatsächlich hatten wir Glück und ab und zu erhaschten wir einen Blick auf eines dieser riesigen Geschöpfe, die seelenruhig in einigem Abstand unter uns oder neben uns vorbeizogen. Leider war durch das Plankton die Sicht recht schlecht, doch ohne jenes wäre der Ausflug sinnlos gewesen, stellen  diese Tiere doch die Nahrungsgrundlage der bis zu zwei Tonnen wiegenden Meeresbewohner dar. Es war ein ganz besonderes Gefühl, sich das Wasser mit diesen friedlichen Geschöpfen zu teilen, auch wenn wir sie teils nur schemenhaft wahrnehmen konnten.
Beim letzten Schnorchelgang dann geschah etwas, das mich persönlich komplett um 180 Grad drehte. Witzigerweise sinnbildlich wie auch wörtlich. Irgendwann schaute ich kurz auf und bemerkte, dass die Gruppe sich bereits auf den Rückweg zum Dhoni gemacht hatte, ich somit das Schlusslicht bildete. Hups, da wurde mir ein wenig mulmig.
Ich steckte schnell wieder den Kopf unter Wasser und wollte gerade mit den Flossen zu schlagen beginnen, als ich spürte, wie mich etwas beobachtete. Kennt Ihr das Gefühl? Man kann es nicht beschreiben, es ist plötzlich einfach da. Instinktiv drehte ich mich langsam im Wasser um - und da sah ich ihn. Einen riesengroßen Mantarochen, der frontal auf mich zugeschwommen kam. Das Maul offen, um das Plankton zu filtern, bewegte er sich stetig schwebend auf mich zu. Im ersten Moment fiel mir fast der Schnorchel aus dem Mund und ich dachte "Was mach ich denn jetzt nur?" Zum Glück blieb ich ruhig und erinnerte mich daran, was uns die Gruppenleiter gesagt hatten - dass diese Tiere komplett freundlich und teilweise sogar richtig neugierig seien. Es käme durchaus vor, dass sie sich die Menschen aus der Nähe anschauen wollten. So hielt ich mich also weiter ruhig im Wasser, machte geistesgegenwärtig ein paar Fotos mit meiner kleinen Unterwassercam und ließ den Giganten einfach auf mich zukommen. Er nahm das Angebot interessiert an und schwamm schließlich nur circa 2-3 Meter an mir vorbei in Richtung Tiefe. In diesem Momente spürte ich es förmlich.
Das "Klick".
Das "Klick", das alles änderte.


Plötzlich war sie weg, die Angst vor dem Wasser, vor Strömungen, vor der Tiefe und allem, was sich darin befindet. Ein ungeahntes Glücksgefühl machte sich in mir breit und ich wusste, dass ich soeben wieder in mein altes Naturell aus der Kindheit zurückgefunden hatte. Es ist für Außenstehende sicher schwer nachzuvollziehen, man muss so ein Erlebnis wohl selber erfahren, um es gänzlich verstehen zu können.
Jedenfalls stand für mich danach fest - ich muss meinen Tauchschein erneuern, den ich vor 24 Jahren mal gemacht, aber nie gebraucht hatte. Domi wischte meine letzten Zweifel weg, indem er sagte "Hey, wenn nicht hier, wo denn dann?" und schon hatte ich mich bei der örtlichen Tauchschule angemeldet, um auf den letzten Urlaubsmetern quasi noch einen 3-Tages-Crashkurs zu absolvieren. Was ich bei den Übungstauchgängen erlebte, war sagenhaft.
Unter Wasser ist alles so ruhig und friedlich. Die Meeresbewohner sind dem Menschen gegenüber gesund misstrauisch, aber fürchten ihn nicht, weil sie es - im Gegenzug zu den Tieren an Land - so bisher nie gelernt haben (und hoffentlich auch nie lernen werden). Mein Tauchlehrer Leon erlaubte mir sogar, mit seinem Okay diverse "Kontakte" zu knüpfen:
Ein roter Einsiedlerkrebs mit schwarzen Flusen ließ sich nach einem ersten Angstverstecken in seinem Schneckenhaus plötzlich ganz in Ruhe von meinem Daumen über seinen linken Arm streicheln - er war total flauschig weich.
Eine riesige, grüne Seegurke mit gelben Punkten, die Leon mir auf meinen linken Arm packte, ließ sich ebenso geduldig von mir streicheln. Sie fühlte sich an wie ein riesiger Marshmallow.
Weiß-Gelbe Putzergarnelen hüpften auf meine Hand und fingen an, mir eine kitzelige Maniküre zu verpassen.
Eine Mördermuschel ließ sich den Rand ihres in diversen Violettnuancen schimmernden Innenlebens mit dem Finger streicheln, ohne sich zu verschließen.
Eine Babymuräne streckte mir ihren Kopf entgegen, um neugierig den fremden Gast zu begutachten.
Ein blauer Kofferfisch lag schlafend auf einer vereinzelten Koralle. Ich hätte fast losgelacht, so lustig sah das aus.
Ein Paar großer Kaiserfische schwamm eine Zeit lang neugierig vor uns her.
Ein Feuerfisch versteckte sich in einer Felsspalte und ließ sich geduldig von uns betrachten.
Papageienfische jeglicher Farbe flankierten uns und knabberten emsig an den Korallen.


Ein schwarzer Stachelrochen mit Giftstachel schwamm eine Weile mit in unsere Richtung, bis er sich entschloss umzukehren, indem er direkt unter mir durchtauchte, wodurch ich die Gelegenheit hatte, ihn ganz sachte am Rücken zu berühren. Seine Haut fühlte sich sandig-rauh an.
Und plötzlich hörte ich Leon irgendwas rufen. Ich blickte in die Richtung seines ausgestreckten Armes und sah einen länglichen Schatten in ca. drei Metern Entfernung an uns vorbeigleiten. Ehrlich, da hätte ich mich fast nass gemacht, wäre ich es nicht schon längst gewesen. Später meinte Leon, ich sei ja so ein Glücksschweinchen, denn jener Riffbewohner sei so scheu und würde sich selten Tauchern zeigen.
Ja, der Geigenrochen sei schon beeindruckend gewesen, sagte ich.
'Geigenrochen?', grinste Leon. 'Du meinst wohl Hai. Gitarrenhai.'

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!

Da machte ich mir nachträglich fast noch in die Hose. Und plötzlich wurde mir klar, wie friedlich und scheu sich dieser Hai verhalten hatte. Er hatte so rein gar nichts von der Bösartigkeit und Aggressivität, die uns die Filmindustrie auf die Leinwand klatscht. Und so schlug meine Angst in Bewunderung um. Im Zuge meiner Lektüre für die schriftliche Prüfung fand ich meine Wahrnehmung schließlich bestätigt. Natürlich seien Haie wilde Tiere, unberechenbar und mit unterschiedlichem Aggressionspotential ausgestattet. Generell könne man aber bei jedem (!) Hai davon ausgehen, dass er eine gesunde Portion Neugier mitbringt, gerne mal näher hinschaut, aber bei jeder größeren Bewegung des Tauchers sofort das Weite sucht, da er von Haus aus ein eher scheues Naturell besitze. Zwischenfälle würde es dann geben, wenn der Mensch sich falsch verhalte und das Tier auf irgendeine Art provoziere. Es liege in der Verantwortung eines jeden Tauchers, sich über die angemessene Verhaltensweise gegenüber jener Tiere wie auch gegenüber allen anderen Lebewesen Unterwasser zu informieren.


Am Montag nun legte ich meine Prüfung ab und bestand mit satten 94%. Jippie!

Dieser Urlaub verlief wieder mal - typisch ich - komplett anders als geplant und war für mich der schönste und beste, den ich bisher erleben durfte. Er hat mich komplett umgewandelt, hat mich an meine äußersten Grenzen getrieben und mich veranlasst, mich teils Jahrzehnte alten Ängsten zu stellen. Heraus kam das Gefühl, eine gänzlich neue Welt entdeckt zu haben und die Erkenntnis, all die Zeit irgendwelchen Märchen aufgesessen zu sein. 

Geht raus und stellt Euch Euren Ängsten.
Manchmal denkt man einfach nur zuviel nach und formt sich Probleme, die zuvor gar nicht existierten.
Wenn Ihr das schafft, erfahrt Ihr eine Belohnung, die mit Gold nicht aufzuwiegen ist.

Dies hier ist meine ♥


Donnerstag, 31. Mai 2012

Der Wahnsinn mit System


GLS.
Was soll man dazu noch sagen?

Genau, nix mehr, da fällt Einem nämlich auch nichts mehr zu ein. Braucht man jetzt auch gar nicht groß  rumpalavern, wir habens gestern doch alle irgenwie geschaut. Wir sind zwar durch Zufall draufgezappt, aber dann hängen geblieben. Dieser Irrsinn ist das Letzte und steht stellvertretend für unsere heutige, gesellschaftliche Moral. Alles schneller und billiger. Und mir stehts sowas von bis obenhin. Gut, ich selber habe noch nie mit GLS versendet und werde es auch in Zukunft nicht tun, aber ich bin auch nicht so blauäugig zu glauben, bei anderen Firmen würde es christlicher zugehen. Sparen wollen sie doch schließlich alle, dafür aber fette Gewinne einsacken, und Verantwortung, was bitte ist das?
Eigentlich wollte ich hierzu auch gar nichts schreiben, da das Thema heute eh in aller Munde sein wird. Doch heute, ja prompt heute, wurde Aljoschas Fahrradhelm geliefert. 
Nun ratet mal, von welchem Paketdienst.
Der Lieferant, der mir gegenüber stand, schaffte es nicht einmal, mir in die Augen zu sehen, zu groß war seine Scham. Man merkte genau, wie unwohl er sich gerade heute in seiner Haut fühlte und dass er hoffte, man möge ihn bloß nicht auf den gestrigen Bericht ansprechen. Wie ein verschreckter Hund, der jeden Moment mit Prügel rechnet. GLS wird seine Mitarbeiter heute Nacht / Morgen sicherlich entsprechend mit einem Einlauf versehen haben, damit sie die Klappe halten.
Das zu sehen und zu spüren, war grausam.

Dienstag, 29. Mai 2012

Emily sucht ein Kinderbuch

Wie der Titel schon sagt, suche ich seit Ewigkeiten ein Buch aus meiner Kindheit. Es lag immer in der Praxis meiner Kinderärztin aus, und das war ehrlich gesagt auch der einzige Grund, warum ich mich immer auf die Termine bei ihr freute (war als Kind sehr krank). Ich war so circa 10 Jahre alt, als ich dieses gelbe (oder orange?) Buch auf dem Tisch im Wartezimmer entdeckte. Es war eine Mischung aus einem Kinderbuch mit kurzen Texten und Comics. Es handelte von einer Insel, von Monstern und denen, die ihnen zum Opfer fielen.
Nein, es war nicht "Wo die wilden Kerle wohnen" ;) Es war ein nicht gerade harmloses Kinderbuch, denn überall lagen Skelette rum, abgenagte Menschen, Menschen, die gerade im Schlund diverser Monster verschwanden, Monster, die sich gegenseitig auffraßen... Meine Mutter flippte anfangs schier aus, als sie sah, was ich anschaute, aber meiner schon im Kindergartenalter hervorgebrochenen morbiden Ader (ich stand mit vier Jahren das erste Mal im Supermarkt vor einem "Elfenwelt"-Comic, fasziniert von den wunderbaren Zeichnungen und den blutigen Inhalten) hatte sie wenig entgegenzusetzen. Wann immer wir zur Ärztin mussten, schnappte ich mir sofort jenes Buch. Irgendwann versuchte meine Mama sogar resigniert, jenes Werk zu erstehen, doch hieß es damals schon - gibts nicht mehr.
Dieses Buch ist eins der prägendsten Elemente meines Lebens und ich würde es soooooooo unendlich gerne wieder in meinen Händen halten.

Jetzt seid Ihr gefragt - kennt Ihr das Buch?
Ich kann mich nur noch dunkel erinnern, dass es "Die Monsterinsel" hieß, bin mir aber nicht mehr sicher. Die Zeichnungen innen waren lediglich schwarz und weiß.
Habe mir bereits nen Wolf gesucht "Die Monsterinsel", "Die Insel der Monster", das Ganze mit Ungeheuer, dann Kinderbuch dazu und und und... Nichts, rein gar nichts.


Vielleicht habt Ihr eine heiße Spur?
Ich würde mir wirklich unheimlich drüber freuen ♥

Sonntag, 27. Mai 2012

Kleine Freude

Ihr Lieben, ich dachte mir, ich mach Euch mal eine kleine Freude und zeige Euch ein bisschen mehr von mir (aber nicht dran gewöhnen - am Dienstag kommt die "Matte" runter).
Das Bild entstand heute bei Freunden von Aljoscha, die zwei goldige Mümmels im Garten haben.
Na Ihr könnt Euch denken, wer da sofort ins Gehege sprang ;)


Schöne Pfingsten Euch Allen!


Dienstag, 22. Mai 2012

Absender gefunden - Sinn gesucht


Ja nun, sowas ist mir auch noch nicht passiert.
Nachdem ich in sämtlichen Sozialwerken nach dem mysteriösen Absender der Hamtaros gesucht habe und jener sich nicht meldete, meldete sich dafür was Anderes.
Mein Bauchgefühl.
Auch auf die Gefahr hin, mich komplett zu entblöden, schrieb ich einen Bekannten von mir an, ob er etwas davon wisse, aber ging nicht wirklich davon aus, ein Ergebnis zu bekommen.
Ha ha, Volltreffer.
Und ich steh da mit drei Fragezeichen übern Kopf.

Zur Vorgeschichte:
Der Bekannte und ich hatten vor ca. einem Dreivierteljahr mal ein Date, das ganz okay war, und waren sehr aneinander interessiert. Leider schaffte Misjö es gleich am nächsten Tag, durch eine unbedachte, wirklich blöde Aktion, mir das Kraut so derart auszuschütten, dass er für mich gestrichen war, aber komplett. Vor einigen Wochen trafen wir uns zufällig in meiner Stammlokalität wieder, und da für mich das Ganze abgehakt war, ging ich entsprechend locker mit ihm um. Ich erklärte ihm, wieso ich damals so reagiert hatte, und er meinte, er habe sich da wirklich nichts bei gedacht und es tue ihm Leid, dass das so gelaufen ist. Ich erwiderte daraufhin, dass es wirklich schade sei, dass aus uns nichts geworden ist, aber nun ist es so und etwas später schlug ja dann bei Aljoscha und mir der Blitz ein. Darf ich kurz?

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen.
Man weiß nie, was man kriegt.

So.

In der nächsten Zeit war der Herr ab und zu wieder in jenem Schuppen anzutreffen, wir unterhielten uns normal und er machte mit diversen Damen rum, wobei er mir hier und da immer nen Blick zuwarf, ob ich das auch sehe. Ich grinste nur und gab ihm kumpelhafte Zeichen, dass er sich ruhig austoben solle.
Bei einem späteren Zeilenwechsel per Mail hatte ich das Gefühl, er betone übermäßig, wie viele Damen er dann und dort abgeknutscht hätte. Moi war davon gänzlich ungerührt und verhielt sich ihm gegenüber so, wie es angemessen war - kumpelhaft. Außerdem wurde mir mitgeteilt, jene Lokalität würde ihn mittlerweile langweilen und er würde in Zukunft wohl nicht mehr so oft dort anzutreffen sein.

Wollen Sie mal lachen?
Die letzten Wochen war er so gut wie immer anwesend, ich dagegen weniger. Erst letztes Wochenende am Freitag wurde Aljoscha aufgetragen, er solle mir liebe Grüße bestellen.
Auch da nahm ichs zu Kenntnis, dachte ich mir aber nichts weiter.

Tja, und nun die Plüschhamster, ohne Miep, Muh und Pöp.
Ich habe ihm natürlich geschrieben, dass ich mich unglaublich gefreut habe, denn es zeigt, dass sich der Absender Gedanken gemacht hat, was mir gefällt. Und dass ich nun natürlich wissen möchte, wie ich überhaupt zu der Ehre komme und warum zum Geier nur anonym (somit ist auch keine Rücksendung möglich, seine Adresse ist mir unbekannt)???
Ich kenne den Herren gut genug, um mir denken zu können, dass er nichts ohne Grund tut, und hierdurch sicher wissen wollte, ob ich auf ihn komme. Nur - das mutet schon fast wie ein Spielchen an, und auf sowas habe ich keine Lust.

Früher, da hätte ich mich umgehend dem Absender gegenüber verpflichtet gefühlt, so nach dem Motto "Er hat mir was geschenkt, also muss ich jetzt auch was für ihn tun, obwohl ich nicht drum gebeten habe."
Heute sage ich "Er hat mir was geschenkt, aber ich muss trotzdem nichts für ihn tun, denn ich habe ihn nicht drum gebeten."
Auf meine oben genannte Nachfrage kam keine Antwort mehr, obwohl ich sehen konnte, dass meine Nachricht gelesen wurde.

Natürlich ist das jetzt sehr, sehr merkwürdig, und ich bin entsprechend neugierig wie Sau, aber falls erwartet werden sollte, dass ich dem Sachverhalt irgendwie nachrenne, hat er sich geschnitten. Entweder er meldet sich oder nicht, Spielchen kann er sich sparen (und die traue ich ihm ehrlich gesagt - leider - zu).

Wie auch immer es weitergeht, mein Bauchgefühl sagt mir, dass da dicke was im Busch ist, in welcher Richtung auch immer. Aber da ich es nicht weiß und auch garantiert nicht drauf einsteigen werde - wozu auch, Aljoscha ist mein Herz und daran gibts nichts zu rütteln - bin ich jetzt einfach bewusst naiv und sage "Ach, er wollte mir sicher nur ne Freude machen." Alles Andere kümmert mich nicht, egal wie neugierig ich auch bin.

Manchmal würde man den Leuten wirklich gerne in den Kopf gucken können...

Montag, 21. Mai 2012

Absender gesucht


Heute mal eine etwas andere Meldung. Gestern klingelte mein Nachbar, es sei am Samstag ein Paket für mich abgegeben worden. Komisch, ich hatte doch nichts bestellt. Ob das Aljoschas neuer Bikehelm ist, den wir geordert hatten? Aber die wollten doch erst Montag versenden. Das Paket war außer meiner Adresse völlig blank, kein Absender, auch kein Poststempel, der Aufschluss hätte geben können. Merkwürdig.
Als ich das Paket vorsichtig öffnete, sah ich irgendwas Flauschiges in Weiß und Orange.
???
Kein Brief, kein Zettel, nichts weiter. Ich jedenfalls war platt und habe mich so dermaßen gefreut, dass mir jemand ein solches (wohlüberlegtes und äußerst spendables ) Geschenk gemacht hat. Nennt mich ruhig paranoid, ich habe sie vorsichtshalber auch eindringlich untersucht, ob sich vielleicht was drin befindet, was da nicht hingehört, aber alles "sauber". Nun habe ich über sämtliche sozialen Netzwerke gefragt, wer der ominöse Sender ist. Eine Ahnung habe ich, allerdings noch keine Bestätigung. Aljoscha und meine Eltern scheiden bisher  aus. Na schauen wir mal.Sobald ich es weiß, werdet Ihr es erfahren.Solche Überraschungen darf es gerne öfter geben 

Mittwoch, 9. Mai 2012

Das Bikinifiasko oder Was ist nur mit den Größen los?


Okay, ich will nicht übertreiben.
Doch soviel, wie jetzt, hatte ich zuletzt 2006 auf der Waage. Und das geht gar nicht.
Wer ist schuld?
Ich, klar, da mach ich mir nix vor. Das kann ich ändern.
Ein schlimmes 2011 mit zweimal 8-10 Kilo runter und wieder rauf durch Stress und Medikamente.
Den Stress habe ich geändert, die Medikamente müssen bleiben. Erstmal, leider.
Und ein Freund, der zu Mittag ein ganzes Pferd verschlingen kann, drei Stunden später maunzt "Ich hab schon wieder Hunger", dabei drahtig ist ohne Ende und sich dann zu Kocharien in die Küche verzieht, die geschmacklich mit jedem Sternerestaurant locker mithalten können. Auch das kann ich ändern. Aber nur durch Selbstdisziplin.

Als ich Aljoscha gestern sagte, dass ich kein Fleisch mehr essen mag, rollte er mit den Augen, seufzte und nahms geschlagen hin. Seine Mutter ist seit ihrem 16ten Lebensjahr Vegetarierin, er ist also damit aufgewachsen und kennt das Ganze aus dem Eff-Eff. Natürlich wird dadurch sein inneres Rezeptbuch zwecks gemeinsamer Kochabende beschnitten, aber es gibt ja auch Alternativen. Zudem akzeptiert er, dass ich probeweise Firmen wie zum Beispiel Nestlé, Procter & Gamble, Unilever usw. meiden möchte. Da kamen wir - kurze Anekdote - gestern schon in die erste Bredouille, als es um das Thema Mayonnaise ging. Er griff zu Thomy, ich monierte, das sei Nestlé, er darauf, dass das die einzige Mayo sei, die ihm schmecke - tja, was nun? Wir schlossen einen Kompromiss. Ich werde in Zukunft alles, was mich betrifft, nach meinen Regeln handhaben, und bei den Dingen, die uns beide gleich betreffen, nicht ganz so strikt sein. Ehrlich gesagt, außer der Mayo fällt mir da auch grad nichts anderes ein. Aljoscha dagegen hat nicht lang gefackelt, sondern das Glas aus seiner Tasche bezahlt, so dass ich ein "reines" Gewissen haben konnte. Man merkt, es ist nicht so einfach, das alles auf die Reihe zu bekommen, und benötigt schon ein wenig Übung, doch wenn beide einander respektieren, dann kann das klappen.

Aber nun zurück zur gestrigen Katastrophe. Da es bald in den Urlaub geht, wollte ich mir einen neuen Bikini gönnen. Bissl sparen muss man auch, also erstmal probeweise ab zum C&A, die machen ja grad überall dicke Werbung. Mann, das war vielleicht ernüchternd. Es gab erstmal nur zwei Bikinis, die mir einigermaßen gefallen hätten, tja und dann musste ich feststellen, dass selbst in Größe 42 alles zwickte und zwackte, quoll und schwoll. Dabei mache ich mittlerweile Kampfsport und habe hier und da schon gute Muskelansätze. Nur Bauch und Po, die lassen mich hängen. Oder hängen selber, wie mans eben sieht. In Klamotten wirke ich nicht dick, sondern normal, und eigentlich denke ich auch, eine Figur zu haben, die okay ist, aber wenn man dann solche "Fetzen" anprobiert, die uns Kundinnen als Non Plus Ultra präsentiert werden, ist man sehr geneigt, augenblicklich in Magersucht und Bulimie abzustürzen. Gleichzeitig. Trotzdem ich derzeit mit meinem Gewicht kämpfe, habe ich irgendwie das dumpfe Gefühl, die Firmen haben die Größen mit der aktuellen Kollektion zusätzlich eine Nummer nach  oben korrigiert *hmpf*

Bei Galeria Kaufhof sah es nicht besser aus. Nichts passte! Ich wurde fast narrisch. Bei der Garderobendame gab ich meine Frustfetzen ab und regte an, man solle doch neben den Bademoden Schusswaffen anbieten, dann könne man sich nach der Anprobe gleich problemlos beim Grabbeltisch die Kugel geben. Die Dame schaute mich mitfühlend an und meinte tröstend "So schlimm?"
Nein. 
Noch schlimmer!
Aber ich gab nicht auf und griff - was blieb mir Anderes über? - zu einem teureren, grau-schwarzen Schnürbikini von Puma. Halleluja, damit konnte ich mich wenigstens vor den Spiegel trauen, ohne dass jener gleich zerbrach. Er sitzt zwar nicht ganz optimal, aber könnte durchaus schlimmer sein.

Als ich das Kaufhaus endlich verließ, waren ganze drei Stunden vergangen und mir der Latte Macchiato, den ich mir eigentlich im Anschluss hatte genehmigen wollen, ebenso.
"Das gibts doch nicht", schoss mir immer wieder durch den Kopf, "gibts denn nur noch Bohnenstangen auf der Welt?" Echt, ich zweifelte wirklich an meinem Verstand. Das dauerte allerdings nicht lange an, denn nur fünf Minuten später stand eine Frau vor mir an der Ampel, die entweder eine hyperaktive Schilddrüse besitzen muss oder tatsächlich eßgestört ist. Sie war vielleicht 1,85 groß und ihr Oberschenkel so dünn wie - ungelogen - mein linker Unterarm. Ein wirklich furchtbares Bild, das mich sofort in die Realität zurück beamte und in mir den Widerstand weckte, so nie werden zu wollen, ein Opfer der Modeindustrie und des beknackten Schönheitswahns. Ja, manchmal wirkt so eine Konfrontation tatsächlich Wunder.

Trotzdem fühle ich mich derzeit in meinem Körper nicht so wohl, wie ich es gerne hätte. 
What to do?
Zweimal die Woche betreibe ich 90 Minuten intensiven Kampfsport. So weit, so gut. Jetzt heißt es zudem, sich gesünder zu ernähren - was sowieso schon geplant war - als auch den wunderbaren Kochkünsten meines Freundes hin und wieder zu widerstehen (schließlich will ich im Urlaub nicht von Tierschützern zurück ins Meer getragen werden *oi*).

Und, das ist wohl das Wichtigste, sich dabei nicht verrückt machen lassen von all den "heißen" Bienen auf den Werbeplakaten, die sowieso zu 80% photogeshoppt sind, oder von Bikinihöschen, in denen eine 42 steht, die aber 2011 noch eine 38 waren.  

Dann klappt das auch. 
Ganz sicher.



Montag, 7. Mai 2012

Wandel im Mai - Ein neuer Blog

Nachdem sich nun Vieles im Wandel befindet, habe ich mich entschlossen, einen neuen Blog, fernab von allem Düsteren, zu führen.
Der neue Blog befasst sich mehr mit mir, meinen Veränderungen, ist persönlicher und mehr am Alltag orientiert. Also so, wie Ihr Emily bisher noch nicht kanntet.

Keine Bange, dieser Blog bleibt bestehen, denn ich möchte in Zukunft beide Facetten meines Lebens gerne getrennt voneinander halten. Dies macht es auch leichter, sie zu kontrollieren.

Da eifrige Leser meine aktuelle Situation kennen, möchte ich Euch um Verständnis bitten, dass ich die Adresse des zweiten Blogs nur auf Anfrage mitteile. Bitte verseht Eure Mail an

Emily.Byron@web.de

mit einer kleinen persönlichen Vorstellung. Ich erwarte da keine großen Reden, doch etwas mehr als "Hallo ich bin und ich will das lesen." sollte es schon sein, denn ich möchte mir ein Bild von Euch machen und werde mich dabei auf mein Bauchgefühl verlassen, wer die Adresse mitgeteilt bekommt. Vor Missbrauch ist man ja nie geschützt. Ebenso möchte ich Euch darum bitten, jene Adresse keinen Dritten mitzuteilen. Ihr würdet das ja auch nicht wollen ;)

Natürlich kann man jetzt sagen - ja Moment mal, wenn sie das alles nicht so publik machen will, dann soll sie es einfach nicht ins Netz stellen. Berechtiger Einwand.
Nun, so pikant ist der neue Blog dann auch wieder nicht. Und auf den Passwort-Schmu steh ich nach wie vor nicht. Es macht einfach Spaß, das Medium Internet zu nutzen, und vielleicht findet sich die Antwort auf jenen Einwand auch im allerersten Post des neuen Blogs..?

Neugierig geworden?
Na, Ihr wisst ja nun, wies geht ;)




                   

Montag, 30. April 2012

Wenn Einfalt fliegen könnte...

... fallen mir auf Anhieb mindestens zwei Personen ein, die gar nicht wüssten, wohin mit all ihren Bonusmeilen.
Feigheit ist auch so ne Sache.
Ich find sie zum rückwärtsfrühstücken.
Und wenn dann auch noch Lügen dazukommen, heisst es - Meinung geigen, denn das macht man bei Popofideln ja so. Und dann nicken, lächeln, Haken setzen.
Den Darmausgang, den denk ich mir.
Cheerio.

Samstag, 21. April 2012

Eine neue Ebene

Nachdem es in meiner dunklen Richtung in der letzten Zeit etwas ruhiger war (bzw. ich Einiges nicht gepostet habe), habe ich heute Nacht etwas erlebt, das mal so ganz anders war. Zuerst hab ich mich wirkich gefragt, ob ich jetzt das spinnen anfange, aber manchmal muss man Sachen einfach so nehmen, wie sie sind. Deshalb mache ich mir jetzt keine grossen Gedanken darüber, sondern bin schlicht verwundert, etwas ängstlich und auch ein Stück weit neugierig, was wohl noch so alles kommen mag.
Heute hatte ich das erste Mal Kontakt zu einem geistig behinderten bzw. nicht altersgemäss entwickelten Jungen, ca. 7-8 Jahre alt. Er hatte einen braunen Pilzkopf, trug eine Jeans und ein graues Kapuzensweatshirt mit roten Streifen an den Ärmeln. An seinen Namen, den er mir nannte, kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Seine Seele ist auf einem Spielplatz gefangen, auf dem er umkam. Wie genau, das weiss ich nicht, aber ich spüre, dass es durch Fremdeinwirkung geschah. Als ich ihn entdeckte und bat, näher zu kommen, tat er dies, hocherfreut darüber, dass ihn jemand wahrnahm. Mit jedem Schritt, den er näher kam, wurde er erwachsener, bis mir schliesslich ein Mann um die Mitte 20 bis Anfang 30 gegenüber stand. Stämmig, mit Glatze, und doch weiterhin mit der Ausstrahlung eines Kindes. Fragt mich nicht warum, aber ich sah an mir herunter und bemerkte, dass ich eine weisse, aufgebauschte Bluse, einen schwarzen Pencil Skirt und schwarze Pumps trug. Es fehlte nur noch so eine Art Schmetterlinsgbrille auf meiner Nase und eine dieser Omabroschen *yuck* Wir versuchten, miteinander zu reden, doch irgendwie klappte das nicht so ganz. Er wollte unbedingt, dass ich ihm helfe, sich zu lösen, konnte aber das, was ich ihm zu vermitteln versuchte, nicht umsetzen. Als ich nach links und rechts schaute, bemerkte ich plötzlich, dass ich nicht mehr allein war. Eine Gruppe von 4-5 Leuten, männlich wie weiblich, stand um mich herum und versuchte ebenfalls, zu helfen bzw. zu vermitteln. Als der Junge, dessen Tod offenbar schon länger zurückliegt, merkte, dass wir ihm nicht helfen konnten - sowas klappt halt auch auf der Ebene nur, wenn beide mitarbeiten - wurde er unglaublich wütend. Er fing richtig an zu rasen, seine Gestalt änderte sich abermals und ehrlich gesagt, kann ich nicht wirklich wiedergeben, was er wurde, weil alles so schnell ging. Er wurde schwarz mit glühenden Augen und wollte sich auf mich stürzen, doch eine Frau aus der Gruppe sprang im letzten Moment vor mich und liess ihn an sich abprallen.
Dann wachte ich auf...

Montag, 16. April 2012

Filmstöckchen

*Doing*
Da traf mich das Stöckchen von Shan Dark, meiner Lieblingsdunkelbloggerin. Und zwar zum Thema Lieblingsbücher und -filme.
Generell sind Filme und DVDs derzeit ein heikles Thema bei mir, aber dazu irgendwann später einmal mehr.
Dennoch möchte ich mich der Ehre würdig erweisen, und ein wenig über seine Lieblingsschinken zu schwadronieren, hat ja auch was Schönes ♥

1. Welches Buch würdest du unbedingt weiter empfehlen und warum?



Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel.
Entweder man liebt oder man hasst es. Ein Zwischending gibt es kaum.
Eine Freundin drückte es mir vor langer Zeit in die Hand und bat mich, es zu lesen, sie hätte gerne meine Meinung. Da wurde ich neugierig. Die ersten 60 Seiten schwubberten so lau vor sich hin, nett, aber unspektakulär, dachte ich noch. Aber dann gings richtig los, und je weiter ich in dem Buch vordrang, desto mehr fragte ich mich, ob das nun alles Realität oder Fiktion ist. Den Knallerabschluss bildete für mich das Interview im Anhang, aber mehr möchte ich nicht verraten. Seither habe ich das Buch immer wieder empfohlen, weil mich interessiert, was die Leute davon halten. Es ist erstaunlich, welch vielfältige Aspekte in den anschliessenden Diskussionen auftauchen.
Schiffbruch mit Tiger polarisiert.
Und genau deshalb ist es so verdammt gut. 

 2. Welchen Film sollte man unbedingt mal gesehen haben und warum?

Talking to Heaven mit Ted Danson und Meryl Steenburgen.
Hä? Mit wem?
Ja, es sind nicht gerade die bekanntesten Schauspieler, dafür machen sie ihre Sache verdammt gut.
Es ist eigentlich kein ganzer Film, sondern ein Zweiteiler mit je 1,5 Stunden. Er kommt nur sehr selten im TV, und auf DVD ist er nur in Englisch erhältlich. Der Film basiert auf dem Leben des amerikanischen Mediums James van Praagh, der auf Grund seiner Begabung sogar mit dem FBI in diversen Mordfällen zusammenarbeitet. JvP ist recht umstritten, da er zum Einen durchaus unerklärliche Treffer landet, wenn es um Kontakte ins Jenseits geht, zum Anderen aber seine Fähigkeit so öffentlich ausschlachtet, dass dies von anderen Menschen seiner Begabung nicht gern gesehen wird. Zudem hat er nicht gerade ein glückliches Händchen mit Sitzungen im TV, die gehen meist daneben. Ich persönlich kann seine Art Antenne nachempfinden, und würde mich niemals in eine Talkshow hocken, um dann irgendwelche verstorbenen Familienmitglieder des Publikums anzuhören. So funktioniert das nicht, und schon gar nicht auf Knopfdruck.
Dennoch, dieser Film ist absolut sehenswert. Einfühlsam wird beleuchtet, wie JvP bereits als kleiner Junge diese Begabung hatte, sie aber zwecks Gesellschaftskonformität verdrängen musste. Erst Anfang 40, als Leiter einer mehr schlecht als recht laufenden Baufirma, holt ihn sein Können erneut ein, und er muss lernen, fortan damit zurecht zu kommen. Spannend wird es, als die Leichen mehrerer Jungen gefunden werden, und James Stück für Stück das Puzzle mit Hilfe einer FBI-Agentin zusammensetzen kann.
Ich honoriere diesen Zweiteiler deshalb mit den Worten "einfühlsam, ruhig, spannend, nachdenklich, warmherzig."

Forrest Gump mit Tom Hanks.
Den kennen wir ja mittlerweile alle. Trotzdem berührt mich die Geschichte des einfachen Jungen Gump aus den Südstaaten jedesmal aufs Neue. Sie ist ein wunderbares Beispiel dafür, wieviel man mit den einfachsten Mitteln im Leben erreichen kann, wenn man sich einfach nicht so viele Gedanken macht, von anderen abhalten oder von den Konjunktiven "hätte, könnte, sollte, würde" ausbremsen lässt. Ob wir es damit auch zum Shrimp- oder Computermillionär schaffen, sei dahin gestellt, dennoch denke ich in manchen Situationen immer an die Pralinenschachtel und sage mir "Denk nicht so viel drüber nach. Machs einfach." Und das sind dann meist die Dinge, die am besten gelingen.

3. Welcher war der schlechteste Film, den du dir je angesehen hast und was war daran so schlecht?

The House on Haunted Hill
Ehrlich Kinder, das war das erste Mal, dass ich mich so richtig ums Kinogeld geärgert habe und überlegte, den Saal noch vor Ende der Vorstellung zu verlassen. Vielleicht war ich damals auch einfach nicht in der richtigen Stimmung, für mich war die Handlung selbst mit Wohlwollen einfach absurd und nur auf typische Slasher-Horror-Szenen ausgerichtet. Mehr kann ich dazu nicht sagen, ich habe den Film sofort aus meinem Speicher gelöscht.

4. Wärst du in einem Film lieber Held oder Bösewicht?

Eher sowas dazwischen. Vielleicht eine Heldin mit gefährlichen Schattenseiten. Oder ein Bösewicht mit gutem Herzen. Das fände ich besonders spannend, was die Darstellung betrifft, da zerrissene Charaktere mehr Facetten besitzen, als nur die eine oder die andere.

5. Was ist dein liebstes Filmzitat/Buchzitat?

Natürlich das hier:
Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiss nie, was man kriegt.

Und erst gestern gehört, dabei vor Lachen von der Couch gefallen und nicht ganz ernst zu nehmen:
Die Augen sind die Nippel des Gesichts.

Da denkt mal drüber nach ;)

So und *schwupps* werfe ich dieses Stöckchen weiter an die liebe Mila und die gute Caro (auch wenn sie solche Stöckchen nicht mag, aber ich denke, dieses hier wird ihr vom Niveau her trotzdem gefallen) ♥

Freitag, 13. April 2012

Dienstag, 13. März 2012

Have a little faith in me

Auch für was Schönes muss auf einem Dunkelblog mal Platz sein. Ihr erinnert Euch noch an Coco, das Findelkind aus der Mülltonne mit dem verletzten Auge? Ich wollte Euch mal zeigen, wie gut sich der kleine Mann hier erholt hat und wie niedlich er aus der Wäsche gucken kann. Es zeigt sich mal wieder - es bedarf oft nicht vieler Dinge, meist nur ein wenig Zuwendung, Streicheleinheiten und Liebe (okay, und antibiotischer Augentropfen), um eine wunderbare Beziehung voller Vertrauen aufzubauen und zu pflegen *Betonpfeilerwink*.
Hier einer der goldigsten Schnappschüsse vom Hamsterbäckchen:



Freitag, 9. März 2012

Die selbst gezüchtete Gefahr

Seit 3 Uhr heissts hier - Licht an. Keine Ahnung warum, es ist fast wie letztes Jahr um die Zeit herum mit den Schlafstörungen, zumindest ein bissl. Das Hamsterbäckchen empfing mich im Wohnzimmer mit lautem Gemotze, denn um diese Zeit ist es Misjö gewohnt, die Party allein zu feiern, und Aljoscha schläft den Schlaf der Gerechten. Recht hat er.
Von daher hab ich die letzten zwei Stunden mal ein wenig genutzt, einige hmmm nennen wir es "alte Bekannte" aus der *hust* (Vor-)Hochzeitsphase via Internet abzuklappern. Bloggen, ja das ist schon was Feines. Hinz und Kunz können sich auf dieser Plattform inszenieren (und produzieren), egal wie nichtig es ist, was sie von sich geben. Herrlich. Okay, Zynismusmodus aus. Ich bin ja nun wirklich nicht diejenige, die da mit Steinen werfen sollte, meine Posts sind auch nicht ohne und lassen sicher den ein oder anderen die Stirn runzeln. Bei einem bestimmten Sachverhalt stellen sich mir jedoch die Nackenhaare so voller Graus auf, dass ich dem hier Ausdruck verleihen will:
Viele Damen von einst, die sich stringent schon seit frühester Kindheit den Plan "Bissl arbeiten-Heiraten-Kind-Vielleicht noch eins-Dann nix mehr" zurechtgelegt hatten, haben diesen bisher ziemlich erfolgreich in die Tat umgesetzt und hocken nun mit dem mehr oder weniger frisch geschlüpften Nachwuchs daheim. So weit, so gut, jedem das Seine.
Irgendwann merken jene Mütter dann, dass "Kind" alleine sie nicht ausfüllt. Und irgendwie ist man ja auch sooo stolz auf die Sprösslinge, dass man sie der ganzen Welt zeigen will. Auch dieses Gefühl kann ich nachvollziehen. Jetzt setzen wir 1 und 1 zusammen und heraus kommt..?
Genau.
Ein Blog übers Kind.
Isch kriech Plack.
Zumindest wenn ich mir einen ganz bestimmten Blog anschaue.
Jene Dame nämlich hat vor einem guten Jahr ein kleines Mädchen auf die Welt gebracht, an dessen Stelle ich die Mutter schon allein für den Namen später auf Schmerzensgeld verklagen würde. Man kann sich ja über Geschmack streiten, nur sollte man immer bedenken, dass Namen eine gewisse Kraft besitzen und bestimmte Assoziationen beim Gegenüber wecken. Warum wohl sonst wird heute kaum mehr ein Kind Adolf getauft? Gut, dieses Kind hats dann doch etwas besser erwischt, allerdings würde ich mir als potentieller Arbeitgeber später denken "Uh da schwebt jetzt eine im weissen Wallekleidchen herein, schlägt ihre spirituellen Glöckchen und erzählt uns, wie schlecht der Energiefluss in unserer Firma ist, weil wir die Topfpflanze links und nicht rechts hingestellt haben." Aber bis dahin ists ja noch eine ganze Weile hin. Seis drum.
Mein persönlicher Aufreger ist dagegen das gezielte "Zur-Schau-Stellen" des Kindes. Da wird jeder Pups dokumentiert, jede volle Windel abfotografiert und wenn ein Zähnchen kommt, bitte schön sabbern.
Zugegeben, das ist jetzt stark übertrieben und mit einem gewissen Sarkasmus versehen, weil es eher in die Kategorie harmlos fällt. Was ich jedoch unverantwortlich finde, ist die gezielte Veröffentlichung diverser Fotos, auf denen das Gesicht komplett zu erkennen ist, egal ob nun eine Ganzkörperaufnahme im Faschingskostüm oder ein schlichtes Portrait. Zum Einen hat das Kind keinerlei Mitspracherecht, ob es so eine öffentliche Präsentation seiner Selbst überhaupt möchte. Ich kann mir da sehr gut vorstellen, dass es deswegen später, besonders in der Pubertät, zu massiven Streitigkeiten mit der Mutter kommen wird, denn was, wenn die lieben Klassenkameraden entdecken, was man einst für ein Zuckerschnütchen war? Wie süss man im Kostüm oder im Babybett ausgesehen hat? Wir wissen schliesslich alle, was heutzutage an Mobbing in unseren Schulen abgeht. Schnell das Foto von Windelfratz ausgedruckt und im "Social Network dissend gepostet" (hach, es lebe der Anglizismus). Das Kind ist in diesem Moment nicht mehr Kind, sondern nur noch ein Objekt, das aufgehübscht und präsentiert wird mit dem Ziel, von anderen für seinen kleinen Schatz Komplimente zu ergattern (was im Endeffekt wieder bedeutet, dass das Kind nur so süss ist, weil mans selber so ausstaffiert hat).
Also Fremdfishing for Compliments, weil man selber - knallhart formuliert - nichts anderes zu bieten hat.
Au.
Zum Anderen - und dieser Punkt lässt mir die Galle hochkochen - nimmt man mit einer derart öffentlichen Doku dem Kind, dem Menschen an sich, sein Recht auf jegliche Privatsphäre. Man verletzt dessen Würde, dessen Freiheit, selber zu entscheiden, ob und wie es/er sich wann und wo zeigen möchte. Man entreisst ihm virtuell den Nestschutz. Und fördert damit (unbewusst und ungewollt) reell die Gefahr, dass im Härtefall früher oder später gewisse Subjekte in der Umgebung auf den Plan gerufen werden, welche, entsprechend per Net auf das Zielobjekt eingeschossen, irgendwann mal am Kindergartenzaun stehend auf den Zwerg warten mit dem Spruch "Du bist doch XY, Deine Mama hat gesagt, ich soll Dich abholen, sie hat gerade keine Zeit. Ich hab Kaninchen daheim, ganz kleine, flauschige. Magst Du sie füttern?"
Ich kann so etwas wirklich nicht verstehen, zumal jene Damen sich zeitgleich mit Stolz geschwellter Brust den Stempel "Grösste Glucke der Welt" auf die Stirn klatschen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, mit geschützten Artikeln und Fotoalben Familie und Freunde an der Entwicklung des Nachwuchses teilhaben zu lassen. Dies erachte ich als verantwortungsvollen Umgang mit der Materie und mit der Würde des Kindes. Jegliches anderweitiges "Posieren" des Sprösslings nach dem Motto Welt-schau-her-was-mein-Kind-schon-wieder-kann/hat/macht, kommt nicht nur einer Degradierung des kleinen Menschen zum Püppchen bzw. Objekt gleich, sondern grenzt für mich schon an grobe Fahrlässigkeit und müsste meiner Meinung nach in Richtung Verletzung der Aufsichtspflicht neu definiert werden.
Mögen so Manche sich hier jetzt drüber aufregen und mich mit faulen Eiern bewerfen, ich bleib dabei. Lieber ein ungeschütztes Kinderfoto weniger im Netz und dafür mehr Respekt voreinander in der Realität.
Da haben Eltern wie Kinder auf Dauer mehr von.
Garantiert.

Montag, 5. März 2012

Paranoia lässt grüssen

Meine Lieben,

ehrlich - ich würde Euch so gerne mehr schreiben und bloggen, es gäbe wirklich reichlich interessante, lustige, dramatische und traurige Geschichten zu erzählen. Leider bin ich nicht davor gefeit, dass "der Feind" stets mitliest und sich eventuell an manchen Dingen aufhängt. Da bin ich dann doch mal ein wenig paranoider als sonst, weil ich auf sowas verständlicherweise keinen Bock habe. Und den Krampf mit geschützten Artikeln durch Passwort führe ich hier nicht ein, schliesslich stehe ich zu den Sachen, die ich verzapfe.
Das Trennungsjahr ist seit Mitte Januar vorbei und nun geht es in die "heisse" Phase. Viel kann ich derzeit nicht berichten, vielleicht später einmal. Auf jeden Fall möchte ich Euch folgenden Gedanken mitgeben, den der eine oder andere sicher schon einmal auch für sich hatte - man lernt einen Menschen erst dann richtig kennen, wenn man sich trennt...



(der muss sein)

Oh, aber einige schöne Sachen kann ich Euch doch berichten.
Vor Kurzem habe ich mir spontan ein neues Tattoo machen lassen, so ganz anders als sonst. Ja, Ihr könnt jetzt lachen - ich habe mir auf die Innenseite meines linken Oberarms einen kleinen Kawaii-Hamster stechen lassen, der mir fortan als steter Glücksbringer zu Seite stehen wird *freu*


Meine Versuche an der Nähmaschine werden immer besser und wir ersticken so langsam in vielen, lustigen Kuscheltieren. Zudem befinde ich mich gerade in meiner "Überall nur Häschen"-Phase (die stehen für Ruhe und innere Ausgeglichenheit).


Und das Tollste:
Anfang 2011 habe ich mir das Versprechen gegeben, dass ich, wenn das hier alles einigermassen überstanden ist, auf ne "einsame Insel" abhaue. Dieses Versprechen löse ich dieses Jahr nun tatsächlich ein. Aljoscha kann leider nicht mit *snüff*, dafür hat überraschend (und spontan, für Insider) mein zweiter bester Freund angefragt, ob er mitkommen dürfe. Die Sache ist fix und wir freuen uns wie zwei Schnitzel darauf. Wohin, wann und wie lange, das erzähle ich Euch, wenn es soweit bzw. schon rum ist. Paranoia, Ihr wisst ja.
Manchmal ist sie gar nicht so verkehrt.
Leider.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Heute schon kriminell gewesen?


Diesmal ein Beitrag, der uns alle angeht:



Was wäre, wenn Du auf Deinem Blog nicht mehr das schreiben dürftest, was Du möchtest?

Was wäre, wenn Du für das blosse Einbinden oder nur Erwähnen eines Links, Zitates oder gar Markennamens sofort straffällig, verklagt und verknackt würdest?

Was wäre, wenn Du gemäss des geplanten "3 Strikes - Prinzips" nach drei Verstössen automatisch vom Internet abgeschnitten würdest?




Was wäre, wenn man Dir die Hände fesselt und den Mund zunäht?




Bitte schau Dir folgendes Video aufmerksam an und mach all Deine Freunde, Bekannten und Verwandten auf das aufmerksam, was vor unser aller Augen unter dem ach so feinen Deckmäntelchen des Copyright-Schutzes wirklich vor sich geht:





Am 11.02.2012 sind weltweit Proteste und Demos geplant, Infos hierzu findest Du unter dem verlinkten Datum.

Tu was.

Jetzt.

Sonntag, 29. Januar 2012

The story goes on...

Heute Morgen erhielt ich eine schöne (Email)Überraschung zum Sonntag - demnächst wird wieder eine Kurzgeschichte von mir im Sphera Verlag erscheinen, diesmal in der Anthologie "Wesen des Schlafes und des Traums", und natürlich so, wie Ihr es von mir gewohnt seid - düster, vielleicht etwas grenzwertig und mit dem gewissen gruftigen "Etwas". Sobald das Veröffentlichungsdatum steht, werdet Ihr hier informiert.

Samstag, 28. Januar 2012

Deanna Troi

Wenn auch nur eine kurze Mitteilung, so möchte ich eine Erfahrung für heute doch festhalten - empfänglich für die Gefühle und Launen anderer zu sein ist manchmal einfach nur ein verdammter Fluch. Wenn es sich so anfühlt, wie man als Betazoid à la Counselor Deanna Troi durchs Leben geht, dann gebe ich umgehend meine Stellung auf der Brücke auf und flüchte mich hiermit aufs Holodeck.
Counselor Ende.
Wurscht, obs Picard passt oder nicht.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Mein Award von Mila ♥


Meine Lieblingsrockröhre Mila hat mir einen Award verliehen (hui)!

Danke schööööön


Die Regeln:

1. Verlinke die Person, von der Du den Award bekommen hast!
2. Liste 7 Dinge über Dich auf!
3. Vergebe den Award an 7 weitere Personen


7 Dinge über mich? Na dann *grübel*

1. Meine Haare sind mittlerweile nicht mehr rot, sondern dunkelviolett/aubergine.
2. Derzeit habe ich eine ausgeprägte Mal-, Näh- und Bastelphase
3. Ich mag zum Frühstück gern Käsebrötchen mit Erdbeermarmelade
4. Flohmärkte und Kruschläden sind mein Verhängnis
5. Ich wünsch mir jetzt schon sooo sehr den Frühling herbei
6. Wenns ginge, hätte ich hier nen ganzen Zoo in der Bude
7. Auch wenns mal schwer fällt - ich halte immer den Kopf hoch, sonst fällt das Krönchen runter



Und nun verleihe ich den Award an 7 weitere, tolle Blogger:

1. Carol Grayson
2. Svenja
3. Shan Dark
4. Teefan85
5. Newkidontheblog
6. Tialda
7. Pixella

Mila, Du kriegst von mir auch einen Specialaward, gerne in Muffingestalt, wenn wir uns mal wieder sehen


Montag, 23. Januar 2012

Glück - Wie wir es finden und bewahren

Beschwingt fallen die dicken Schneeflocken in kreiselnden Bahnen vom Himmel herab, gleiten langsam an der Fensterscheibe der Tram hinunter, in der ich sitze, um im bereits weiss gefärbten Boden der Strasse zu verschwinden. Es ist Samstag, 09:45 Uhr. Ich fahre in der noch spärlich besetzten Strassenbahn in Richtung Münchner Innenstadt, und geniesse die Ruhe, die das Schauspiel draussen ausstrahlt. Alles ist so hell, so dicht, so freundlich. Allmählich ruckelt die Tram durch die Au und das Glockenbachviertel, eine Strecke, die ich so gerne fahre. Überall so viele kleine Lädchen mit allerlei Tand und Kruschkram, Antiquitäten und selbstgenähten Kleidern, leckeren Cupcakes und herzhaften Backwaren. Es gibt so viel zu entdecken auf dieser Linie, und ich studiere aufmerksam die Inhalte und Namen der vorbeiziehenden Geschäftchen. In diesem Moment nehme ich mir fest vor, diese Strecke an einem folgenden Samstag zu Fuss abzulaufen, und alles, was sich mir bietet, optisch aufzusaugen. Wer weiss, vielleicht findet sich ja auch spontan ein kleiner Schatz?
Ich freue mich, diese Gegend für mich entdeckt zu haben.
Und genau da merke ich, dass ich glücklich bin.
Glücklich und zufrieden.
Ein Zustand, den ich lange vermisst und manchmal mehr, manchmal weniger schmerzlich gejagt habe.
Mit dem Glück ist es wie mit einem scheuen Reh. Erblickt man es auf der Wiese am Waldesrand und stürzt begeistert darauf zu, verschwindet es im Handumdrehen verschreckt im Dickicht. Setzt man sich aber schon einige Zeit vorher auf die Lichtung und verharrt in geduldiger Stille, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Reh sich an die Anwesenheit des Unbekannten gewöhnt und vielleicht auch ein Stückchen näher kommt, durchaus gegeben.
Neulich meinte meine Mama am Telefon, sie hätte nie Glück gehabt und immer für alles, was sie wollte, hart arbeiten und kämpfen müssen. Ich erwiderte, dass das auf der einen Seite durchaus stimmt, sie auf der anderen jedoch nicht vergessen sollte, dass bei aller Schufterei auch hier und dort einmal ein schöner Zufall seine Hand im Spiel hatte. Das war mal ein Anruf da oder ein "Richtige Zeit am richtigen Ort"-Moment dort. Glück bedeutet nicht unbedingt nur, einen Sechser im Lotto zu erwischen oder im Preisausschreiben sein Traumhaus zu gewinnen. Glück ist das, was man selbst als solches erachtet. Und, ganz wichtig - Glück unterliegt stets wie man selbst ständigem Wandel. Hätte man einen meiner Bekannten noch vor zwei Jahren gefragt, was ihn glücklich macht, er hätte sicher geantwortet "Ein gutes Konzert, ein super Abend mit Freunden". Jetzt würde er sich nichts sehnlicher wünschen, als seine Freundin Nana wieder in den Armen halten zu können, die vor 13 Tagen mit viel zu jungen 22 Jahren ihrer Krankheit erlag.



An dieser Stelle möchte ich Euch Nana, die uns alle mit ihrem Mut und ihrer Kraft unglaublich beeindruckt hat, kurz vorstellen und ihr Vermächtnis bei "Recover your smile" ans Herz legen, das krebskranken Frauen durch kostenlose Make-Up-Kurse mit anschliessender Foto-Session Mut machen soll, ihre weibliche Seite sowie ihre Schönheit wieder zu entdecken und sie voller Stolz zu zeigen:



Nana, Du hast in Deinem viel zu kurzen Leben mehr bewirkt, als manch Anderer mit 80 Jahren. Du hast Deine Spuren hinterlassen.
Und das macht Dich unsterblich in unserer aller Herzen.



Noch vor zwei Jahren hätte es mich glücklich gemacht, ein Leben mit meinem NM zu verbringen, vielleicht in einem kleinen biederen Reihenhäuschen mit den obligatorischen 1,2 Kindern, aber auf jeden Fall mit einem Hamster und einem Hund und/oder Kätzchen. Nun, zumindest dachte ich das damals. Denn nach Allem, was in der Zwischenzeit passiert ist, unterlag auch meine Vorstellung von Glück einer gewissen Radikalkur. Der Hamster, der ist mir geblieben, und jetzt, wo ich ihn habe, erfreue ich mich jeden Tag an seinem liebevollen, geduldig-braven Wesen (weiss jemand, was "umschmusen" bedeutet ☺ ?). Das Reihenhäuschen und den Nachwuchs, den habe ich (vorerst) strikt aus meinen Gedanken verbannt, denn ich habe erkannt, dass das einfach nicht mein Ding ist. Oder zumindest jetzt noch nicht. Was mich heute glücklich macht, sind die ganz kleinen Dinge im Leben, denen ich in meiner Ehe so sehr nachgejagt habe (man denke hierbei an das Reh), und die erst jetzt, wo ich mich löse, Schrittchen für Schrittchen in mein Leben treten. Ich bin nun wahrlich nicht der Typ, der sich von irgendwelchen Ratgeberbüchern beeindrucken lässt, da sich Hinz und Kunz zu jedem Psychothema irgendeinen Dummfug aus den Fingern saugen können. Doch erst letzte Woche kam mir zufällig (?) in der Bibliothek ein Buch unter, das mich sofort wie ein Magnet anzog. Also lieh ich es aus. Es heisst "Wer dem Glück hinterher rennt, läuft daran vorbei" (von Russ Harris) und ist ein wunderbarer Orientierungsleitfaden zum Umdenken und vielleicht auch "Umleben". Beleuchtet wird darin, dass der Mensch von Haus aus kein Glücksbärchi ist, das im normalen Alltag mit Tulpen im Po über eine Zuckerwattewiese hüpft, sondern vielmehr zu gut 80% von negativen Gedanken und Sorgen geprägt ist Diese These begründet Harris mit unserer Evolution. Schon der frühe Steinzeitler (von denen es auch heute noch genügend gibt, aber das ist wieder ein anderes Thema) erfreute sich nicht lange am frisch erlegten Wild, sondern schlug sich relativ schnell mit neuen Sorgen herum "Wie lange wird der Vorrat wohl halten? Wann erlege ich wieder etwas? Wie bringe ich meine Familie, meinen Stamm die nächste Zeit über die Runden?". Als ich das las, machte es bei mir "Klick":
Es ist nichts daran verkehrt, negative Gedanken in sich zu tragen, und noch weniger, sie auch zuzulassen. Nur unsere heutige "Höherschnellerweiterspasshochzehn"-Gesellschaft impft uns Tag für Tag ein, dass mit uns etwas nicht stimmt, wenn wir nicht den lieben, langen Tag nonstop das Glücksbärchen geben, und wir das dann schnellstens behandeln lassen sollten. Was für ein Mumpitz! Ich zumindest kann von mir behaupten, dass allein die ersten 100 Seiten für mich mehr Aha-Effekte mit positivem Einfluss hatten, als alle Ratschläge in meinem ganzen bisherigen Leben, weshalb ich Euch diese Lektüre sehr ans Herz lege.
Fragt Ihr mich heute nach meiner Vorstellung von Glück, so sind es mittlerweile Kleinigkeiten, die grosses Potential für mich besitzen. Ein Picknick auf einem Feld an einem schönen Sommertag zum Beispiel. Die liebevolle Geste von Aljoscha, als er ein Stückchen seiner Pizza Regina, von der ich probieren wollte, extra mit Champignons von seinem Eck pimpte, weil auf meinem keine drauf waren. Das Basteln und Werkeln an meiner neuen Nähmaschine, die mir soviel Freude bereitet, auch wenn nur Übung den Meister macht und meine bisherigen Kreationen noch etwas, hmmm sagen wir "knautschig" aussehen. Die Gewissheit, meine eigene Herrin zu sein und das anziehen zu können, was mir gefällt, ohne mich für meinen eher sportlichen, nicht allzu ladyliken Baggypantsstyle kritisieren lassen zu müssen (ich habs mit Röckchen und Stiefelchen versucht, das ist einfach nicht meins und wirds nie sein, so what?).
Geliebt zu werden.
Gesund zu bleiben.
Und einfach nur ich zu sein.
Auch, wenns manchmal noch ein wenig schwer fällt.
Glück findet sich in so vielen Dingen.
Man muss sich einfach nur mal hinhocken, alle bisherigen Muster loslassen und natürlich ein wenig Geduld investieren.
Denn genau dann, wenn man schon nicht mehr damit rechnet, klopft es ganz leise an Eure Tür.