Samstag, 31. Dezember 2011

A New Year's Wish

A new year's wish
of warmth and peace,
of happiness and cheer.
And life's richest joys,
that increase
each day throughout the year.
(Unbekannt)

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch hinüber nach 2012.
Auf dass es denen, für die 2011 ein gutes Jahr war, noch besser gehen möge, und sich jene, die 2011 schwer geprüft wurden, im neuen Jahr wie Phönix aus der Asche erheben.



Freitag, 16. Dezember 2011

Konsumierst Du noch oder lebst Du schon?

"Weihnachten wird unterm Baum entschieden".
Wer kennt sie nicht, die diesjährige Saisonwerbung von Media Markt, in der uns abwechselnd hysterische Kinder durch die Linse anschreien und sich affenhaft brüllende Männer ob ihres neuen Flatscreen-Plasma-Fernsehers lustvoll auf ihre Gattin stürzen, während der Rest der Familie krakelend über der grauenhaft gemetzelten Weihnachtsgans hängt?
Auf den ersten Blick fand ich die Werbekampagne witzig, doch umgehend meldete sich das Hinterstübchen "Moment mal. Das ist ja schon fast geschmacklos." Und je mehr ich drüber nachdachte, desto mehr erhärtete sich mein Eindruck. Diese Werbung soll polarisieren, und das hat sie auch geschafft. Gerade eben beriet sich der Deutsche Werberat darüber, ob hier eine offizielle Rüge an den Elektroriesen ausgesprochen werden soll, da man sich nicht sicher war, ob durch die Kampagne religiöse Gefühle verletzt würden. Man kam zu dem Schluss, nö, Rüge ist nicht nötig. Mal ehrlich, was hätte sie auch gebracht? Das ist wie eine erste Mahnung, weil man vergessen hat, seine Rechnung zu bezahlen.
Allerdings - so ganz dumm ist der Ansatz des Rates nicht. Denn tatsächlich ist diese Kampagne hintergründiger, als sie zunächst scheint. Ein wohl sehr zynischer Kopf muss sich hinter jener Zeile verbergen. Wahrscheinlich einer, der entweder sowieso nicht viel mit der Geschenkeschlacht am 24ten am Hut hat, weil er allein daheim im Unterhemd Abend für Abend seine Katze rasiert, oder jemand, der mit fünf Kindern gesegnet angesichts der stets utopischer (und teurer) werdenden Wünsche ein schmerzvolles Lied über seinen leeren Geldbeutel singen kann. Oder jemand, der einfach generell die Nase voll vom Konsumterror hat. So wie ich.
"Weihnachten wird unterm Baum entschieden." Dieser Satz ist für mich DER Stempel für unsere heutige Gesellschaft. Religionsverletzungen, nein, die entdecke ich hier ebenfalls nicht. Dafür aber eine, nein sogar zwei Wahrheiten, die umso mehr ins Fleisch des Gewissens schneiden Was ist denn heute noch Weihnachten? Jeder freut sich wochenlang auf die Christkindlmärkte und Glühweine, den Schnee und die gebrannten Maroni, die festlich gedeckte Tafel und das idyllische Zusammensein im kerzenbeschienenen Kreise der Liebsten, während Demis Roussos heilige Liedchen schmettert. Wieso machen wir uns Jahr für Jahr was vor? SO tritt das bei den Wenigsten ein. In Wahrheit ist Weihnachten gerade wegen dem Zusammentreffen derart vieler Familienmitglieder auf engstem Raum die Aggressionszeit Numero Uno, und die Scheidungsanwälte reiben sich unter der karibischen Palme in wilder Vorfreude die Hände, weil sie wissen - ab dem 27ten klingelt es in der Kanzlei Sturm und die alleinstehende Frau Hille aus dem Vorzimmer hat sich sowieso zum Dienst zwischen den Jahren bereit erklärt (ihre Katze ist übrigens dauerrasiert). Wir alle wollen, dass es Weihnachten um uns geht, unsere Familie, unsere Gefühle füreinander. An der Oberfläche. Unten drunter, da brodelt es, und gerade die Kiddies können noch nicht einordnen, dass Tante Gerti ihnen die heissersehnte X-Box nicht deswegen schenkt, weil sie sie so unheimlich lieb hat, sondern weil sie der Mutter bzw. eigenen Schwester eins auswischen will für deren Kritik an Gertis drittklassigem Essen an ihrem Geburtstag letzten Sommer. Schenkt Mutti nämlich nur nen Bagger, na ratet mal, wer ab sofort bei Junior die besseren Karten hat und in den nächsten Wochen stets lobhudelnd von der Brut erwähnt wird?
Genau.
Der Werbemensch hat etwas auf den Tisch bzw. in die Medien gebracht, was endlich mal gesagt werden musste. Etwas, das zeigt, worum es Weihnachten mittlerweile wirklich geht. Leider.
Weihnachten, das ist Krieg!
Es geht um Macht.
Mal in kleinen, mal in grösseren Dosen.
Die Geschenke sind dabei das Napalm der lieben Verwandschaft.
Und das kann nun wirklich nicht der ursprüngliche Sinn des Festes gewesen sein.
Mir persönlich quoll mein Konsumtoleranzfass heute Morgen über, als ich zufällig seit circa einem Jahr wieder mal eine gewisse Stylingzeitschrift in die Hände bekam und zuerst amüsiert, dann schockiert durchblätterte. Seit Ewigkeiten gebe ich mich diesem ganzen "Musst-Du-haben"-Schwachsinn nicht mehr hin, trage das, was mir gefällt und mache meinen eigenen Instyle (Achtung - Wink ☺ ). Was da versucht wird, Otto Normalfrau alles unter die Kappe zu jubeln, ist der helle Wahnsinn. Und wer sich dann im Vergleich zu diesen und jenen Modetips mal die Chefredakteurin des Magazins anschaut, der muss schon recht schwer von Begriff sein, um eine gewisse Komik nicht zu erkennen. Wer bitte, lässt sich von einem dermassenen - oftmals ungeschminkten oder auch geschminkt einfach nicht wirkenden - Gesichtsgünther Mode- und Beautyratschläge erteilen, wenn jener sie (derart vielen Fotos zur Folge) offenbar selber nicht beherzigt und daher kommt wie die Vogelscheuche aus der Zauberer von Oz? Und ja, das ist jetzt sehr gemein - hochgeschlafen kann sie sich einfach nicht haben. Oder etwa doch? Dann war da aber jemand sehr verzweifelt, doch lassen wir das.
Egal, weshalb sie ihre Position hat, ihre Botschaften kann ich aus eben genannten Gründen einfach nicht (mehr) ernst nehmen. Ob nun zur Weihnachtszeit oder generell das ganze Jahr über.
Und da ich mir denke, dass hinter allen Konsumgehirnwäschen per Plakat, Litfasssäule, Werbespot und Co. derartige Nacktmulle stecken, lasse ich mir einfach nichts mehr aufdrücken. Zu Weihnachten, da wird der Kamin angeschmissen, ferngeschaut und bei Wienerle und Kartoffelsalat der neueste Klatsch und Tratsch ausgetauscht, bei vorhandenem Schnee auch mal mit dem Hund draussen gespielt. Sollte es tatsächlich ein Geschenk geben, dann nur ein kleines und zwar eines, das von Herzen kommt.
Das ist es, worauf es wirklich ankommt.
Das ist es, was Leben wirklich ausmacht.
Konkurrenzschenker und Geschenkekonkurrenten können mir einfach nur Leid tun.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Besuch von Meister Eder

Man solls ja nicht für möglich halten. Es gibt auch nette "Besuche" von drüben...
Heute Nacht - ja Ihr dürft jetzt alle lachen - klopfte Gustl Bayrhammer an meine mentale Tür, einfach so, um einen kleinen Schwatz zu halten. Naja, ehrlich gesagt vielmehr, weil er über seinen Tod bzw. seinen Herzinfarkt sprechen wollte. Wie er sich in dem Moment gefühlt hat usw. Ich hab einfach nur zugehört, denn was medizinisches Fachwissen in Bezug auf Myokardinfarkt und Co. angeht, bin ich nun einmal absolut blank. Das schien Herrn B. aber nicht zu stören, und so plauderte er einfach in seiner typisch urbayerischen Art weiter daher, um sich irgendwann wieder freundlich zu verabschieden
Ein wirklich sehr angenehmer Charakter.
Und endlich mal ein wirklich angenehmer Besuch.


Montag, 5. Dezember 2011

X-Man Meeting - (M)Ein Jahresrückblick

Irgendwie gibt es soviel zu erzählen, dass ich nicht weiss, wo anfangen. Vielleicht wärs gar nicht schlecht, zum langsamen Jahresausklang sämtliche Ereignisse mal Revue passieren zu lassen. Anlass hierfür ist mein NM, der mir - irgendwann musste es ja kommen - neulich zufällig über den Weg lief. München ist ja nicht gross genug. Er hat mich nicht bemerkt, wodurch es mir möglich war, ihm und seinen Begleitungen einen interessierten, langen Blick zu widmen. Ja, zugegeben, neugierig bin ich ja schon ☺ Mein Fazit aus dieser kleinen Beinahe-Begegnung ist nun folgender Jahresrückblick:

Ein Käfig(loch), aus dem ich mich befreite und der alles andere als golden war (wenns wenigstens das gewesen wäre -.-).
Innerhalb von nur vier Tagen eine neue, bezahlbare, tolle Wohnung mit Garten mitten in München (normalerweise ein Ding der Unmöglichkeit).
Abenteuerliche Vorkommnisse beim Möbelkauf (Möbelkauf ist Krieg!).
Erschreckende Erkenntnisse, wie tief eine Person blicken lassen und somit sinken kann.
Grosser Nachholbedarf in Sachen Freiheit (Weggehen, Männer, so manche kleine bis mittlere Katastrophe, über die ich mittlerweile amüsiert schmunzeln kann).
Selbstreflexion, schonungslos und nicht zu knapp (und noch lange nicht am Ende).
Das grosse Flupp (gesundheitlich und so).
Mein heissgeliebter Hamstermann, der mir gezeigt hat, wie sehr ich ein Tierchen in meinem Leben vermisst habe (siehe Käfig Punkt Eins) - nie wieder ohne Hamster!
Gewichtsschwankungen durch Stress und Co. (runter, rauf, runter, rauf - mittlerweile wieder gut eingependelt).
Blut, das immer dicker als Wasser ist. Immer (thanx to my parents) ♥
Und das Highlight für dieses Jahr:
Meine Freunde und mein Freund (ja, lange hab ich die Klappe gehalten, gleich mehr dazu).

Es sagt viel über einen Charakter aus, wenn man sich - vielleicht aus Einsamkeit, meiner Meinung nach aber eher aus schlichter Bequemlichkeit - nun erneut mit Menschen umgibt, die für mich nicht nur ebenso charakterlich bedenklich sind (gleich und gleich gesellt sich schliesslich gern), sondern über die "man" auch in der Endphase des gemeinsamen Beisammenseins nicht wirklich gute Worte über hatte. In meinen Augen sehr unfein, vielleicht aber auch schlicht bedauerlich.

Mir wurde versucht zu vermitteln, was ich für ein schlechter Mensch sei (ich nenns Kind einfach mal direkt beim Namen). Nun, ich habe dieses Jahr komplett wieder bei Null angefangen. In jeglicher Hinsicht. Und trotzdem nenne ich nun derart viele neue, vor Allem aber hochkarätige Freunde mein eigen, wie ich sie mir nie hätte erträumen lassen. So schlecht kann ich also doch nicht sein. Und weil sie mir so geholfen haben, sollen sie alle an dieser Stelle erwähnt werden:

Da wären - natürlich an erster Stelle und als Spezialpunkt - meine Eltern, die immer hinter mir stehen, egal was passiert, und die mir helfen, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herz bin ♥

Da wäre Christian 1, der mir ein Obdach gewährte, als ich es brauchte, der mit mir meine Pflanzen rettete, mir einen Tisch lieh, als ich keinen hatte, und der mir half, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herz bin ♥

Da wäre Christian 2, der beim Weggehen über einen kleinen Kampfzwerg stolperte und mir dadurch fast vor die Füsse fiel, der mir handwerklich soviel beim Aufbau der Wohnung half, der mit mir zusammen 1:1 durch alle Höhen fliegt und durch alle (Un-)Tiefen einer solchen (manchmal leidvollen) Erfahrung watet, der nun mein mir liebster Freund ist und der mir half, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herz bin ♥

Da wäre Mellie, die nur eine Woche nach meinem Einzug in die neue Wohnung ein ähnliches Schicksal erlitt, praktisch obdachlos wurde und mit der ich über Wochen hinweg eine Wohnung teilte, in der nur Kartons standen, deren Küche nicht nutzbar war und in der das Bett aus einer Doppelluftmatratze bestand (die uns manch kalten Hintern bescherte). Dieser Zusammenhalt hat uns so zusammengeschweisst, dass ich sie nun meine mir liebste Freundin nennen darf, die mir half, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin. Gemeinsam gegen den Rest der Welt ♥

Da wäre Domi, den ich zufällig (und recht frech) übers Internet kennengelernt habe, mit dem ich die Nächte durchmachen kann, sei es mit Essen, Trinken und eeeeendlosen (ich meine eeeendlosen) Diskussionen, sei es mit streiten (wobei wir da endlich den Bogen gekriegt haben), sei es mit abhotten bis in der Früh und mit dem abschliessenden Verzehr eines Burgers um 6 Uhr am Morgen, der mich "spontan"☺ zu einem Wochenende in Wien mitnahm, der mir erst neulich sagte, dass ich das Schönste sei, was ihm dieses Jahr passiert ist, der nun mein zweiter mir liebster Freund ist und der mir half, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin ♥

Da wären Christiane und Alexander, die ich zufällig wegen einer gemeinsamen Vorliebe für Ben & Jerry's im Internet kennengelernt habe, die mich sofort in ihre grossen Herzen schlossen, mich aus meinem Mauseloch rauslockten und die mir halfen, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin (ich faule Nuss muss mich da mal wieder melden) ♥

Da wären... noch so viele, die alle erwähnt werden müssten, weil sie mir alle dieses Jahr auf die eine oder andere Weise beigestanden haben und die mir halfen, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin (ich habe Euch nicht vergessen, Ihr alle seid einfach wundervoll) ♥

Und da wäre noch Aljoscha, der zunächst "nur" ein Kumpel war und der vor Kurzem zusammen mit mir erkennen musste, dass man sich noch so oft sagen kann, dass man nicht will bzw. erstmal das Singleleben geniessen möchte - wenn der Blitz einschlägt, dann meist dann, wenn man eigentlich so richtig die Nase voll hat. Der mir zeigt, dass eine Beziehung so sein kann, wie ich sie mir immer gewünscht habe - nämlich gesund und normal. Der mit mir zusammen kocht und anschliessend auch aufräumt (ich kenn das gar nicht), der mit mir das Nachtleben unsicher macht, der mit mir ins Kino geht, der mich in den Arm nimmt, ohne dass ich etwas sagen muss, der mit mir zum All U Can Eat Running Sushi geht, der mich fragt, was ich mir zum Geburtstag wünsche (wie gesagt, der überhaupt fragt, der sich Gedanken macht, und nicht sagt "Nein, das kriegst Du nicht!" - "Aba... ich wünsch es mir doch so sehr..." - "Nein, das kriegst Du nicht, dafür geb ich mein Geld nicht aus, wünsch Dir was Anderes." oder "Bestell Dir einfach was und gib mir die Rechnung.", während ich mir für denjenigen welchen nen Wolf nach chicen, teuren Lederhandschuhen gesucht habe, weil die eigenen verbummelt wurden. Ein Kommentar zu einer gewissen Herz- und Lieblosigkeit diesbezüglich erübrigt sich -.-). Der mir Ruhe schenkt und gleichzeitig mit mir Wildpferde stiehlt. Der mich zum lachen bringt und mich glücklich macht. Und und und... der mir hilft, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin ♥

Von ganzem ♥en sage ich diesen Menschen DANKE für ihre Liebe, ihre Freundschaft und ihre Hilfe. 2011 war wirklich ein schlimmes Jahr. Ihr seid für mich da gewesen.
That's what friends are for.