Dienstag, 16. August 2011

Feuertraum, kühle Lippen


Nach einem Tag, den ich bisher eigentlich gerne vergessen würde (siehe den Spoofing Ärger im letzten Post), klingelte es gerade an der Tür. "Wat, schon wieder die Zeugen?", dachte ich mir stirnrunzelnd und tapste gen Wohnungseingang. Dort stand zu meiner Überraschung mein Nachbar. Er habe ein Päckchen gefunden, das an der Haustüre einfach abgelegt worden sei (danke an den Postboten fürs Nichtklingeln!!!), meinen Namen drauf gelesen und einfach mal mitgenommen.
Hä?
Watn dat?
Absender Sphera Verlag?
OOooOoOOOOOoooooooooooh...
Schnell gespannt bedankt, zurück inne Bude, Päckchen aufgerissen und nur noch gefreut, gefreut, gefreut. Was drin war, seht Ihr auf den Fotos.
Manchmal braucht man schöne Überraschungen so dringend wie die Blumen das Licht.
Danke geht hierbei nochmal an den Verlag (und die Müllmails, falls noch welche kommen, bitte einfach löschen, ja?)!



Sonntag, 7. August 2011

Und wo wir grad dabei sind...

...muss ich Euch gestehen, Euch etwas unterschlagen zu haben, was sich schon vor circa zwei Wochen zutrug, mich aber richtig alle gemacht hat. Vielleicht trägt das auch mit zu meiner derzeitigen Verfassung bei, oder meine Verfassung bedingt die Instabilität meines Schutzes, man kanns nun drehen und wenden, wie man will.
Viel weiss ich ehrlich gesagt nicht mehr, nur dass ich in jener besagten Nacht nen richtig fetten Kampf mit einem Herren der übleren Sorte ausfechten musste, bei dem ich mich sauber verkalkuliert hatte.
Hand aufs Herz, ich kann mich nicht mehr erinnern, wie es überhaupt passierte, dass wir aufeinander trafen, ich weiss nur noch, dass er hinter den Seelen kleiner Kinder her war und ich ihn verdammt nochmal daran hindern wollte, sie zu stehlen. Erstaunlicherweise war er für mich - sehr unüblich - komplett unsichtbar und trotzdem spürte ich seine Gegenwart. Er merkte, dass ich hinter ihm her war und tat das Einzige, was ihm übrig blieb. Er ging zum Angriff über.
Es war, als würde eine riesige Welle Luft über mich hinwegrollen, ich fühlte förmlich, wie sie auf mich zudonnerte wie ein Auto auf ein Reh auf der Fahrbahn, und gleich dem Reh schaffte ich es gebannt ob dieser Macht nicht, mich aus dem Staub zu machen. Was dann folgte, habe ich in meiner gesamten medialen Laufbahn so noch nicht erlebt. Ich schloss im Traum die Augen und konzentrierte mich aufs Fühlen. Er packte mich, wirbelte mich durch die Luft, rammte mir spitze Dinge in den Körper, schnitt mir zentimetertiefe Wunden und riss mir letzten Endes mit einem lauten "Ratsch" die rechte Hälfte meiner Kopfhaut ab, die danach noch an dünnen Hautfetzen heruntergeklappt im Wind baumelte. Das Blut floss mir in Strömen den Rücken herab und bedeckte mich mit seiner wohligen Wärme. Erst da, als ich am Boden lag, nahm er Gestalt an, drehte sich um und machte sich auf den Weg ins nächste Haus, aus dem ein kleines Kind weinen zu hören war. Ich sah, wie er hineinging und nur Sekunden später herrschte Stille. Mit letzter Kraft rappelte ich mich auf, blutend, zerfetzt wie er mich zurück gelassen hatte und lief ihm entgegen, als er das Haus wieder verließ. Fragt mich nicht, woher ich es auf einmal wusste, aber ich schrie ihn auf Englisch an "Peter, what have you done? Why are you doing this?!" Und er, dunkel gekleidet und mit einer weissen Glatze versehen, liess mich für einen Moment hinter sein anderweltliches Äusseres blicken. Ich erkannte einen kleinen, leicht untersetzten Mann mit einem schwarzen Pferdeschwanz, Brille und Doppelkinn, schlecht rasiert obendrein, der mich nur anblickte und sagte "Because it's my job."
Danach wachte ich schweissgebadet auf.
Einen Reim auf diesen Traum kann ich mir bis heute nicht machen. Einige Details habe ich vorsichtshalber auch weggelassen, weil ich nicht weiss, ob sie veröffentlicht werden sollten, zu meinem Schutz und vielleicht auch Eurem. Mir ist bekannt, womit er mich so schwer verletzt hat, doch woher ich seinen Namen wusste und die Tatsache, dass ich Englisch mit ihm sprechen musste, ist mir ein Rätsel.
Eines weiss ich jedoch ganz sicher - das nächste Mal spiel ich nicht mehr so unbedacht den Helden.
Nicht mal im Traum.