Dienstag, 28. Juni 2011

Hallo Universum, hier ist Emily

Gestern sagte mir eine sehr kluge Bekannte etwas, das mich seitdem immens beschäftigt und - auch wenns mir fast ein wenig peinlich ist - irgendwie überzeugt hat. In der letzten Zeit konnte ich mir nahezu todsicher sein, dass das, was ich definitiv nicht wollte, immer eintraf.

Meine Prämissen bei Männern beispielsweise sind, dass sie
1) nicht mehr in irgendeiner Art und Weise bei Mama unterm Dach leben (egal ob Kinderzimmer oder Einliegerwohnung, also bitte)
2) nicht mehr als 100 km von mir entfernt wohnen, solche Wochenendkisten sind einfach nicht meins
3) keine starken Raucher sind (und zwar so, dass man das Nikotin von den Wänden kratzen kann).
In wen verliebte ich mich und gab mein Ja-Wort?
Bingo.

Als ich nach Beendigung meiner Ehe meinen Exfreund kennenlernte, sagte ich wieder "Also Punkt 1,2,3 kommen mir auf keinen Fall mehr in die Tüte, jetzt zieh ichs durch, ich will das nicht mehr."
Was bekam ich?
Tjahaaaa... okay er war kein starker, sondern nur leichter Raucher, der Rest aber passte wieder wie der sprichwörtliche Po auf Eimer. Und ich fragte mich nur, ob mich da oben vielleicht jemand ganz kräftig verscheissern will..?

Nachdem nun das auch nicht klappte, aber Gott sei Dank nicht ganz so schlimm war wie befürchtet, war meine definitive, unumstössliche Aussage "I mog nimma, Männer bleibt mir vom Frack, ich hab die Nase gestrichen voll."
Und was ist?
Sie rennen mir die Bude ein!
Gehe ich weg und stell mich mit meiner Pepsi an die Tanzfläche, um in "Ruhe" meine Musik in voller Lautstärke zu geniessen, kann ich die Sekunden abzählen, bis mich wieder einer anspricht. Es gibt mittlerweile auch durchaus Herren, die sich richtig Mühe geben und mir mehr als klar gesagt haben, dass sie auf eine Chance bei mir hoffen.
Und ich?
Ich steh blöd da und guck nur wien Eichhörnchen.

Wieso ist das so, dass man dann immer am begehrtesten ist, wenn man nicht will?
Dass man immer genau DAS bekommt, was man nicht möchte?
Gestern eben fragte mich diese kluge Frau, die ich sehr schätze, ob ich von Bärbel Mohr "Bestellungen beim Universum" gelesen hätte. Ich verzog ein wenig den Mund und meinte, naja kennen tu ichs, aber lesen war bisher nicht drin.
Wir redeten über meine derzeitige Situation und eben all die Dinge, die soeben aufgezählt wurden. Da meinte sie, es sei doch logisch, dass das alles so passiert sei, denn das Universum verstehe kein "nein".
Wie, kein "nein"?, fragte ich. Soll das etwa heissen, dass statt "Ich will jetzt nicht!" das allwissende Universum "Ich will jetzt!" draus gemacht hat?
Genau dies, war ihre Antwort.
Moment, sag ich verdattert, dann bedeutet das ja auch, dass ich mir genau die drei Punkte, die mir ein Grauen sind, geradezu selber "hinprogrammiert" habe?
Genau das, war wieder ihre Antwort.

Ehrlich, da kam ich ins Grübeln. Weil auffallend sind diese Dinge ja schon irgendwie. Ob es nun das Universum ist oder schlichtweg eine Art sich selbst erfüllende Prophezeihung, Fakt ist, es stimmt. Und funktioniert. Ich könnte jetzt, im Nachhinein betrachtet, noch zig andere Sachen aufführen, die genau so gelaufen sind. Oder eintraten, weil ich fest daran geglaubt habe. Das, meinte meine Bekannte, sei nämlich der Schlüssel zum Ganzen - man müsse es fühlen, richtig tief drin, und nur feste daran glauben.

Ich hab mir jetzt vorgenommen, das mal bewusst auszuprobieren, und konzentriere mich derzeit immer dann, wenn ich Zeit und Lust habe, auf die Sachen, die ich mir wünsche. Ab und zu - wenn mich keiner sieht und hört - schick ich dann mein Wunschkonzert los.

Man darf gespannt sein, ob es funktioniert.
Ich werde Euch davon berichten.


Dienstag, 21. Juni 2011

Sei mein

Trag das Lachen auf dem Winde
Durch die Nacht, in weites Land,
Verzweiflung wallt, gleich einem Kinde,
das seine Eltern nie gekannt.

Lass Freude sein, wo Trauer wütet,
und zeige, welchen Weg zu gehn.
Wo einst in sanfter Hand behütet,
Nur Leid und Kummer ist zu sehn.

Erzähl die Sage, die vom Herzen,
handelt, welches nie vergisst.
Wo Sehnsucht geht einher mit Schmerzen,
und Neugier sich an Furcht bemisst.

Sei vorsichtig mit dem, was Dein
und reiss nicht ein der Narben Haut.
So Du es willst, dann sei auch mein.
Doch erst, wenn Stein auf Stein gebaut.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Und weiter gehts...

Freitag mit Freunden privat gefeiert.
Samstag die Nacht durchgetanzt.
Sonntag die Nacht durchgetanzt.
Montag gebowlt.
Dienstag gejoggt.
Mittwoch mit einem Freund und ner Flasche Wein den Blutmond gesucht (und nicht gefunden).
Heute mal Ruhe.
Bis auf das:


Dank geht hierbei an den Sperling Verlag





Sonntag, 12. Juni 2011

Der unsichtbare Dritte

Die Zeit mit ihm war wunderschön. Wenn er da war, fühlte ich mich sicher, verstanden, beschützt. Er hat es geschafft, mir nachts die Ruhe zu schenken, die ich so dringend brauchte. In den letzten Tagen war es, als würde ich den ganzen verlorenen Schlaf der letzten 34 Jahre nachholen. Und wenn es doch einmal passierte, wie erst kürzlich, dass wir beide gemeinsam beim DVD schauen auf der Couch einschliefen, er seinen Kopf auf meinen Schoss gekuschelt, und ich dann mal wieder mit rasendem Herzen und Schnappatmung hochschreckte, dann umarmte er mich noch fester und redete beruhigend auf mich ein, dass alles in Ordnung sei, er sei ja da und passe auf mich auf...
Er hat mir nicht nur das Gefühl gegeben, mich zu verstehen, sondern er hat mich tatsächlich verstanden. Er schreckte nicht davor zurück, sich demjenigen zu stellen, der mich seit jeher begleitet. Aber scheinbar hat auch diesmal wieder er gewonnen. Denn wenn ich im Nachhinein zurückblicke, entdecke ich nach und nach Kleinigkeiten, kurze Äusserungen oder Muster im Verhalten meines Exfreundes, die schon daraufhin deuteten, dass auch er so leicht nicht mit dieser Sache umgehen konnte. So fragte er mich bereits vor unserem Urlaub öfter mal, was ich wohl denke, wie es laufen würde, ob er sich ihm vielleicht sogar zeigen könnte. Das verneinte ich, denn wenn eine immer was auf den Deckel kriegt, dann bin das ich. Tja und so kam es auch tatsächlich eines Nachts, es muss wohl diese Woche Montag gewesen sein (genau betrachtet begann ab diesem Zeitpunkt auch der emotionale Rückzug meines Ex). Wir lagen aneinandergekuschelt im Bett, ich war kurz vorm einschlafen, als ich erneut hochschreckte. Er hatte mich angefasst, zum ersten Mal richtig angefasst, hatte meinen rechten Fuss oberhalb des Knöchels gepackt und dann dran gezogen. Es war kein hartes Rucken, eher spielerisch und mir war sofort klar, dass er mich lediglich neckend wissen lassen wollte, dass er immer noch da ist. Mein Ex fragte sofort, was los sei und warum ich ausgetreten habe.
Vielleicht hätte ich es ihm nicht erzählen sollen, vielleicht wäre dann alles anders verlaufen...
Aber was soll man machen?
Heute Nacht haben mein Ex und ich mental kommuniziert. Ich weiss nicht, wer es verursacht hat, er oder ich, es ist einfach geschehen. Ihr kennt sicher diese Szenen aus den Hollywoodfilmen, in denen der Hauptdarsteller durch eine Menschenmenge läuft und man nur ansatzweise sieht, wie ihn jemand streift. Genauso war es heute Nacht. Ich lief durch eine undefinierbare Menschenansammlung und plötzlich berührte mich jemand im Vorbeigehen an der rechten Seite. Ich nahm aus den Augenwinkeln ein Kapuzensweatshirt und eine übergrosse Tarnfleckenhose wahr. Sofort wusste ich, wer es war und drehte mich im Laufen um. Auch mein Ex hatte sich umgedreht und blickte mich mit einem unwahrscheinlich traurigen Blick an. Dann folgte eine Ausblende.
Vielleicht ist es für mich wirklich besser, allein zu bleiben, und sich nur ab und zu etwas Spaß zu gönnen. Er ist ein Miststück (und gerade diese Bezeichnung wird ihn sicher vergnüglich kichern lassen), das sich immer dann melden wird, wenn ernsthafte Konkurrenz ins Haus steht. Die Sache mit dem Anfassen war komplett neu und ich spürte den Druck seiner Hand noch den ganzen Tag darauf.
Wenn nun also schon mein Ex, der mehr über manche Dinge weiss als Andere, vor mir und ihm zurückweicht, indem er schlagartig seine Gefühle abschottet - wie gross sind dann wohl für mich die Chancen, jemals "normal" glücklich werden zu können...?


Freitag, 10. Juni 2011

Das kleine Stück vom Glück

Da wären wir wieder.
Drei M(a)usketiere, drei Freunde, drei Menschen mit einem ähnlichen Problem, das uns wurmt (oder wie ich es stets nenne - das Strickmuster ist gleich, nur die Farbe ist anders).
Viel möchte ich hier nicht schreiben über meinen Wurm, zumindest nicht jetzt, da es noch zu frisch ist. Aber so ganz ohne Eintrag geht es nicht, da ich das brauche, um mich zu sortieren.
Wieder einmal musste Vernunft über das Herz siegen.
Wieder einmal musste die Frau die Entscheidung treffen.
Und wieder einmal frage ich mich, warum ich mir das alles überhaupt antue.
Wir wollen alle nur ein kleines Stück vom (ganz grossen) Glück.
Irgendwo da draussen ist es, da bin ich mir sicher, nach wie vor.
Nur auf mich muss es jetzt erstmal eine Weile warten...


Donnerstag, 9. Juni 2011

Wenn der Kreis sich schliesst...


Vor einiger Zeit bildete ich mir ein, die beiden Final Fantasy Filme in mein DVD Regal stellen zu müssen. Besonders Advent Children hatte es mir dabei angetan. Zwar bin ich nicht gerade das, was man einen eingefleischten Spieler nennen kann (okay gut, ich spiel gar nicht), dennoch liebe ich gut gemachte Manga-, Anime- und Computerfilme. Leider blieb ich mit dieser Vorliebe relativ allein.
Ein paar Wochen ists nun her, da suchte ich in den Weiten des WWW nach einem Motiv für mein neues Tattoo, das mir als Schutz und auch Symbol für einen Teil meines Lebens dienen soll. Ich suchte einfach mal so rum nach den Stichwörtern "Wolf", "Tribal" und "Tattoo", und fand irgendwo bei Tante Guhgl ein Bild, das mir sofort den gewissen "Zong!" verpasste, den jeder kennt, der schon mal nach etwas ganz Bestimmten gesucht hat. Sofort abgespeichert und ausgedruckt, fand ich das Bild beim nächsten Suchen nicht mehr, egal, wie oft ich vor und zurück blätterte. Egal, die Sache war beschlossen, das Bild gespeichert, der Termin ausgemacht und schon lag ich auf der Liege. Einen Teil des Kunstwerks habe ich Euch ja bereits in Sneak Peak gezeigt.
Gestern nun fragte mich mein Freund, ob wir nicht mal wieder FF anschauen wollen und welchen Teil ich sehen möchte. Ich wählte FF VII. Nach circa zehn Minuten traf mich beinahe der Schlag - da war mein Tattoo! Dort! An der Rüstung von Cloud, dem Helden des Spiels. Mein Wolfskopf. Und nicht mal passionierte Spieler hatten bisher erkannt, welchen Ursprungs mein Tattoo war.
Ich weiss nicht... aber irgendwie find ich das richtig cool.


Donnerstag, 2. Juni 2011

Das verlorene Heim

Seit einigen Wochen steht mein Leben nicht mehr still und zieht mich mit aller Macht nach draussen. Witzigerweise flattern mir seit Kurzem immer wieder kleine oder grössere Gewinne ins Haus, entweder in Form von Freikarten für Konzerte oder freien Eintritt auf Parties oder wie gestern ne Buddel Wodka mit einigen Energydrinks garniert (welche von einem guten Freund und mir natürlich standesgemäss vernichtet wurden - ja, zu zweit, wir haben heute auch schon bisserl zu kämpfen). Oder es ergeben sich spontane Touren, mit denen man so überhaupt nicht gerechnet hat, und das sind meistens die besten.
Manchmal frage ich mich, ob ich je erwachsen werde. Und dann wiederum, ob man das jemals wirklich wird. Was heisst denn eigentlich erwachsen werden?
Ist man nur erwachsen, wenn man mit spätestens 30 verheiratet ist, ein Haus gebaut und bereits Kinder in die Welt gesetzt hat? Ist man erst dann erwachsen, wenn man den gesellschaftlichen Normen entspricht? Und wer zum Geier liegt die eigentlich fest?
Ich werde dieses Jahr 35 (schockschwere Not) und auch, wenns noch ne Runde bis dahin dauert, nehm ich das jetzt mal als Anlass, auf die letzten... sagen wir 12 Jahre zurück zu blicken. Was ich da sehe, sind viele gute Sachen, aber auch eine grosse, unschöne. Nein, damit meine ich nicht meine Ehe, denn auch, wenn sie gelaufen ist, wie sie so gelaufen ist, sehe ich sie nicht als Fehler an, sondern als Erfahrung. Wir alle machen Erfahrungen, unser ganzes Leben lang, sie sind das, was unseren Charakter formt.
Das Einzige, was ich mich frage, ist, wie ich mich jemals selber verlieren konnte. Oder ob die letzten 12 Jahre auch einfach irgendwie "dazu gehörten" und mich mit ihren Erfahrungen zu dem machen sollten, was ich jetzt bin. Letzten Samstag, da hatte ich in einer Rockdisse einen dieser superklaren Momente und es schoss mir siedend heiss wie schmerzhaft durch den Kopf "Du hast mindestens zehn Jahre Deines Lebens verschenkt."
Ja, nicht so doll.
Aber besser ne späte Einsicht als gar keine.
Ich war, bin und werde immer eine Metalbraut mit kräftigen Grufteinschlägen sein. Vorbei die Zeiten, in denen ich mich in knappe Tops in rosa und türkis (wuach!) gezwängt und zu irgendwelcher Shakalakamusik bieder verklemmte Bankangestellte angeschmachtet habe. Vorbei auch die Zeiten, in denen ich mich auf die Couch zwingen liess, weil ich dachte, so müsse man sich nun einmal verhalten, wenn man "erwachsen" ist. Vorbei die Zeiten, in denen ich meine Musik nicht hören durfte, da als nervig empfungen. Metal ist mein Leben, Goth ist mein Leben, ich liebe es düster, bin von dunklen Gestalten umgeben und fühle mich damit richtig wohl (naja abgesehen vom Letzteren, aber ohne is einfach nimmer).
Zwölf Jahre lang hatte ich mein Zuhause verloren und irrte orientierungslos umher, interessierte mich für Mode und Schmuck, darum, was "in" ist und was man "haben muss", Dinge, die mir heute nichts mehr bedeuten. Endlich habe ich zurück gefunden und kümmere mich nicht mehr darum, ob etwas erwachsen ist oder wie ich mich verhalten sollte. Es scheint zu fruchten, nicht umsonst wurde ich letzte Woche auf 23 geschätzt und musste zum Beweis sogar meinen Ausweis zeigen (juhu!).
Lasst Euch nie im Leben zu etwas bringen, was Ihr nicht tun wollt. Seid Euch und dem, was Ihr wollt und mögt, immer treu. Dieser Spruch ist zwar so platt wie alt, und doch hat er an seinem Wahrheitsgehalt bis heute nichts eingebüsst. Sich selbst zu verlieren ist letztlich gleichbedeutend damit, seine Identität und somit sein (seelisches) Zuhause zu verlieren.
Passt bitte immer gut auf das Eurige auf.