Montag, 25. April 2011

Der Fehler in der Matrix

Manchmal gibt es Situationen, in denen man sich fragt, ob man allmählich den Verstand verliert oder sich jemand, den man nicht sieht, mal wieder einen Riesenspaß mit Einem selber erlaubt.
Tante Gothi stand neulich Abend in der Küche, ein Freund hatte sich zum Abendessen angekündigt. Na, dacht ich mir, da mach ich doch meine Speziallasagne mit viel Käse, nach jeder Plattenschicht ne Lage *schleck* Entsprechend hatte ich zwei Tüten geriebenen Käse besorgt. Eine war schon leer, die zweite hatte ich so gut eingeteilt, dass eine schöne Menge für die oberste Schicht über geblieben war. Da ich die letzte Schicht Fleisch noch verteilen musste, nahm ich den Rest Käse und legte ihn rechts neben den Herd. Prima, freute ich mich, das wird super. Also strich ich die letzte Schicht Hackfleisch drauf, verteilte sie regelmässig, griff rechts nach der Tüte... weg!
Die Tüte war nicht mehr da!
Ich hab gedacht, ich hab sie vielleicht aus Versehen anstelle der ersten, leeren Tüte weggeschmissen, aber nö, nix im Eimer.
Ich hab die ganze verdammte Küche nach diesem Käse abgesucht, er war wie vom Erdboden verschluckt!
Scheisse, dachte ich mir, was mach ich den jetzt nur, einkaufen brauch ich nicht mehr, ist schon kurz vor 20 Uhr und der Besuch steht auch gleich vor der Tür. In meiner Not hatte ich einen Geistesblitz und dankte mir selber, zwei Tage vorher noch einen leckeren irischen Cheddar in Scheiben eingekauft zu haben. Auch wenn ich den lieber aufm Brötchen gehabt hätte, der musste jetzt dran glauben. Akribisch schnitt ich also die Scheiben klein, verstreute sie auf der Lasagne und war erleichtert, dass die Menge prima reichte.
Mit einem lauten "Puh!" schob ich das Machwerk in den Ofen und schickte noch schnell den frommen Wunsch in alle Richtungen, das möge jetzt bitte schmecken, sonst würde der Abend doch gegenüber bei "Börger King" enden... was seh ich da rechts neben der Herdfläche liegen?
Na dreimal dürft Ihr raten.
Ich bin vom Stangerl gefallen, als ich diese vermalledeite Tüte mit dem Rest Käse dort liegen sah. Und meine Küche ist nun auch nicht wirklich gross, Marke vorwärts rein und rückwärts raus, aber für mich ideal.
WO war sie?
Und WIE kam sie wieder DAHIN?
Hatte ich etwa einen dermassenen Blackout, oder hat sich ein kleiner Poltergeist einen Spaß mit mir erlaubt?

Diese Geschichte erzählte ich gestern meinen Eltern. Prompt hatten die auch so ein Erlebnis auf Lager:
Im Herbst wird traditionell der Gartenteich gereinigt und winterfest gemacht. Dazu gehört auch das Reinigen der Pumpen für den kleinen, sprudelnden Stein. Meine Mutter nahm das Gerät auseinander, stellte eine Art Dichtung neben sich auf einen Stein, sagte auch meinem Vater Bescheid, dass das Ding dort stehen würde... und als sie nach getaner Arbeit den Brunnen wieder zusammen setzten wollte, war das Teil weg! Mein Eltern haben beide (!) den ganzen Garten abgesucht, das Ding war nicht mehr aufzufangen. Und es war reichlich unwahrscheinlich, dass eine Elster in der Grösse eines Adlers mal schnell eine Dichtung für den heimischen Horst benötigt hatte und zu faul gewesen war, ums Eck in den Baumarkt zu fliegen. Nun denn, Gott sei Dank hatten sie noch ein Ersatzteil auf Lager und der Springbrunnen war gerettet.
Es folgte der dicke Herbst mit Regen, der Winter mit Schnee...
Irgendwann im Frühjahr geht meine Mutter zum Teich, lässt den Blick über das friedliche Szenario gleiten... und sieht genau dort, wo sie im Herbst die Dichtung abgestellt hatte, eben jene auf dem Stein ruhen.
Beide, Mutter wie Vater, sind in diesem Moment vom Glauben abgefallen.
(Und nein, Papa hat Mama nicht hops genommen, sowas macht der nicht.)

In solchen Situationen denke ich immer an Neos Dejavu mit der schwarzen Katze.
Ein klassischer Fehler in der Matrix.

Vielleicht ist an dem Film doch mehr dran, als wir alle meinen..?



P.S.
Die Lasagne war die beste, die ich je gemacht habe *grins*

Mittwoch, 20. April 2011

Donnerstag, 14. April 2011

Peter Steele - An icon has died Part II

Schon seit langer, langer Zeit war und bin ich Type O Negative Anhängerin. Was waren das noch für Zeiten, als wir - mit frisch erworbenem Führerschein - endlich die lokalen Dorfschuppen unsicher machen konnten (und die Begrifflichkeit Schuppen ist wörtlich zu nehmen). Eine meiner liebsten Locations war damals das Baamhakke in Piding bei Freilassing und dort kam ich auch das erste Mal mit TON in Berührung, nämlich durch das unvergessene Black No.1 und Christian Woman. Was hab ich das einst in meinem nahezu antiken Kassettendeck rund um die Uhr gedudelt, zwar immer wieder vom Rückspulen des Bandes unterbrochen, aber hey, für die Mucke macht(e) man schliesslich alles. Mein persönliches Highlight war am 06.12.1996 mein leider einziges TON-Konzert in Lichtenfels. Die Karte habe ich heute noch und hüte sie wie einen Schatz. Das Longsleeve, das ich mir auf dem Konzert kaufte, hat die folgenden Umzüge zwar nicht überlebt, aber das ist nicht wirklich tragisch, denn sowas kann man immer irgendwo aufstöbern. Irgendwie entwickelte ich mich dann langsam in eine andere Richtung und auch, wenn die dunkle Musik lange Jahre im Schrank blieb, so habe ich nie aufgehört, tief in meinem Inneren TON und Peter zu verehren. So kam ich Gott sei Dank drum herum, Peters Drogen- und Alkoholabsturz miterleben zu müssen, ja bitte, dann schimpft mich doch untrue, weil ich das verpasst habe. Weil ich daheim meine Musik nicht hören durfte, da zu hart usw. (aber das gehört hier jetzt nicht hin), nutzte ich immer meine ruhigen Minuten, in denen ich allein nach der Arbeit daheim war und genoss in diesen Momenten nicht selten wunderbare Stücke wie My Girlfriends Girlfriend und Everything Dies.
Tja, was soll ich sagen?
Circa zwei Wochen vor Peters Tod überkam mich eine merkwürdige Ahnung, so wie es hin und wieder mal der Fall ist. Ich fing an, jeden Tag explizit nach ihm die Suchmaschinen zu durchforsten, da ich befürchtete, irgendwas sei nicht in Ordnung. Am Abend des 14.04.2010 wurde diese Ahnung traurige Gewissheit, und obwohl ich leider schon mit einer solchen Meldung gerechnet hatte, katapultierte mich die Nachricht von plötzlichen Tod Peters in eine Art Schockzustand. Schock darüber, dass es tatsächlich passiert war, und Schock darüber, dass ich wieder mal etwas gewusst hatte, ohne es als ein solches Wissen wahrzunehmen. Nennt mich Weichei, nennt mich Pussy, ich habe gut eine Woche nicht mehr zu mir selber gefunden, habe getrauert und geweint, das Ganze hat mich förmlich psychisch ausgeknockt. Rückblickend war das wahrscheinlich sogar der letzte entscheidende Tropfen, der mein mediales Fass zum Überlaufen gebracht hat und jene Tür endlich zur Gänze öffnete, welche schon länger mehrere Spalt breit offen gestanden hatte.
Kurz darauf flogen mein damaliger Mann und ich in den Urlaub. Sonne, Sommer, sich erholen und einfach mal die Seele baumeln lassen. Tja, wär das mal so einfach gewesen...
Vorweg genommen werden muss, dass meine Kontakte stets freiwillig zu mir kommen, und ich sie keinesfalls forciere. Wenn sie mir gegen übertreten, dann sind sie in der Regel gut zu erkennen und auch als die Person auszumachen, die so einst im Leben waren (zumindest die, die ich auf irgendeine Art und Weise kenne). Bei Peter war das anders. Sein Tod hatte mir gezeigt, dass ich endlich lernen muss, mit meiner Gabe umzugehen, sie zu nutzen und zu kontrollieren, dann, wann ich es will und kein anderer. Das, nebenbei bemerkt, muss ich heute revidieren, aber davon schreibe ich irgendwann mal in einem anderen Beitrag. So nahm ich mir also fest vor, einen Kontakt herzustellen und konzentrierte mich gezielt darauf. Fragt mich nicht, wie ich es geschafft habe, aber es klappte. Und es war furchtbar gruselig im Gegensatz zu all den anderen Kontakten. Statt von Angesicht zu Angesicht zu kommunizieren stand ich vor einem Spiegel ohne Spiegelbild, und im Spiegel selber waren lauter Nebelschwaden. Dann spürte ich, dass ich nicht alleine war und fragte, ob er anwesend sei. Seine Stimme drang schmerzverzerrt und stöhnend aus dem Spiegel, und ich bemerkte, wie er sich abkämpfte, die Verbindung zu halten, da irgendetwas an ihm zerrte und ihn zurückholen wollte. Er teilte mir auf Englisch (ja, alle reden in ihrer Muttersprache, sowas wie einen ultimativen Medialübersetzer gibt es nämlich nicht, zumindest hatte ich den Fall noch nicht) mit, dass er "totally fuckin' pissed" darüber sei, was passiert sei und das auch noch gerade jetzt, wo er endlich clean sei, eine wunderbare Freundin (Pam) habe und bald wieder ins Studio gehen wollte, um neue Songs für ein Album aufzunehmen. Er war stinkwütend und so sehr verzweifelt darüber, welchen Kummer er seiner Familie, seiner Freundin, seinen Freunden und all seinen Fans durch seinen Tod bereitete, dass es mir schier ins Herz schnitt. Aber am allermeisten war er wütend auf sich selber und er verfluchte sich selber für die zehn Jahre Suff und Drogen, welche letztendlich dazu geführt hatten, dass sich eine simple Grippe zu so einer Katastrophe ausweiten konnte. Denn geschwächte Organe sind nun einmal angreifbarer als gesunde. Es tat mir so unendlich Leid, zu hören und zu fühlen, wie Peter litt und wie sehr er gegen den unsichtbaren Zug ankämpfte, der ihn mit aller Gewalt von mir wegreissen wollte. Er bat mich zum Schluss, ich solle seiner Familie bitte sagen, wie Leid es ihm täte und wie sehr er sie alle liebe, aber er bat mich auch inständig darum, keinen weiteren Kontakt zu ihm aufzubauen, da er erst einmal selber diesen "goddamn bullshit" auf die Reihe kriegen und verkraften müsse. Ich versprach ihm, ihm seine Wünsche zu erfüllen und liess den Nebel verschwinden. Der Spiegel wurde wieder klar. (Für die neugierigen Nasen - ja, ich fand einen Weg, Peters Familie über Umwege eine Mail zukommen zu lassen. Ich wählte den Umweg, um die Familie nicht unvorbereitet mit einer solchen Nachricht zu konfrontieren und bat den Empfänger, verantwortungsbewusst genug zu sein, zu entscheiden, ob er sie der Familie zeigen wolle oder nicht. Ehrlich, ich bin mir sicher, die Mail wurde mit dem Stempel "durchgeknallt" versehen und gelöscht, aber hey - man soll mir nicht nachsagen, dass ich meine Versprechen nicht halte.)
Von da ab liess ich die Kontaktgeschichte ruhen. Mein Unterbewusstsein aber leider nicht. So geschah es, dass Peter und ich innerhalb von einer Woche einen zweiten Kontakt hatten, diesmal schon ein wenig klarer als das erste Mal. Als wir bemerkten, wer da gegenüber stand, erschraken wir beide sehr, entschuldigten uns (ja, er sich auch, denn er hatte ebenso unterbewusst Kontakt gesucht) und kappten die Verbindung.
Mehrere Wochen später, ich hatte an dem Tag wirklich andere Dinge zu tun gehabt, als mich mit meinen mentalen Fähigkeiten zu beschäftigen, klopfte Peter eines nachts wieder bei mir an. Ich kann Euch gar nicht beschreiben, wie ausgeglichen er auf einmal wirkte. Er lachte und scherzte, umarmte mich und sagte, die letzten Wochen seien sehr schwer für ihn gewesen, aber er habe es endlich geschafft, zu akzeptieren, was passiert sei. Scherzkeks, der er nunmal war, hatte er sich als Zeichen seiner neuen "Form" die linke Kopfhälfte kahl rasiert (wer erinnert sich noch an die Phase mit den rasierten Brauen?), was ihm allerdings erstaunlich gut stand. Wir gingen lange nebeneinander spazieren, redeten über Kleinigkeiten, naja eigentlich redete fast nur er und ich hörte seinem Geschnatter zu. Er wirkte soviel kräftiger, gesünder - und vor allem ausgeglichener. Es war schön, miterleben zu dürfen, dass er sich nun auf einem guten Weg befand.
Bis, ja bis ich eines nachts, wieder mehrere Wochen darauf, einen verzweifelten Hilferuf Peters empfing. Er rief nach mir, ich solle ihm helfen, er sei so unglücklich "drüben", er wolle wieder zurück, er habe noch so viele Dinge nicht erledigt, so viele Lieder nicht geschrieben und so viele Worte nicht gesagt. Wieder zerriss es mir schier das Herz, hatte Peter doch letztes Mal so mit sich selbst im Reinen gewirkt. Ich spürte, wie weh es mir tat, ihn so zu sehen, und doch wusste ich, dass ich ihm dieses Mal seinen Wunsch nicht erfüllen konnte. Also tat ich schweren Herzens das, was jedes Medium tun sollte, wenn es merkt, dass es zu stark vereinnahmt wird. Ich kappte den Kontakt, nicht jedoch, ohne Peter - der sich wieder hinter dem Nebenl befand und abermals (warum wohl?) wie von unsichtbaren Kräften gehalten wurde - mitzuteilen, dass ich ihm bisher geholfen hatte, so gut ich konnte, aber nun der Punkt gekommen sei, an dem er sich um sich selber kümmern müsse. Wirklich, er tat mir so unendlich Leid, doch kann ich keine Toten auferstehen lassen und will es auch gar nicht.
Seitdem ist Ruhe im Karton.
Ich weiss nicht, wie es ihm mittlerweile drüben geht, hoffe aber so sehr, dass er endlich akzeptieren konnte, dass es so ist, wie es ist.
Ihm zu Ehren drehe ich heute die Stereo Anlage bis zum Anschlag auf, erhebe mein Glas und trinke auf einen Menschen, der nicht nur meinen musikalischen, sondern auch meinen medialen Werdegang entscheidend beeinflusst hat.

Peter Steele - An icon has died Part I

Zum einjährigen Todestag einer der im wahrsten Sinne des Wortes wohl grössten Musiker unserer Zeit werde ich einen zweiteiligen Post verfassen, in dem ich Euch unter anderem davon berichte, wie es Peter nach seiner Reise erging. Eines kann ich Euch sagen, er war einer der anstrengendsten und gleichzeitig auch lustigsten Kontakte, die ich je hatte. Ganz so, wie er wohl auch zu Lebzeiten gewesen sein muss.
Im ersten Post zeige ich Euch ein Gedicht, dass ich kurz nach seinem Tod geschrieben habe.

An icon has died.

A legend was born.

And although we cried and desperately mourn,

his voice will survive

and his words will be sung.

In these he's alive,

in these he's not gone.

But apart we are torn,

still our tears haven't dried.


A legend was born.


An icon has died
.

Peter Steele
04.01.1962 - 14.04.2010


Sonntag, 10. April 2011

Wellnessreise in die Vergangenheit




Am Wochenende des ersten April (und nein, es war kein Scherz), startete ich mit meiner Freundin endlich in unser lang ersehntes Wellnesswochenende. Das Wochenende war ein Geschenk ihrer Eltern an mich, da ich sie in ihrer Not bei mir aufgenommen und mich - obwohl es mir selber schlecht ging - um sie gekümmert hatte, treue Leser werden sich erinnern.
Anstatt Euch mit Details zu langweilen (es war fantastisch, Essen rund um die Uhr, fünf verschiedene Saunen, Schwimmbad, Kosmetikbehandlung, Honigmassage für den Rücken usw.) zeige ich Euch deshalb lieber ein paar Bildchen von einem kleinen Schatz, den ich zufällig bei der Anreise mittels eines Wegweisers fand - eine Burgruine. Die wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, und so scheuchte ich letzten Sonntag meine Freundin und ihre Eltern bis hoch auf den Turm. Dazu hatten wir das herrlichste Kaiserwetter. Manchmal findet man die grössten Überraschungen wirklich dort, wo man sie nie vermuten würde. Das gilt ürigens für alle Lebensbereiche, doch dazu komme ich ein anderes Mal...

Und wer wissen möchte, wo der kleine Rotschopf es sich hat gut gehen lassen, der werfe sein geneigtes Auge auf diese Seite:













Mittwoch, 6. April 2011

Neues von der Front

Eine kurze, schöne Neuigkeit für zwischendurch (ich weiss, derzeit schreibe ich selten - bin derzeit in der Erlebnisphase... und versprochen, es wird bald wieder jede Menge zu schreiben geben):

Feuertraum, kühle Lippen

(Sphera Verlag)

und

Wasserwesen

(Sperling Verlag, Veröffentlichungsdatum noch nicht bekannt)

♥ ♥ ♥