Donnerstag, 31. März 2011

Nostalgische Momente

War das damals nicht schön...? http://www.myvideo.de/watch/4896704/Apocalyptica_Bittersweet (Ein Dank geht wieder mal an S.on.y und Konsorten für das Blocken sämtlicher Videos auf "Jutjub")

Sonntag, 27. März 2011

Welches Schweinderl hättens denn gern?

Himmel, was ist denn nur los?
Wo kommen bloss all diese interessanten Männer her?
Waren die schon immer da?
Hab ich sie vorher nicht gesehen?

...

Meine Freunde/innen amüsieren sich derzeit königlich mit mir (vielleicht auch über mich, aber dafür sind sie dann doch immer viel zu neugierig - und wenn, ich nehms ihnen nicht krumm), wenn es heisst "Na, was macht der Hasenstall?" Aufgrund zahlreicher Verabredungen bin ich nämlich dazu übergegangen, aus den verschiedenen Herren Hase1, Hase2, Hase3 usw. zu machen. Ab Hase4 wurds dann allerdings schwierig, und so versuche ich nun doch wieder die Vornamen mit entsprechenden Spitznamen oder Attributen zu kombinieren. Es wurde mir mit einem Augenzwinkern bereits die Führung einer Exceltabelle vorgeschlagen, um nicht den Überblick zu verlieren. Oder die Zulegung eines Assistenzhasen. Andererseits räumte man mir auch wiederum ein solch taktisches Geschick ein, die Herren so subtil zu manipulieren, dass sie sich stets bei mir melden würden, wodurch der stressige Orgateil für mich entfalle.

...

Ja, es ist so - derzeit kann ich mich vor Dates kaum retten. Und das nicht, weil ich so dahinter bin, sondern weil sie mir grossteils wie dicke Maikäfer aus heiterem Himmel einfach so in den Schoss plumpsen. Glaubt ihr nicht? Gerade eben wurde ich für heute und für morgen Abend um ein Date gebeten. Allmächt. Und die Kerle sind wahrlich keine Grottenolme. So alt kann ich dann doch wieder nicht aussehen (danke Mama, ich hab Dich auch lieb *lol*).
Dabei ist mir wichtig zu betonen, dass alle Dates, die ich führe, meinerseits mit keiner Erwartung verknüpft sind. Wenn sich ein schönes Gespräch entwickelt, super, dann freu ich mich, wenn es knistert, umso schöner, und wenn es weiterführen sollte, dann ist das eben so. Alles kann, nichts muss. Wie sieht nun also eine "normale" Woche derzeit für mich aus?
Montag - Daheim, noch ne Runde mit einem potentiellen Hasen telefonieren, Licht aus.
Dienstag - Hase1 kommt mich besuchen und wir kämpfen mit einem Spiegel, einem Schlagbohrer und einer Stahlbetonwand. Nebenbei, die Wand hat gewonnen. Danach gemeinsam kochen. Jahaaa, eine neue Erkenntnis - EmBy kann kochen! Und zwar richtig gut sogar, ohne Tütenmittel und Co. Erstaunlich, was es für einen Unterschied macht, wenn man gemeinsam kocht und dann auch noch zusammen am Tisch sitzt und isst. Auch so eine Sache, die im Laufe meiner Ehe von einer Seite immer mehr vernachlässigt wurde. Wer kann es mir da verdenken, dass ich meine Küchenkünste und überhaupt die Lust am kochen immer weiter nach hinten stellte. Allein am Tisch vor der Lasagne zu hocken, das geht wirklich auf keine Kuhhaut.
Mittwoch - Daheim, noch ne Runde mit dem potentiellen Hasen vom Montag telefonieren, Licht aus.
Donnerstag - Verabredung mit einem potentiellen Hasen im Kaffee, was dann - jetzt alle mal lachen - zu einer Germany's-Next-Topmodel-Zynismus-Parade auf meiner Couch ausuferte. Er kannte das nicht, hats angestellt und dann gings rund. Was haben wir gelacht. Um 22:30 Uhr Abmarsch des Herren. Rein platonisch, ein toller Kerl. Eine Freundin nannte das einen P-Hasen, somit quasi eine Phase. Derer habe ich derzeit drei. Höchste Zeit, den Stall wieder neu zu bestücken, höhö.
Freitag - Daheim, noch ne Runde mit dem potentiellen Hasen vom Montag und Mittwoch telefonieren, Licht aus.
Samstag - Am Mittag kommen meine Eltern mich besuchen. Endlich. Nach über vier Jahren in München besuchen sie mich zum ersten Mal. Warum nicht früher? Weil sie nicht hätten mitansehen können, wie ich "gehalten" wurde (sprich wie ein Tier im Käfig) und das hätte dann nur zu Stress und Tränen geführt. Tja, erkennen musste ich das einfach selber. War ja schliesslich auch mein Käfig. Kaum angekommen, riss unser Hund Mausi mal glatt eine Gardinenstange im Wohnzimmer aus der Verankerung, verteilte ihr ausgehendes Winterfell auf dem frisch geputzten Parkett, während Papa freudig mit seinem Schlagbohrer weiter das Loch in der Schlafzimmerwand vergrösserte (ebenfalls erfolglos, der Spiegel hängt nun woanders und ich besorg mir Moltofill). Im Anschluss ging er mit uns allen zum Italiener. Ich hab nämlich gleich einen zwei Schritte neben meiner Wohnung *juchz* Es folgten jede Menge Gespräche über Liebe und Sex, denn meine Eltern sind da echt saucool. Mein Vater kam aus dem Lachen nicht mehr raus, meinte "Wir sind eine andere Generation, sag mal, das gibts wirklich? Also, ich kann damit zwar nichts anfangen, aber erzähl nur weiter, ich hör gern zu!" Ja, wir sind da schon eine recht unkomplizierte Familie. Am Abend hüpfte ich zu einer Freundin, die Karten für ein Jazzkonzert gewonnen hatte. Ich.mag.keinen.Jazz. Aber gut, kann man sich anschauen. Es resutierte darin, dass ich zwar die Künstler als solche durchaus bewundernswert in ihrem Können fand, aber bereits nach 30 Minuten am Tisch einschlief... So machten wir uns lachend in der Pause auf den Heimweg, bzw nur ich, sie hatte noch spontan eine weitere Verabredung organisiert. Kaum daheim angekommen klingelte das Telefon, der potentielle Hase vom Montag, Mittwoch und Freitag.
Sonntag (also heute) - Ich bin kaum aus dem Bett raus, da habe ich schon wieder zwei Dates in der Tasche, eines für heute und eines für morgen. Gut, das eine hab ich schon etwas forciert, zu dem anderen aber kam ich wie die Jungfrau zum Kind. Wurscht, angucken kostet nichts und so wie es aussieht, sind es zwei wirklich interessante Herren. Könnten sich natürlich auch als Blasbacken herausstellen, aber wer weiss das schon vorher? Eben. Und wenn mans genau nimmt, könnte ich theoretisch jeden Abend in der Woche eine Verabredung mit einem anderen Kerl haben, nur darauf bilde ich mir nichts ein, denn das SIND wirklich Blasbacken und auf die verschwende ich nicht meine Zeit.

...

Was mich nun so ins Grübeln bringt - EmBy fühlt sich gerade wie ein Kind im Süßwarenladen. Da stehen die Karamellbonbons, dort die Schokoschnecken, hier die Zuckerstangen und hinten die Brausetaler. Sie sind alle so lecker, nur vermischen darf man sie nicht, das schmeckt komisch und es wird einem schnell schlecht davon. Immer nur eine Sorte und die dann auch richtig geniessen. Nur... ich kann mich derzeit einfach nicht entscheiden. Kaum hab ich ein Bonbon probiert, will ich sofort noch was anderes. Hase1 quittierte mir diese Erkenntnis mit einem herzlichen Lachen und meinte "Na Du musst Dich doch auch gar nicht entscheiden (zwischen den Zeilen schwang ein "Zumindest jetzt noch nicht.")."
Ja...
Stimmt.
Kann ich nicht und will ich im Moment auch gar nicht.
Ich will einfach nur vor all den bunt gefüllten Bonbongläsern sitzen, deren Inhalt bewundernd anschauen und mir ab und zu eins davon nehmen.
Solange, bis ich irgendwann eine Sorte Süßkram entdecke, die das Zeug zum Lieblingsbonbon hat. Oder Lieblings(Lindt?)hasen, je nachdem.
Und bis dahin nasch ich einfach genüsslich weiter.

Freitag, 25. März 2011

Desperate Hellboy

Heute hab ich Hellboy gesehen.
In der UBahn.
Er wohnt hier in der Nachbarschaft...

Wie, Ihr kennt Hellboy nicht?
Doooooch... dann googelt mal schnell.

Nun, er war nicht ganz so rot und der Affenschwanz hat auch gefehlt, was er aber hatte, waren die abgefeilten Hornstumpen. Zumindest sollte das so aussehen, und auch wenns noch so schlöcht war (Herr mittleren Alters mit weissblonden Haaren, an den Geheimratsecken zwei fette Kreise orange eingefärbt), der Effekt hat gestimmt.

Eigentlich ne ganz witzige Idee.
Wenn der nur nicht wieder zu der Sorte "Weil ich so bös bin, muss ich so rumrennen" gehört hätte *seufz*. Manchen steht das Wort lächerlich einfach in Leuchtschrift auf die Stirn geschrieben.
Oder auf die Geheimratsecken.
Schade drum.


Sonntag, 20. März 2011

Unter Poppern oder EmBy und die Böcke

Gestern hab ichs einfach nimmer ausgehalten - ich musste raus. Fast zwei Wochen sass ich daheim fest und hab mich auskuriert von der Stirn- und Nebenhöhlenvereiterung, die wirklich kein Spass war, aber offenbar als letzter grosser Knall den Abschluss eines alten Abschnitts und den Beginn eines neuen einläuten sollte.
Also schnürte ich gestern meine geliebten Plateauschnallenstiefel über die schwarze Röhrenjeans und hüpfte schnell für zwei, drei Stündchen in eine Rockdisco.
Naja.
Dachte ich zumindest.
Denn doch noch nicht ganz aufm Damm (und seit Tagen einen Bock nach dem anderen schiessend, wenn gleich auch jeweils recht lustig) lief ich einfach den Heerscharen von der SBahn Station hinterher und wunderte mich, dass die zwar alle in die richtige Richtung laut Google Maps trotteten, aber so gar nicht wie ich gekleidet waren. Hmm, keine Ahnung, ach ich lauf mal mit, irgendwo komm ich schon raus.
Vorm Eingang wunderte ich mich noch mehr über das Publikum, erntete bewundernde Komplimente vom Türsteher für die Stiefel, die gleichzeitig auch als Ausweisversteck dienten ("Also da kann man seinen Ausweis auch tragen? Und wo hast Du Dein Geld *grins*?" "Ja, das wüsstest Du jetzt gerne, was? Such doch mal *ebenfallsgrins*..."), schlüpfte hinein... und konnte mir so gar nicht vorstellen, dass das der Ort war, wo ich hin wollte. Wurscht, jetzt haste fünf Flocken Eintritt bezahlt und schaust Dich auch mal um. Mantel fix abgegeben und rumgeguckt. Also neee... das schaut zwar aus wie im Internet, aber diese Musik.... Hip Hop... oh mein Gott, das sind ja lauter Kinder hier! Kapuzensweatshirts und Base Caps, wohin das Auge reichte, und auch ich merkte, dass mir Blicke folgten, wo ich ging und stand. An der Bar bestellte ich dann ne Pepsi und fragte mal vorsichtig nach. Tja, hammas doch gewusst - EmBy war eine Etage zu hoch! Das war wiederum so lustig, dass die Bardame und ich ne Runde gegackert haben. Also setzte ich mich stilvoll mit der Pepsi neben eine Gruppe 18jähriger Bubis, liess mir nix anmerken und schritt im Anschluss erhobenen Hauptes nach draussen. Dort fragte ich eine gleich am Ausgang stehende Gruppe, wo genau ich hinmüsste. Die Blicke der Weiber waren göttlich! Ich sage betont Weiber, weil sie der Münchner Schicki-Micki-Ich-Bin-Was-Besseres-Als-Du-Und-Pupse-Parfüm-Szene entstammten und mich trotz meines höflichen "Entschuldigt bitte, eine kurze Frage..." derart abwertend musterten. Eine verzog sogar leicht den Mundwinkel nach oben. Ich gönnte mir die Freude, sie einige Zeit direkt zu fixieren, was ihr ganz und gar nicht behagte . So bestätigte sich, was ich mir schon gedacht hatte - hinter dieser Arroganz steckte nichts weiter als blanke Angst, ich könnte ihr im nächsten Moment einen Fluch anhängen oder die Kehle aufschlitzen. Ach Welt, was wärst Du ohne Klischees? Die Männer reagierten wohlgemerkt betont locker und hilfsbereit. Sieht mans mal wieder. Die Stuten, nä?
Es sei zum Schluss erwähnt, dass ich die betreffende Location doch noch fand und in meiner Ecke zwei, drei Stunden "meine" Musik genoss. Sehr lustig wurde es, als die hauseigene Showtruppe (Achtung Ironie), bestehend aus zwei Frauen und fünf Männern, auf das Podest am Ende der Tanzfläche stieg und wie einstudiert unisono wild die Mähnen fliegen liess. Das hatte schon irgendwie eine besondere Komik in sich und ich dachte mir nur "Ui Kinder, jetzt seid Ihr aber richtig bös."
War ich früher auch mal so? Aber wie sagt man so schön, leben und leben lassen.
Und wer es schafft, im Grufti-Bondage-Look mitten in ne Hip-Hop-Disco zu platzen (auch wenn die Contenance stehts bewahrt wurde), der sollte dann mal lieber doch ganz leise sein...


Dienstag, 15. März 2011

Liebe, Sex und Borderline

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon sehr lange schreiben, wusste aber nicht, wie. Ehrlich gesagt, weiss ichs jetzt auch noch nicht und lass es einfach laufen. Seid aber gewarnt, er wird sehr offen und ich werde an mancher Stelle diesmal kein Blatt vor den Mund nehmen. Also keine Vorwürfe später, man hätte das doch lieber nicht lesen wollen. Ihr seid schliesslich alle erwachsen.
Noch eigentlicher müsste politisch korrekt hier jetzt ein Post über die Katastrophe im Land der aufgehenden Sonne erfolgen, damit jeder weiss, auch hier wird sich damit beschäftigt. Auf der anderen Seite jedoch muss ich niemandem was damit beweisen und bin der Meinung, dass wir derzeit in den Medien derart rundum damit zugeballert werden (was angesichts der stündlich neuen Horrormeldungen auch absolut korrekt ist), dass zumindest dieser Blog ein klein wenig Flucht sein und bleiben soll.

Liebe, Sex und Borderline... ein provokativer Titel, angelehnt an alte Bravo-Zeiten, zugegeben. Und mit Bedacht gewählt, denn wer mich kennt oder schon länger hier mitliest, weiss, dass ich rein aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz schreibe. Gehen wirs Schritt für Schritt an.
Die letzten Wochen, das wissen wir, hat sich sehr viel bei mir getan und die kleine EmBy wurde an so vielen Erkenntnissen reicher, dass es ihr Kopf und erst recht ihre Seele nicht ganz fassen konnten und schliesslich zusammen zu krachen drohten. Gott sei Dank erkannte sie rechtzeitig, dass sich das "Alles jetzt und sofort"-Prinzip in dieser Situation eher kontraproduktiv auswirkte, nicht zuletzt, weil der Körper nun sein Recht fordert, nämlich - Ruhe (wenn mans genau nimmt, habe ich innerhalb von acht Wochen zwei Trennungen durchlebt und zwei Umzüge gemanagt, meinen und den von meiner Freundin. Hierzu muss ich sagen, dass ich weitaus pflegeleichter war, denn wenn ich mir meinen Kummer von der Seele weinte, dann war ich - wohlbedacht - immer allein. Meine Freundin jedoch war so unvermutet aus dem Nest geschmissen worden, dass sie sich wochenlang nicht mehr beruhigen konnte. Verständlich. Und für mich fast nicht zu ertragen. Aber wie schon einmal gepostet, man hilft einfach.).
Nun ist es Zeit, erneut ein Fazit zu ziehen.

Liebe, ja Liebe...
Liebe bedeutet zusammenseinwollen, bedeutet teilen, bedeutet sich öffnen, verletzlich machen, weil man vertraut, weil man hofft und wünscht.
Ein Partner, mit dem man bis ins hohe Alter den Weg gemeinsam geht, auf den man sich verlassen kann, der immer für einen da ist.
Ja, es gibt Liebe da draussen.
Aber nicht für mich.
Nicht mehr.
Oder zumindest nicht im Moment und auch sicher nicht in absehbarer Zeit.
Es gibt derzeit einige Menschen/Männer in meinem Leben, für die ich durchaus Zuneigung empfinde und die mir sehr viel bedeuten, doch in meinem Herzen hat es im Zimmer "Love" den FI-Schalter kräftig durchgeschmort. Ersatzteile sind schwer zu kriegen und bis das repariert ist, wird der Raum wohl ohne Strom auskommen müssen. Tja, dann ist das eben so und es ist ja auch ganz nett, sich mal im Schein einer einzelnen Kerze kennenzulernen.
Irgendwie ein hübsches Bild...

Liebe geht einher mit Sex.
Zwangsläufig.
Natürlich gibt es Sex ohne Liebe, aber niemals Liebe ohne Sex.
Männer sind manchmal echt beneidenswert. Nicht alle, aber viele.
Sie tun sich so leicht, beides sauber voneinander zu trennen und können durch die Betten turnen, ohne sich ihr Herz zu verbrennen.
Frauen allerdings, die funktionieren andersrum. Die sehnen sich - in der Regel, ich pauschalisiere der Einfachheit halber beide Seiten - danach, beschützt zu werden, egal wie "taff" sie im Alltag ihren Mann stehen. Sehnen sich nach einer starken Schulter, an die sie sich nach Feierabend dauerhaft anlehnen können, starke Arme, in die sie sinken dürfen und die sie auffangen, wann immer es ihnen schlecht geht. Nicht gleich motzen, meine Damen, sondern erstmal gaaanz tief ins eigene Herzlein hören...
Und genau, weil dieser Wunsch uns seit Kindesbeinen an mehr oder weniger offensichtlich ins Kleinhirn gepflanzt wird, sind wir stets auf der Suche nach dem Einen, der uns für immer vor allem Übel beschützt. Mama hat ihn ja schliesslich auch gefunden.
Auch ich fuhr bis vor wenigen Jahren mit meinem Waggon auf dieser Schiene, bis zu dem Tag, an dem auf einmal eine Weiche anders eingestellt wurde. Die Trieblok fuhr nach rechts, mein Waggon aber scherte nach links. Wer die guten, alten Western kennt, der weiss, dass es nach dieser Szene kein gemeinsames Gleis mehr gab.
Irgendwann aber wurde mir schmerzlich klar, dass ich nicht im Waggon sass, sondern in der Lok. Ich war diejenige gewesen, die stets die Kohlen ins Feuer geschippt und sie bei Bedarf auch wieder herausgeholt hatte. Während also meine Lok weiter mit Volldampf vorausfuhr, blieb der Waggon auf dem Abstellgleis liegen, und ich erkannte, dass nicht nur die Liebe in der letzten Zeit auf der Strecke geblieben war.
Das war der Moment, in dem ich mir bewusst darüber wurde, dass bei mir Liebe und Sex nicht mehr untrennbar miteinander Hand in Hand gehen müssen, zumindest nicht, was die Sex-Liebe-Schiene angeht. Erst dachte ich, ich müsste darüber verzweifeln, denn haben unsere Mütter uns nicht beigebracht, dass Sex nur erst mit Liebe so richtig schön ist? Nun gut, vielleicht nicht unbedingt meine Mutter, die neulich erst wieder locker flockig sagte "Und wenn Du mal Bock hast, dann mietest Du Dir eben einen!". Ich entgegnete belustigt "Mama, sorry aber dafür muss ich nichts zahlen, die Auswahl ist gross genug.", worauf sie mir (unabsichtlich) den finalen Todesstoss versetzte "Ja stimmt, Du schaust ja eh ganz nett aus." Ich lass das jetzt mal so stehen, denn ich weiss, dass ich mehr als nett aussehe, und konnte somit kräftig drüber schmunzeln. Doch generell wird uns Mädels immer eingeimpft, nur mit dem Mann ist es was Besonderes. Deshalb sind wir auch ständig auf der Suche.
Ich sag Euch jetzt was - ein Scheissdreck ists!
Jeder Sex ist klasse, auch wenn Du nicht verliebt bist, solange Du nicht wild und wahllos durch die Gegend vögelst, und das Gegenüber ein Gesicht hat, in das Du dabei gerne schaust. Meine Partner sind zugleich auch meine Freunde, das ist mir als Basis unverzichtbar. Also so ganz geht es doch nicht ohne Gefühl, wollen wir mal ehrlich sein, aber es ist mehr Sympathie, Zuneigung, Vertrauen. Für mehr wäre ich derzeit auch definitiv nicht in der Lage. Ich kann mit ihnen schlafen und im Anschluss Pferde stehlen. Hey, was will ich mehr?
Ein zudem sehr interessanter, neuer Aspekt dieser Geschichte ist, dass ich nun auf der anderen Seite stehe - no love, please, I'm hurt. Auf einmal weiss ich, wie sich Männer fühlen, die nur zwecks eines Abenteuers durch die Nacht streunen, aber jedesmal befürchten müssen, an die Kette gelegt zu werden, sobald sie ihren Keks eingetunkt haben. Meine Damen, ganz ehrlich - das ist grausam. Nie hätte ich gedacht, wie schwer Unverbindlichkeit zu managen ist, wenn die Gegenseite ganz klar mehr will, man selber aber nicht. Sicher gibts da einige Herren, die den empfindlichen Balanceakt schaffen und dabei weder sich noch die Dame mehr als nötig verletzen, und denen gehört mein voller Respekt. Es ist Schwerstarbeit. Tja und wer sich auf die Prolethenrammler einlässt, sorry der ist sowieso selber schuld.
Früher hätte ich nie gedacht, dass ich mal in der Lage wäre, sauber zu separieren, doch das, was ich die letzten Jahre erlebt habe, hat - wohl unabsichtlich - diese Fähigkeit zu Tage gefördert. Erst dachte ich, ich müsste mich schämen, wird man als Frau doch schnell als Schlampe abgestempelt. Und dann dachte ich mir, who the fuck cares? Bin ich nicht alt genug, selber zu entscheiden, wen und was und wann ich will? Na also. Bevor ich alt aufm Sterbebett liege und vertane Möglichkeiten betrauer, da mach ich doch, worauf ich Lust habe. Das sollte übrigens für Euch alle gelten und sich auch auf jeden Bereich erstrecken, denn das Leben ist manchmal viel zu kurz...

Das alles hat(te) aber auch seinen Preis.
Wie bereits geschrieben, kam die Seele nicht mehr mit. Ich liess ihr keine Zeit zum trauern, denn Trauer tut weh und Schmerz gleich welcher Art kann ich mal gar nicht leiden. Also drückte ich sie mit Gewalt in die Knie und überdeckte sie im Überschalltempo mit Neuem. Aber die Seele ist ein Mistvieh und hält nur solange still, bis irgendwo eine Lücke ist. Dann bricht sie sich Bahn und das mit einer Wucht, als würden Dich unsichtbare Hände durch die Gegend schleudern. Vor Kurzem hatte ich - so kann ich es heute beurteilen - die finale Aufarbeitung. Meine Seele konfrontierte mich urplötzlich mit solcher Macht mit dem Vergangenen und dem Gegenwärtigen, dass es mir schier den Brustkorb zu sprengen schien. Es war so viel schlimmer, als simples Ausweinen und Trauern. Es war vernichtend. In mir baute sich innerhalb kurzer Zeit ein so starker Druck auf, dass ich keine andere Möglichkeit sah, diesen Druck herauszulassen, als mich zu öffnen. Körperlich. Ja, ich liess Blut fliessen und das mehrfach. Seltsamerweise war innerhalb von Sekunden dieser Druck weg. Wie abgestorben, und seither verspüre ich, dass meine Seele Frieden gefunden hat.
Nun möchte ich mich weder als Borderlinerin bezeichnen, noch verharmlosend mit dem Begriff oder der Bezeichnung umgehen, da das Thema viel zu ernst und vielschichtig ist, als dass man es auf die leichte Schulter nehmen oder respektlos damit um sich werfen sollte. Ich selber habe Freunde/-innen, die diese Diagnose ärztlich bestätigt bekommen haben und bis heute darunter leiden, egal wie weit die Heilung schon zurückliegt. In dem Moment, wo das Blut an die Oberfläche trat und der Druck wie aus einem Ventil entwich, da merkte ich, dass ich diese Erfahrung nicht wiederholen durfte. Ich tat es auch nicht, weil ich mich bestrafen wollte oder minderwertig fühlte, nein, dazu liebe ich mich selber viel zu sehr. Ich tat es, weil man einen mit Wasserdampf gefüllten Behälter irgendwo öffnen muss, ansonsten geht er in die Luft. Diese Explosion wäre dann wohl weitaus verheerender verlaufen. Ob ich Narben davon trage, das weiss ich nicht und glaube ich auch nicht, dafür waren die Wunden nicht ansatzweise tief genug, soviel Ehrlichkeit muss sein. Aber selbst wenn, wäre es mir egal, denn sie würden mich stets daran erinnern, dass nichts auf der Welt - kein Mensch, kein Gefühl - es wert ist, sich selber zu verlieren.
Ich kann nun verstehen, dass es Menschen gibt, die keinen anderen Ausweg sehen, mit ihren Gefühlen bzw. deren Nichtvorhandensein klar zu kommen, als sich selber zu verletzen. Kann verstehen, was sie bewegt, wie sie sich fühlen, wie abgrundtief ihre Verzweiflung ist. Hätte ich den simplen chemischen Vorgang im Gehirn nicht selbst erlebt, wie psychischer Stress durch körperlichen überlagert wird, ich hätte es nicht ansatzweise nachvollziehen können. Ich verstehe auch, dass es bei labilen Persönlichkeiten zu einer Abhängigkeit führen kann, denn was einmal gut getan hat, das tut es - so der Gedankengang - beim nächsten Mal wieder. Nur, dann muss man oft die Dosis erhöhen und die Schnitte tiefer setzen. Wie bei jeder Droge ist die Gefahr gegeben, dass man sich irgendwann steigern muss, weil man sonst wie am Anfang nichts mehr fühlt. Weil man sich daran gewöhnt. Und das ist dann der Anfang vom Ende...
Ich bin keine Betschwester und erst recht nicht Euer Kindermädchen, also liegt es mir fern, Euch Parolen in den Weg zu schmeissen. Doch sollte einer von Euch sich damit identifizieren können, was ich im letzten Absatz geschrieben habe, dann bitte, holt Euch professionelle Hilfe. Ich persönlich hatte als ansonsten selbstsichere Person das Glück, nur kurzzeitig aus der Bahn geworfen worden zu sein und die Kraft zu besitzen, von selber wieder in die Spur zu finden. Wenn Ihr das nicht könnt, so ist das kein Grund, sich zu schämen. Jeder Mensch ist anders. Und jeder Mensch braucht von Zeit zu Zeit auch ein wenig Hilfe, sei sie von Freunden oder Leuten, die darauf spezialisiert sind. Mehr will ich Euch aber nicht damit belatschern, denn Ihr seid wie schon erwähnt schliesslich erwachsen und solltet wissen, was Ihr tut.

Seit jenem finalen Ausscherer nun habe ich Ruhe in meinem Herzen.
Ich habe akzeptiert, dass es so ist, wie es ist, und dass ich dem ganzen Zeit geben muss.
Dass ich eine lange Spanne voller Demütigung durchlitten habe, was sicher nicht schön war, und dass es nun aber weitergeht.
Dass es okay ist, die Liebe erstmal Liebe sein zu lassen und sich körperlich das zu holen, was man will, wenn es einem danach verlangt, solang man sich selbst dabei noch im Spiegel anschauen kann.
Und dass es okay ist, auch mal schwach zu sein und Fehler zu machen, wenn man sie sich selber dann auch eingestehen und dazu stehen kann.


Samstag, 12. März 2011

Liebe beim Weichspülen...

Ich glaub, ich hab grad ein Pärchen in der Waschküche erwischt...

Es gefällt mir immer mehr, dieses Haus

Freitag, 11. März 2011

Heute war ich in der Toskana...

...nachdem gut fünfzehn Jahren seit dem ersten Urlaub vergangen sind. Es war wohl an der Zeit, sich mal darüber Gedanken zu machen. Warum in die Ferne schweifen, wenn... na Ihr wisst schon.
Wieso ich aber gerade jetzt darauf komme?
Meine Eltern bekamen zu Weihnachten ein Riesenpaket von einem italienischen Gut namens


unterhalb von Florenz, in dem sich neben einem halben Riesenpecorino auch einige sehr gute Weine und verschiedene Salamis befanden. Als wunderbares Extra lag das hauseigene Kochbuch mit nicht weniger als 400 (!) Seiten bei. Da meine Mutter keinen Platz mehr hatte und nicht unbedingt der Pecorinofan war, durfte ich bis auf die Salamis alles abstauben.
Ihr könnt ja jetzt lachen, aber der Pecorino war mir beim Umzug eins der wichtigsten Dinge, und ein guter Freund ermahnte mich zudem ständig "Vergiss bloss den Käse nicht!" Dieser Käse wurde inzwischen angeschnitten und sorgte auf der Pasta für ein Geschmackserlebnis sondersgleichen.
In der Zwischenzeit hatte ich bereits übers Internet den Katalog bestellt, der bis heute - wieder wegen des Umzugs - auf seine Betrachtung warten musste. Zudem hat mich gerade eine Grippe niedergestreckt, zeitlich bot sich das also auch an.
Ich staunte nicht schlecht, wie liebevoll das kleine Paket verarbeitet war, mit Seidenpapier umwickelt und mit einer kleinen DVD über das Gut versehen. Ich dachte, na der Film geht vielleicht ne halbe Stunde, den schauste jetzt mal an. Der Film, ja der läuft immer noch. Seit über 1 Stunde und ein Ende ist nicht in Sicht. Aber irgendwie will man das auch gar nicht. Statt dessen überkommt einen schon nach fünf Minuten der unbändige Drang, in den Fernseher zu kriechen und sofort auf diesem Hof seinen Urlaub verbringen zu wollen. Man will die toskanische Abendsonne auf seiner Nase brennen spüren, mit an der langen Tafel vorm Haus das leckere Olivenöl auf dem hauseigenen Brot schmecken und mit den Grillen durch die prächtigen Weinberge tanzen.
Heute war ich in der Toskana.
Einer der schönsten Mikrourlaube, die ich je von meinem Sofa aus erleben durfte.






Mittwoch, 9. März 2011

Dienstag, 8. März 2011

Dummheiten

"Wenn man schon Dummheiten macht, dann müssen sie wenigstens gelingen."
(Napoleon)

Einer meiner zwei Lieblingssprüche. Der andere ist der mit der Pralinenschachtel aus Forrest Gump, meinem Lieblingsfilm, aber das nur nebenbei.

Gestern Abend hab ich aus Verzweiflung heraus eine Dummheit gemacht, die zwar nach rein praktischen Aspekten gelungen ist und auch ihren Zweck erfüllt hat - somit eindeutig als gelungen verbucht werden kann -, von der mir jedoch als eigentlich selbstliebender Mensch sogleich klar war, dass sie sich nicht wiederholen darf. Ich meldete mich umgehend bei einem Freund, von dem ich der Meinung war, er sei am ehesten in der Lage, mir gleich kräftig den Kopf zu waschen. Denn genau das ist es, was ich derzeit wohl brauche. Es tut unwahrscheinlich gut, in den Arm genommen zu werden und gesagt zu bekommen, dass nicht die ganze Welt draussen in Schutt und Asche liegt. Nur manchmal stösst man mit Verständnis auch an Grenzen, die nur noch mit offenen Worten und knallharter Konfrontation eingerissen werden können. Mir fällt als Vergleich - Ihr werdet gleich lachen, auch wenns eigentlich nicht lustig ist - die Geschichte eines Bekannten ein, der sich einst ein kleines Kätzchen holte, das leider ums Verrecken nicht stubenrein zu kriegen war. In seiner Hilflosigkeit - sämtliche Ratschläge, - geber und Tierarzttips hatten nicht gefruchtet - packte er die Miez im Nacken und drückte sie mit dem Gesicht in ihren eigenen Haufen. Nur kurz, damit sie schnallt, wie er sich fühlt, wenn sie ihm - Pardon - jede Nacht aufs Kopfkissen kackt. Ob Ihrs glaubt oder nicht, ab dem Tag war Ruhe im Karton, und das kleine Kätzchen ging fortan artig und problemlos auf sein Katzenklo. So kanns laufen.

Und nur, um jetzt sämtlichen Spekulationen entgegenzuwirken - nein, ich habe nicht aufs Kopfkissen gemacht.
Oder ins Bett.
Oder in sonst eine Ecke im Haus.
Was ich gemacht habe, das behalte ich trotzdem für mich. Denn auch, wenn es geholfen hat, so schäme ich mich sehr dafür. Es war nicht richtig, das ist mir klar. Naja, zumindest nach gesellschaftlichen Normen nicht richtig, denn wenn man sich da jetzt philosophisch drüber auslassen würde, sässen wir in hundert Jahren noch hier.
Jedenfalls hatte ich trotz aller Unvernunft wenigstens den Po in der Hose, jenem Freund einen Hilferuf zu senden und auch offen zuzugeben "Du, das ist ein Hilferuf, ich glaub, ich hab grad Mist gebaut." Der virtuelle Einlauf folgte auf dem Fuss, heute Abend kommt dann wohl die Live Version. Und ehrlich, ich bin nahezu froh drum. Denn jetzt ist offenbar die Zeit gekommen, wo man mich mal kräftig erden sollte. Wo Verständnis und Mitleid nichts mehr bringen, und wo knallhart an die Kämpferin in mir appelliert werden muss. Die kniet nämlich gerade, schwer verwundet auf ihr Seelenschwert gestützt, ähnlich verzweifelt wie einst Frodo, vor ihrem eigenen Schicksalsberg.

Nie hätte ich gedacht, wie stark Demütigung sich ins Fleisch fressen kann.
Wie bleischwer Zurückweisung das Herz gen Erdboden zieht.
Und wie laut Hoffnungslosigkeit ins Ohr zu schreien vermag.
Dabei geht es nicht darum, etwas zu betrauern, dass längst vorbei ist. Diesen Punkt habe ich mittlerweile überwunden.
Was mich seit Sonntag wieder um Meilen nach hinten zurück geworfen hat, ist der bisher unbearbeitete zweite Akt eines Dramas, von dem ich annahm, es sei lediglich ein kurzes Kammerspiel. Bisher dachte ich, ich müsse nur meine Trauer überwinden, der Rest fände sich schon von allein. Leider hatte ich die Rechnung ohne mein Unterbewusstsein gemacht...

Auch wenn es mir nicht gefällt, hier ständig Posts vom Trauerkeks zu veröffentlichen, da keiner von Euch miese Nachrichten am Fließband lesen mag, so ist es wohl nur fair, Euch wissen zu lassen, wie die Realität aussieht. Was bringt es, Euch von Wattewölkchen und rosa Einhörnern zu berichten, wenn mich in Wirklichkeit Gewitterstürme und Harpyen begleiten.

Ich hoffe auf heute Abend oder generell irgendeinen Abend, an dem mir gesagt wird, dass es jetzt Zeit ist, sich zusammenzureissen. An dem mir verbal der Hosenboden stramm gezogen und an meinen Stolz appelliert wird, denn das ist der Punkt, an dem man mich kriegt.
Sicher sind das alles Dinge, die ich selber weiss. Nur sie von jemand anderem zu hören, hat gleich eine ganz andere Gewichtung.

Gestern habe ich mal wieder eine Dummheit gemacht.
Und diesmal wär Napoleon gewiss nicht stolz auf mich.

Freitag, 4. März 2011

P.S.

Weil Ihr Lieben Euch so mit mir freut und mir eingefallen ist, dass ich auf meinem Handy noch irgendwo zwei Bilder habe (eine neue Digicam ist bereits unterwegs, dann gibt es wieder mehr Fotos und auch in besserer Qualität), wollte ich Euch neugierigen Nasen eine kleine Freude bereiten und mal zeigen, was man so Tolles im Second Hand Möbelladen finden kann. Die Umzugskartons denkt Ihr Euch dabei nun einfach mal weg *hust*




Mittwoch, 2. März 2011

Verborgene Leidenschaften

Hier kommt ein erstes Resümee meines neuen Single-Daseins, Zeit wirds immerhin:

Seit nun mehr knapp sechs Wochen lebe ich in meiner neuen Behausung, die nach und nach so wunderbar und tausendschön wird, dass es für jeden eine Freude ist, der mich besuchen kommt - "Oh, das ist wieder neu. Du, es wird so schön hier."
Jau!

Dabei gehe ich endlich wieder einer alten, liebgewonnenen und bis vor kurzer Zeit leider völlig unterdrückten Leidenschaft (Nummer #1) nach - der Antiquitätenjagd. Nun ja, sagen wir eher alte Dinge, denn für "echte", mehr als 100 Jahre alte Antiquitäten hängt mir derzeit der Po finanziell zu tief. Eine zauberhafte Geschirrkommode aus den 50ern, ein Fundstück einer Freundin, ziert nun - umfunktioniert zur Garderobe - meinen Flur. Dazu gab es eine hinreissende Pendeluhr in Gold, ebenfalls 50er Jahre, die so kitschig ist, dass sie schon wieder an Klasse heranreicht. Was freue ich mich drauf, weiterhin Second-Hand-Möbelläden und im Sommer wieder Flohmärkte zu durchstöbern, auf der Suche nach seltenen Sammlerstücken.
Was, Ihr auch?
Meldet Euch, gemeinsam stöbern macht doppelt soviel Spaß!

Ein weiterer Zugewinn ist die Freiheit, endlich wieder "Ich" zu sein. Das Gefühl, über sich selbst so bestimmen zu können, wie man möchte, und wenns die samstägliche Kino-Matinee mit einem anschliessenden Riesen-Star-Bucks-Haselnuss-Latte-Macchiato sein muss, dann muss. es. das. sein. Punkt. Aber sowas von (Leidenschaft Nummer #2).

Aber das Beste, ja das muss ich mal so sagen, ist die Erkenntnis, dass ich immer noch eine klasse Frau bin, die - wenn sie es drauf anlegt - offenbar nicht das geringste Problem damit hat, neue Kontakte zu knüpfen, seien sie platonischer oder nicht ganz so platonischer Natur. Hier hätten wir Leidenschaft Nummer #3.
Ja, ich liebe es zu flirten und zu jagen.
Aber halt.
Da war doch ein Wort, das nicht so ganz passt.
Hmmm...
Ja, da ist es!
"Offenbar".
Ähm...

Irgendwie wirkt das unsicher.
Ich verrat Euch was - genau das ist es auch.
Seitdem ich wieder zu mir zurückfinde (und ich bin längst noch nicht wieder bei mir angekommen), knüpfe ich in einer derart schwindelerregenden Schnelligkeit Kontakte jeglicher Art zu so vielen interessanten Menschen, dass man mich derweil schon oft fragte "Hey, wie machst Du das denn nur?!"
Ehrliche Antwort - keine Ahnung Schätzelein.

So viele tolle Menschen purzeln mir im gefühlten Minutentakt durch meine Tür herein, dass es ein wahrhaftes Seelenfest darstellt. Wie lange habe ich so viele Abende auf dem Sofa verbracht, weil ich dachte, es sei das, was richtig ist. Aber wie kann etwas richtig sein, das unglücklich macht? Wie kann etwas richtig sein, das isoliert? Ja, für manche Menschen mag das okay sein, doch für einen Schützen mit Aszendent Stier (aus dem Weg, die Hörner kommen!) ist das nichts als pure Qual.

Es wäre gelogen zu behaupten, dass mir meine jetzige Situation nicht gefällt.
Sie gefällt mir.
Und wie.

Aber es wäre auch gelogen, zu behaupten, sie wäre leicht.
Das ist sie nicht.
Aber sowas von f**king nicht.

Die Kunst ist, irgendwo die Mitte zu finden.
Tja, noch such ich sie.
Aber ich kann sie schwach erkennen.
Irgendwo am Horizont, da leuchtet ein schmaler Silberstreif.

Vielleicht mag es die Flasche Rotwein sein, die in meinem Kreislauf grad ne Party feiert (Ihr wisst ja, nehmt solchen Menschen IMMER das Handy ab... und verdammt, auch den Computer!), aber heisst es nicht auch "In vino veritas"?
Eben.

Emily is back on stage.

Na dann...

Cheers!