Samstag, 31. Dezember 2011

A New Year's Wish

A new year's wish
of warmth and peace,
of happiness and cheer.
And life's richest joys,
that increase
each day throughout the year.
(Unbekannt)

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch hinüber nach 2012.
Auf dass es denen, für die 2011 ein gutes Jahr war, noch besser gehen möge, und sich jene, die 2011 schwer geprüft wurden, im neuen Jahr wie Phönix aus der Asche erheben.



Freitag, 16. Dezember 2011

Konsumierst Du noch oder lebst Du schon?

"Weihnachten wird unterm Baum entschieden".
Wer kennt sie nicht, die diesjährige Saisonwerbung von Media Markt, in der uns abwechselnd hysterische Kinder durch die Linse anschreien und sich affenhaft brüllende Männer ob ihres neuen Flatscreen-Plasma-Fernsehers lustvoll auf ihre Gattin stürzen, während der Rest der Familie krakelend über der grauenhaft gemetzelten Weihnachtsgans hängt?
Auf den ersten Blick fand ich die Werbekampagne witzig, doch umgehend meldete sich das Hinterstübchen "Moment mal. Das ist ja schon fast geschmacklos." Und je mehr ich drüber nachdachte, desto mehr erhärtete sich mein Eindruck. Diese Werbung soll polarisieren, und das hat sie auch geschafft. Gerade eben beriet sich der Deutsche Werberat darüber, ob hier eine offizielle Rüge an den Elektroriesen ausgesprochen werden soll, da man sich nicht sicher war, ob durch die Kampagne religiöse Gefühle verletzt würden. Man kam zu dem Schluss, nö, Rüge ist nicht nötig. Mal ehrlich, was hätte sie auch gebracht? Das ist wie eine erste Mahnung, weil man vergessen hat, seine Rechnung zu bezahlen.
Allerdings - so ganz dumm ist der Ansatz des Rates nicht. Denn tatsächlich ist diese Kampagne hintergründiger, als sie zunächst scheint. Ein wohl sehr zynischer Kopf muss sich hinter jener Zeile verbergen. Wahrscheinlich einer, der entweder sowieso nicht viel mit der Geschenkeschlacht am 24ten am Hut hat, weil er allein daheim im Unterhemd Abend für Abend seine Katze rasiert, oder jemand, der mit fünf Kindern gesegnet angesichts der stets utopischer (und teurer) werdenden Wünsche ein schmerzvolles Lied über seinen leeren Geldbeutel singen kann. Oder jemand, der einfach generell die Nase voll vom Konsumterror hat. So wie ich.
"Weihnachten wird unterm Baum entschieden." Dieser Satz ist für mich DER Stempel für unsere heutige Gesellschaft. Religionsverletzungen, nein, die entdecke ich hier ebenfalls nicht. Dafür aber eine, nein sogar zwei Wahrheiten, die umso mehr ins Fleisch des Gewissens schneiden Was ist denn heute noch Weihnachten? Jeder freut sich wochenlang auf die Christkindlmärkte und Glühweine, den Schnee und die gebrannten Maroni, die festlich gedeckte Tafel und das idyllische Zusammensein im kerzenbeschienenen Kreise der Liebsten, während Demis Roussos heilige Liedchen schmettert. Wieso machen wir uns Jahr für Jahr was vor? SO tritt das bei den Wenigsten ein. In Wahrheit ist Weihnachten gerade wegen dem Zusammentreffen derart vieler Familienmitglieder auf engstem Raum die Aggressionszeit Numero Uno, und die Scheidungsanwälte reiben sich unter der karibischen Palme in wilder Vorfreude die Hände, weil sie wissen - ab dem 27ten klingelt es in der Kanzlei Sturm und die alleinstehende Frau Hille aus dem Vorzimmer hat sich sowieso zum Dienst zwischen den Jahren bereit erklärt (ihre Katze ist übrigens dauerrasiert). Wir alle wollen, dass es Weihnachten um uns geht, unsere Familie, unsere Gefühle füreinander. An der Oberfläche. Unten drunter, da brodelt es, und gerade die Kiddies können noch nicht einordnen, dass Tante Gerti ihnen die heissersehnte X-Box nicht deswegen schenkt, weil sie sie so unheimlich lieb hat, sondern weil sie der Mutter bzw. eigenen Schwester eins auswischen will für deren Kritik an Gertis drittklassigem Essen an ihrem Geburtstag letzten Sommer. Schenkt Mutti nämlich nur nen Bagger, na ratet mal, wer ab sofort bei Junior die besseren Karten hat und in den nächsten Wochen stets lobhudelnd von der Brut erwähnt wird?
Genau.
Der Werbemensch hat etwas auf den Tisch bzw. in die Medien gebracht, was endlich mal gesagt werden musste. Etwas, das zeigt, worum es Weihnachten mittlerweile wirklich geht. Leider.
Weihnachten, das ist Krieg!
Es geht um Macht.
Mal in kleinen, mal in grösseren Dosen.
Die Geschenke sind dabei das Napalm der lieben Verwandschaft.
Und das kann nun wirklich nicht der ursprüngliche Sinn des Festes gewesen sein.
Mir persönlich quoll mein Konsumtoleranzfass heute Morgen über, als ich zufällig seit circa einem Jahr wieder mal eine gewisse Stylingzeitschrift in die Hände bekam und zuerst amüsiert, dann schockiert durchblätterte. Seit Ewigkeiten gebe ich mich diesem ganzen "Musst-Du-haben"-Schwachsinn nicht mehr hin, trage das, was mir gefällt und mache meinen eigenen Instyle (Achtung - Wink ☺ ). Was da versucht wird, Otto Normalfrau alles unter die Kappe zu jubeln, ist der helle Wahnsinn. Und wer sich dann im Vergleich zu diesen und jenen Modetips mal die Chefredakteurin des Magazins anschaut, der muss schon recht schwer von Begriff sein, um eine gewisse Komik nicht zu erkennen. Wer bitte, lässt sich von einem dermassenen - oftmals ungeschminkten oder auch geschminkt einfach nicht wirkenden - Gesichtsgünther Mode- und Beautyratschläge erteilen, wenn jener sie (derart vielen Fotos zur Folge) offenbar selber nicht beherzigt und daher kommt wie die Vogelscheuche aus der Zauberer von Oz? Und ja, das ist jetzt sehr gemein - hochgeschlafen kann sie sich einfach nicht haben. Oder etwa doch? Dann war da aber jemand sehr verzweifelt, doch lassen wir das.
Egal, weshalb sie ihre Position hat, ihre Botschaften kann ich aus eben genannten Gründen einfach nicht (mehr) ernst nehmen. Ob nun zur Weihnachtszeit oder generell das ganze Jahr über.
Und da ich mir denke, dass hinter allen Konsumgehirnwäschen per Plakat, Litfasssäule, Werbespot und Co. derartige Nacktmulle stecken, lasse ich mir einfach nichts mehr aufdrücken. Zu Weihnachten, da wird der Kamin angeschmissen, ferngeschaut und bei Wienerle und Kartoffelsalat der neueste Klatsch und Tratsch ausgetauscht, bei vorhandenem Schnee auch mal mit dem Hund draussen gespielt. Sollte es tatsächlich ein Geschenk geben, dann nur ein kleines und zwar eines, das von Herzen kommt.
Das ist es, worauf es wirklich ankommt.
Das ist es, was Leben wirklich ausmacht.
Konkurrenzschenker und Geschenkekonkurrenten können mir einfach nur Leid tun.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Besuch von Meister Eder

Man solls ja nicht für möglich halten. Es gibt auch nette "Besuche" von drüben...
Heute Nacht - ja Ihr dürft jetzt alle lachen - klopfte Gustl Bayrhammer an meine mentale Tür, einfach so, um einen kleinen Schwatz zu halten. Naja, ehrlich gesagt vielmehr, weil er über seinen Tod bzw. seinen Herzinfarkt sprechen wollte. Wie er sich in dem Moment gefühlt hat usw. Ich hab einfach nur zugehört, denn was medizinisches Fachwissen in Bezug auf Myokardinfarkt und Co. angeht, bin ich nun einmal absolut blank. Das schien Herrn B. aber nicht zu stören, und so plauderte er einfach in seiner typisch urbayerischen Art weiter daher, um sich irgendwann wieder freundlich zu verabschieden
Ein wirklich sehr angenehmer Charakter.
Und endlich mal ein wirklich angenehmer Besuch.


Montag, 5. Dezember 2011

X-Man Meeting - (M)Ein Jahresrückblick

Irgendwie gibt es soviel zu erzählen, dass ich nicht weiss, wo anfangen. Vielleicht wärs gar nicht schlecht, zum langsamen Jahresausklang sämtliche Ereignisse mal Revue passieren zu lassen. Anlass hierfür ist mein NM, der mir - irgendwann musste es ja kommen - neulich zufällig über den Weg lief. München ist ja nicht gross genug. Er hat mich nicht bemerkt, wodurch es mir möglich war, ihm und seinen Begleitungen einen interessierten, langen Blick zu widmen. Ja, zugegeben, neugierig bin ich ja schon ☺ Mein Fazit aus dieser kleinen Beinahe-Begegnung ist nun folgender Jahresrückblick:

Ein Käfig(loch), aus dem ich mich befreite und der alles andere als golden war (wenns wenigstens das gewesen wäre -.-).
Innerhalb von nur vier Tagen eine neue, bezahlbare, tolle Wohnung mit Garten mitten in München (normalerweise ein Ding der Unmöglichkeit).
Abenteuerliche Vorkommnisse beim Möbelkauf (Möbelkauf ist Krieg!).
Erschreckende Erkenntnisse, wie tief eine Person blicken lassen und somit sinken kann.
Grosser Nachholbedarf in Sachen Freiheit (Weggehen, Männer, so manche kleine bis mittlere Katastrophe, über die ich mittlerweile amüsiert schmunzeln kann).
Selbstreflexion, schonungslos und nicht zu knapp (und noch lange nicht am Ende).
Das grosse Flupp (gesundheitlich und so).
Mein heissgeliebter Hamstermann, der mir gezeigt hat, wie sehr ich ein Tierchen in meinem Leben vermisst habe (siehe Käfig Punkt Eins) - nie wieder ohne Hamster!
Gewichtsschwankungen durch Stress und Co. (runter, rauf, runter, rauf - mittlerweile wieder gut eingependelt).
Blut, das immer dicker als Wasser ist. Immer (thanx to my parents) ♥
Und das Highlight für dieses Jahr:
Meine Freunde und mein Freund (ja, lange hab ich die Klappe gehalten, gleich mehr dazu).

Es sagt viel über einen Charakter aus, wenn man sich - vielleicht aus Einsamkeit, meiner Meinung nach aber eher aus schlichter Bequemlichkeit - nun erneut mit Menschen umgibt, die für mich nicht nur ebenso charakterlich bedenklich sind (gleich und gleich gesellt sich schliesslich gern), sondern über die "man" auch in der Endphase des gemeinsamen Beisammenseins nicht wirklich gute Worte über hatte. In meinen Augen sehr unfein, vielleicht aber auch schlicht bedauerlich.

Mir wurde versucht zu vermitteln, was ich für ein schlechter Mensch sei (ich nenns Kind einfach mal direkt beim Namen). Nun, ich habe dieses Jahr komplett wieder bei Null angefangen. In jeglicher Hinsicht. Und trotzdem nenne ich nun derart viele neue, vor Allem aber hochkarätige Freunde mein eigen, wie ich sie mir nie hätte erträumen lassen. So schlecht kann ich also doch nicht sein. Und weil sie mir so geholfen haben, sollen sie alle an dieser Stelle erwähnt werden:

Da wären - natürlich an erster Stelle und als Spezialpunkt - meine Eltern, die immer hinter mir stehen, egal was passiert, und die mir helfen, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herz bin ♥

Da wäre Christian 1, der mir ein Obdach gewährte, als ich es brauchte, der mit mir meine Pflanzen rettete, mir einen Tisch lieh, als ich keinen hatte, und der mir half, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herz bin ♥

Da wäre Christian 2, der beim Weggehen über einen kleinen Kampfzwerg stolperte und mir dadurch fast vor die Füsse fiel, der mir handwerklich soviel beim Aufbau der Wohnung half, der mit mir zusammen 1:1 durch alle Höhen fliegt und durch alle (Un-)Tiefen einer solchen (manchmal leidvollen) Erfahrung watet, der nun mein mir liebster Freund ist und der mir half, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herz bin ♥

Da wäre Mellie, die nur eine Woche nach meinem Einzug in die neue Wohnung ein ähnliches Schicksal erlitt, praktisch obdachlos wurde und mit der ich über Wochen hinweg eine Wohnung teilte, in der nur Kartons standen, deren Küche nicht nutzbar war und in der das Bett aus einer Doppelluftmatratze bestand (die uns manch kalten Hintern bescherte). Dieser Zusammenhalt hat uns so zusammengeschweisst, dass ich sie nun meine mir liebste Freundin nennen darf, die mir half, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin. Gemeinsam gegen den Rest der Welt ♥

Da wäre Domi, den ich zufällig (und recht frech) übers Internet kennengelernt habe, mit dem ich die Nächte durchmachen kann, sei es mit Essen, Trinken und eeeeendlosen (ich meine eeeendlosen) Diskussionen, sei es mit streiten (wobei wir da endlich den Bogen gekriegt haben), sei es mit abhotten bis in der Früh und mit dem abschliessenden Verzehr eines Burgers um 6 Uhr am Morgen, der mich "spontan"☺ zu einem Wochenende in Wien mitnahm, der mir erst neulich sagte, dass ich das Schönste sei, was ihm dieses Jahr passiert ist, der nun mein zweiter mir liebster Freund ist und der mir half, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin ♥

Da wären Christiane und Alexander, die ich zufällig wegen einer gemeinsamen Vorliebe für Ben & Jerry's im Internet kennengelernt habe, die mich sofort in ihre grossen Herzen schlossen, mich aus meinem Mauseloch rauslockten und die mir halfen, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin (ich faule Nuss muss mich da mal wieder melden) ♥

Da wären... noch so viele, die alle erwähnt werden müssten, weil sie mir alle dieses Jahr auf die eine oder andere Weise beigestanden haben und die mir halfen, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin (ich habe Euch nicht vergessen, Ihr alle seid einfach wundervoll) ♥

Und da wäre noch Aljoscha, der zunächst "nur" ein Kumpel war und der vor Kurzem zusammen mit mir erkennen musste, dass man sich noch so oft sagen kann, dass man nicht will bzw. erstmal das Singleleben geniessen möchte - wenn der Blitz einschlägt, dann meist dann, wenn man eigentlich so richtig die Nase voll hat. Der mir zeigt, dass eine Beziehung so sein kann, wie ich sie mir immer gewünscht habe - nämlich gesund und normal. Der mit mir zusammen kocht und anschliessend auch aufräumt (ich kenn das gar nicht), der mit mir das Nachtleben unsicher macht, der mit mir ins Kino geht, der mich in den Arm nimmt, ohne dass ich etwas sagen muss, der mit mir zum All U Can Eat Running Sushi geht, der mich fragt, was ich mir zum Geburtstag wünsche (wie gesagt, der überhaupt fragt, der sich Gedanken macht, und nicht sagt "Nein, das kriegst Du nicht!" - "Aba... ich wünsch es mir doch so sehr..." - "Nein, das kriegst Du nicht, dafür geb ich mein Geld nicht aus, wünsch Dir was Anderes." oder "Bestell Dir einfach was und gib mir die Rechnung.", während ich mir für denjenigen welchen nen Wolf nach chicen, teuren Lederhandschuhen gesucht habe, weil die eigenen verbummelt wurden. Ein Kommentar zu einer gewissen Herz- und Lieblosigkeit diesbezüglich erübrigt sich -.-). Der mir Ruhe schenkt und gleichzeitig mit mir Wildpferde stiehlt. Der mich zum lachen bringt und mich glücklich macht. Und und und... der mir hilft, wieder zu erkennen, dass ich ein wertvoller Mensch mit einem tollen Herzen bin ♥

Von ganzem ♥en sage ich diesen Menschen DANKE für ihre Liebe, ihre Freundschaft und ihre Hilfe. 2011 war wirklich ein schlimmes Jahr. Ihr seid für mich da gewesen.
That's what friends are for.


Freitag, 4. November 2011

Welcome back

Da war er wieder.
War ja klar.
Wieder nur für einen minimalen Moment, verbunden mit einem anschliessenden Aufschrecken, liess er sich blicken.
Diesmal wählte er die Gestalt, welche seine wahre ist und die er mir vor langer, langer Zeit schon einmal gezeigt hat (ich weiss nicht, ob ich Euch schon davon erzählt habe, vielleicht später einmal mehr dazu) - ein attraktiver Mann mit schwarzen, schulterlangen Haaren und der Ausstrahlung eines Raubtieres. Er sass einfach nur vor mir, auf der anderen Seite eines Tisches, und blickte nach unten. In dem Moment, als ich etwas sagen wollte, hob er blitzartig den Kopf und schaute mich eindringlich mit seinen dunklen Augen an - welche sich nur eine Sekunde später mit Feuer füllten. Das war der Moment, in dem ich (mal wieder) hochschreckte.
Die Situation war diesmal nicht so bedrohlich wie sonst. Und trotzdem erschien sie mir wie eine intensive Warnung. Es gibt zwei Gründe, weswegen er sauer sein könnte, sie sind mir voll und ganz bewusst. Den einen kann und den anderen will ich nicht ändern.
Sehs schon kommen.
Wenn er mal wieder die Chance für einen grösseren Besuch bekommt, kann ich mal sowas von in Deckung gehen.
Au Backe.


Montag, 31. Oktober 2011

Trick or Treat



Kürbisfratzen, Kerzenlichter,
gruselige Geistgesichter.
Heut ist nichts, wies bisher schien -
Ich wünsch Euch HAPPY HALLOWEEN!

Montag, 24. Oktober 2011

Von Zufällen, Zungen und echt guter Musik

Gerade habe ich meinen inneren Nerd heraushängen lassen und mich aufgrund der Ereignisse der letzten Tage/Wochen mit der Begrifflichkeit "Zufall" beschäftigt. Ein Zufall liegt laut Wikipedia dann vor, "wenn für ein einzelnes Ereignis oder das Zusammentreffen von mehreren Ereignissen keine kausale Erklärung gegeben werden kann. Als kausale Erklärungen für Ereignisse kommen in erster Linie allgemeine Gesetzmäßigkeiten oder Absichten handelnder Personen in Frage. Die "Erklärung" Zufall ist also gerade der Verzicht auf eine (kausale) Erklärung."
Hua.
Nun gut. So betrachtet war mein Leben bisher eine ziemlich grosse Anhäufung von Zufällen, manchmal mehr und manchmal so überhaupt nicht erklärbar. Na meistens eher Letzteres.
Ist es zum Beispiel Zufall, dass man drei Wochen vor seiner Hochzeit einen Anruf seines ehemaligen Nachbars von vor drei Jahren erhält, mit dem gerade mal ein mickriger Kuss gelaufen war (nach welchem er nebenbei bemerkt geradezu fluchtartig ohne weiteren Kommentar auszog *hust*) mit der Frage "Ja hallo, gell ist ne Überraschung, hey ich würd Dich gern mal wieder sehen, wann kann ich vorbeikommen, was machst Du so"? Meine Antwort lautete entsprechend schlagfertig "Och Du, nichts Besonderes, leben, arbeiten, in drei Wochen heiraten", worauf er ziemlich schluckte und dann meinte, es sei in Anbetracht dieser Tatsache wohl doch besser, er würde auf einen Besuch verzichten. 100 Brownie Points für den Herren. Wieso sticht ihn nach drei Jahren ausgerechnet drei Wochen vor meinem Gang zum Altar derart der Hafer, dass er bei meinen Eltern anruft (Doppelhua!) und sich nach meiner Telefonnummer erkundigt? Ist das Zufall?
Ich weiss es nicht. Aber lustig wars.
Ist es zum Beispiel Zufall, dass ich mit 18 Jahren in einer Metaldisco von genau dem Kerl angebaggert werde, der mich fünf Jahre zuvor auf dem täglichen Weg zur Schule immer als "fette Sau" usw. gemobbt hat? Ein Kind kann wirklich grausam sein. Und Rache kalt am süssesten. Ich spielte nämlich grinsend mit, nur um ihn im passenden Moment mit der bitteren Wahrheit zu konfrontieren. Diese aufgerissenen Augen, gefolgt von tausend Entschuldigungen, waren Genugtuung hoch zehn. Ist das Zufall?
Ich weiss es nicht. Aber lustig wars.
Ist es zum Beispiel Zufall, dass ich gerade einen Kerl kennengelernt habe, den ich ansprach, weil er mir irgendwie bekannt vorkam, nur um am nächsten Tag festzustellen, dass meine Freundin und Arbeitskollegin mit genau eben jenem Herren vor zwei Wochen das (Knutsch-)Verngügen hatte? Sie fand ihn furchtbar, ich interessant. Wie gross ist denn eine solche Wahrscheinlichkeit, zumal wir beide in Bezug auf Männer einen völlig unterschiedlichen Geschmack haben, und er weder ihrem noch meinem Beuteschema entspricht? Mein bester Freund fragte bereits, ob wir nun (Zitat) "Zungenschwägerinnen" seien? Dreifachhua! Wenigstens haben der betreffende Herr, meine Freundin und ich das Ganze mit Humor genommen und herzlich darüber gelacht. Ist das Zufall?
Ich weiss es nicht. Aber lustig wars.
Ist es zum Beispiel Zufall, dass ich am Samstag auf der Party meines zweiten besten Freundes ein echt süsses Mädel kennengelernt habe, das musikalisch mächtig was auf dem Kasten hat und von meinen schriftlichen Ergüssen ebenso angetan ist wie ich von ihrer Musik? Ist das Zufall?
Nein, das dann wohl eher nicht. Aber lustig wars.
In diesem Sinne - ♥lich willkommen bei meinen Lesern, Mila - und mach weiter so klasse Mucke!


Samstag, 15. Oktober 2011

Coco aus der Mülltonne


Mein Herzenshamster.
Mein Mülltonnenfindelkind.
Mein geduldiger Augenpatient.
Mein Ein und Alles.
♥ ♥ ♥

Samstag, 8. Oktober 2011

Muster, go home II

... und manchmal sind es Menschen, von denen man es am wenigsten erwartet, die ohne Vorwarnung in einem vollkommen nüchternen Ton einen derart simplen, aber dafür so fundamentalen und "Zong!"-verursachenden Satz raushauen, dass man sie am liebsten dafür knutschen möchte ♥

Montag, 3. Oktober 2011

Das je ne sais quoi oder Muster, go home!

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die uns die Augen öffnen. Die uns in ihrer banalen Trivialität einen solchen Tritt in den Magen verpassen, dass es uns beinahe auf den Hintern wirft. Wie ein simples Nutellabrot. Oder eine nicht vorhandene Zigarette.
Muster sind das Allerletzte, und ich spucke dieses Wort mit einer derartigen Abscheu aus, dass ich mit der Kraft, die dahinter steckt, jeden Kirschkernweitspotzwettbewerb auf dem lokalen Sommerfest gewinnen könnte. Wir alle haben sie. Wir alle leben sie. Wir alle lassen uns durch sie bestimmen in unserem Handeln, unserem Denken. Nicht jedes Muster ist schlecht für uns, denn es hat sich schon locker trillionenfach weltweit bewährt, vor dem Überqueren der Strasse nach links und rechts zu sehen. Oder nach dem Kochen sofort die Herdplatte abzustellen, bevor sie leise vor sich hinkokelt und das ganze Haus niederbrennt. Das sind Muster, die wir erlernt haben, indem sie uns bewusst beigebracht wurden, oder indem wir uns einfach was bei unseren Eltern usw. abgeschaut haben. Solche Dinge sind relativ simpel zu durchleuchten.
Schwieriger wird es, wenn wir vom Alltagskram wegblicken, und zwar in uns hinein. Ihr ahnt sicher schon, was jetzt kommt. Wir alle haben einen gewissen Menschentyp, den wir bevorzugen, ungeachtet der Optik. Ja, richtig gelesen, wir reden hier jetzt nicht von dem Adonis mit den Terence-Hill-Augen oder dem Knuddelbär mit dem Anschmiegbäuchlein. Wir reden von den Menschen, die uns faszinieren, sobald wir ihre Aura spüren. Sicher, das hört sich jetzt hochtrabend schwülstig und abgehoben esoterisch an, leider fehlt mir gerade ein passenderer Ausdruck, um nahezubringen, was ich meine, also nehmen wir den jetzt. Es gibt Menschen, die sehen wir nur einmal kurz an und wissen sofort, was sie einmal für uns bedeuten könnten, meistens dann auch irgendwann werden. Weil sie etwas haben, dass man nicht greifen kann, und was uns trotzdem fesselt. Man könnte jetzt den Begriff des "gewissen Etwas" verwenden, und ehrlich gesagt neige ich sehr dazu, da uns auch hier das Sortiment jener Terminologie kläglich im Stich lässt. Nicht selten schon bekam ich selber zu hören, ich würde "es" besitzen, und blickte sofort an mir herunter, was wirklich? Wo isses denn und was ist es, wo, wo, was?! Erklären konnten es mir die Betroffenen nicht so recht, ich hätte "es" einfach. Da hab ich mir dann schon mal meine Gedanken zu gemacht. Isses meine unkomplizierte Art, das Kumpeltypische, gepaart mit der *hust* netten Optik? Und andersrum, was ist es bei denjenigen, von denen ich behaupte, sie hätten das "je ne sais quoi"? Was das betrifft, kam ich bisher immer nur auf einen Nenner, der mir fast peinlich ist, ihn zu offenbaren - Arschloch. Et voilà, da wären wir, das Muster hat nen Namen. Dummerweise fällt mir fast immer erst im Nachhinein auf, wie lange ich mich um diese Person bemüht habe (mal so, mal so, schliesslich dreht es sich nicht immer nur um Amore). Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen, wie sehr ich mich zum Fallobst gemacht habe, weil es mir, die jene Person ja schätzt, wichtig ist, dass es ihr gut geht, vor Allem, wenn man gewisse Dinge aus deren Leben kennt. Zum Dank dann emotional getreten zu werden, ist wahrlich nicht das, was man für seine Bemühungen erwartet.
Hiermit bekenne ich - mein Muster heisst Arschloch. Und ich falle immer wieder drauf rein, sei es als Lover, aber auch einfach nur als Freund. Schön blöd. Das Gute aber ist, EmBy lernt dazu. Manchmal ist die Leitung zugegeben ziemlich lang, auch weil ich selber erst spät merke, wie sehr mir so etwas eigentlich zusetzt (sind wir nicht alle super im Verdrängen?). Aber der Funkspruch "Mädel, Muster!" kommt allmählich immer öfter an. Und dann heisst es handeln. Sich selber zu schützen, indem man sich gnadenlos ehrlich fragt, sag mal Alte, was machstn Du da, hast Du das denn wirklich nötig?
Mir ist heute Nacht ein solches Lamperl aufgegangen, ach was sag ich, es ist ein ganzer Lampenladen - Muster, ahoi.
Ich werde meine Konsequenzen ziehen, in dem Mass, wie sie für mich gesund und vertretbar sind. Das wird sicher nicht schön, das weiss ich jetzt schon, aber kneifen gilt nicht. Und mittlerweile fühle ich mich wieder stark genug, mich solchen Unannehmlichkeiten zu stellen.
Muster, go home!
Ich denke mal, Ihr kennt das auch...

Dienstag, 16. August 2011

Feuertraum, kühle Lippen


Nach einem Tag, den ich bisher eigentlich gerne vergessen würde (siehe den Spoofing Ärger im letzten Post), klingelte es gerade an der Tür. "Wat, schon wieder die Zeugen?", dachte ich mir stirnrunzelnd und tapste gen Wohnungseingang. Dort stand zu meiner Überraschung mein Nachbar. Er habe ein Päckchen gefunden, das an der Haustüre einfach abgelegt worden sei (danke an den Postboten fürs Nichtklingeln!!!), meinen Namen drauf gelesen und einfach mal mitgenommen.
Hä?
Watn dat?
Absender Sphera Verlag?
OOooOoOOOOOoooooooooooh...
Schnell gespannt bedankt, zurück inne Bude, Päckchen aufgerissen und nur noch gefreut, gefreut, gefreut. Was drin war, seht Ihr auf den Fotos.
Manchmal braucht man schöne Überraschungen so dringend wie die Blumen das Licht.
Danke geht hierbei nochmal an den Verlag (und die Müllmails, falls noch welche kommen, bitte einfach löschen, ja?)!



Sonntag, 7. August 2011

Und wo wir grad dabei sind...

...muss ich Euch gestehen, Euch etwas unterschlagen zu haben, was sich schon vor circa zwei Wochen zutrug, mich aber richtig alle gemacht hat. Vielleicht trägt das auch mit zu meiner derzeitigen Verfassung bei, oder meine Verfassung bedingt die Instabilität meines Schutzes, man kanns nun drehen und wenden, wie man will.
Viel weiss ich ehrlich gesagt nicht mehr, nur dass ich in jener besagten Nacht nen richtig fetten Kampf mit einem Herren der übleren Sorte ausfechten musste, bei dem ich mich sauber verkalkuliert hatte.
Hand aufs Herz, ich kann mich nicht mehr erinnern, wie es überhaupt passierte, dass wir aufeinander trafen, ich weiss nur noch, dass er hinter den Seelen kleiner Kinder her war und ich ihn verdammt nochmal daran hindern wollte, sie zu stehlen. Erstaunlicherweise war er für mich - sehr unüblich - komplett unsichtbar und trotzdem spürte ich seine Gegenwart. Er merkte, dass ich hinter ihm her war und tat das Einzige, was ihm übrig blieb. Er ging zum Angriff über.
Es war, als würde eine riesige Welle Luft über mich hinwegrollen, ich fühlte förmlich, wie sie auf mich zudonnerte wie ein Auto auf ein Reh auf der Fahrbahn, und gleich dem Reh schaffte ich es gebannt ob dieser Macht nicht, mich aus dem Staub zu machen. Was dann folgte, habe ich in meiner gesamten medialen Laufbahn so noch nicht erlebt. Ich schloss im Traum die Augen und konzentrierte mich aufs Fühlen. Er packte mich, wirbelte mich durch die Luft, rammte mir spitze Dinge in den Körper, schnitt mir zentimetertiefe Wunden und riss mir letzten Endes mit einem lauten "Ratsch" die rechte Hälfte meiner Kopfhaut ab, die danach noch an dünnen Hautfetzen heruntergeklappt im Wind baumelte. Das Blut floss mir in Strömen den Rücken herab und bedeckte mich mit seiner wohligen Wärme. Erst da, als ich am Boden lag, nahm er Gestalt an, drehte sich um und machte sich auf den Weg ins nächste Haus, aus dem ein kleines Kind weinen zu hören war. Ich sah, wie er hineinging und nur Sekunden später herrschte Stille. Mit letzter Kraft rappelte ich mich auf, blutend, zerfetzt wie er mich zurück gelassen hatte und lief ihm entgegen, als er das Haus wieder verließ. Fragt mich nicht, woher ich es auf einmal wusste, aber ich schrie ihn auf Englisch an "Peter, what have you done? Why are you doing this?!" Und er, dunkel gekleidet und mit einer weissen Glatze versehen, liess mich für einen Moment hinter sein anderweltliches Äusseres blicken. Ich erkannte einen kleinen, leicht untersetzten Mann mit einem schwarzen Pferdeschwanz, Brille und Doppelkinn, schlecht rasiert obendrein, der mich nur anblickte und sagte "Because it's my job."
Danach wachte ich schweissgebadet auf.
Einen Reim auf diesen Traum kann ich mir bis heute nicht machen. Einige Details habe ich vorsichtshalber auch weggelassen, weil ich nicht weiss, ob sie veröffentlicht werden sollten, zu meinem Schutz und vielleicht auch Eurem. Mir ist bekannt, womit er mich so schwer verletzt hat, doch woher ich seinen Namen wusste und die Tatsache, dass ich Englisch mit ihm sprechen musste, ist mir ein Rätsel.
Eines weiss ich jedoch ganz sicher - das nächste Mal spiel ich nicht mehr so unbedacht den Helden.
Nicht mal im Traum.

Montag, 25. Juli 2011

Rendezvous mit einem Dämon

Eigentlich trau ich michs fast noch nicht, laut zu sagen. Denn wenn meine Vermutung stimmt, dann wäre das für mich schöner, als fünf Tage Halloween am Stück.
Am Wochenende waren mein Freund und ich wieder einmal unterwegs. Für die, die es nicht mitbekommen haben - ja, es gibt wieder jemand ganz Besonderen, nachdem ein erster kleinerer Versuch mit einem entsprechenden Kandidaten mehr oder weniger schmerzhaft in die Hose ging. Übung macht bekannterweise den Meister, also wieder rauf aufs Pferd. Wobei das alles nicht geplant war, aber wann ist es das schon einmal?
Wir beide starteten also in eine Disse im Umkreis, deren Name ich aus gleich folgenden wie nachvollziehbaren Gründen nicht nennen möchte. Dort angekommen, hakte ich mich bei meinem Holden unter, denn 13 cm Absätze und Schotterparkplatz kommen zusammen ungefähr so gut wie Vanilleeis auf Pommes. Wobei, das hab ich schon mal probiert, schmeckt gar nicht schlecht, aber das ist wieder ein anderes Thema. So stolzierten wir in Gruftkleidung erhaben wie zwei Monarchen vor der Erfindung der Guillotine die Stufen zum Tanzsaal empor und drückten uns am Rand der Tanzfläche entlang nach hinten zur lokalen Getränkestation, sprich Bar. Dort angekommen und umgehend mit leckerem Gebräu versorgt, liessen wir unsere Blicke schweifen. Auf einmal fing mein Freund schallen zu lachen an, fasste sich an den Kopf und meinte, das könne wohl nicht wahr sein, da hinten im Eck sei seine Ex. Es sei angemerkt, dass beide bereits seit mehreren Jahren nicht mehr zusammen sind, dass das Ende nicht sehr schön war und beide sich seither trotz gleichem Lokalitätenrevier nie mehr begegnet sind. Doch ausgerechnet heute, in einer Disse mitten am AdW, wo mein Freund und ich miteinander weggehen, laufen wir ihr über den Weg. Natürlich war sie nicht allein, sondern hatte sich mit einigen illustren Persönlichkeiten (alias Reissäcke, denn so war deren Ausstrahlung) umgeben, auch allesamt meinem Freund bekannt. Mir war im Vorfeld schon Einiges über diese Herrschaften angetragen worden, und so entschloss ich mich, alle gepflegt zu ignorieren. Auch, wenns jetzt superarrogant klingt, der gesamte Haufen kann mir nicht mal in 100 Jahren das Wasser reichen. Unsere Ignoranz pflegend, spürten wir den ganzen Abend mindestens 5 Augenpaare auf uns ruhen, und wann immer ich mehr zufällig als absichtlich in deren Richtung blickte, huschten die Köpfe sofort in eine andere Richtung. Auf dem Weg zur Toilette vernahm mein Holder, wie sich zwei Damen aus jener Riege munter bzw. missgünstig über uns unterhielten. Schon klar, würde mir auch stinken, wenn mein Ex und seine neue Biene eine Mordsgaudi auf der Tanzfläche haben, während mein Gefährte den ganzen Abend wie ein nasser Sack in der Ecke hängt.
Nun begab es sich an dem Abend, dass mir mein Freund zu den mir bereits bekannten Geschichten noch eine Anekdote erzählte, die mich so aus den Socken haute, dass alles zu spät war. Näheres möchte ich nicht sagen, da privat, doch geht es grob umrissen um etwas, dass ich persönlich als "Verrat am Partner" betitel. Wie sich Menschen, die sich solcher Praktiken bedienen, morgens noch im Spiegel betrachten können, ohne umgehend kotzen (Verzeihung) zu müssen, ist mir ein Rätsel. Gut, die Geschichte war erzählt, ich hatte mich empört, und weiter ging die Feier. Ein, zwei Lieder später entfernte sich mein Holder gen Tanzfläche, während ich unsere Getränke an der Bar bewachte. Und da passierte es.
Ohne, dass ich damit gerechnet hätte, spürte ich plötzlich, wie er sich bemerkbar machte, gleich einem kalten Winterhauch, der sanft über nackte Haut streichelt. Gänsehaut lief mir die Arme rauf und runter, und ich dachte nur, verdammt was soll das denn jetzt? Dachte ich, die "Anfass-Geschichte" von neulich sei schon ein starkes Stück gewesen, wurde ich in dem Moment eines Besseren belehrt. Ich spürte, wie er sich wie ein Nebel auf mich legte und von meinem Herzen Besitz ergriff. Ja, das hört sich jetzt megameschugge an, aber wartet noch kurz, bevor ihr mir ein weisses Jäckchen mit superlangen Ärmeln verpasst. Eine schier unbändige Wut packte mich, und unsichtbare Hände wollten mich an meinen Schultern vom Barhocker zerren, um schnurstracks Richtung "feindliches Lager" zu marschieren (das mir im wahrsten Sinne des Wortes wirklich wurscht war) und sämtlichen dort anwesenden Charakterschweinen gepflegt die Gesichter zu demolieren. Es erforderte eine immense Anstrengung, mich auf dem Hocker zu halten, und ich kämpfte wie eine Blöde, nicht die Fassung zu verlieren. Wenige Augenblicke später war mein Freund an meiner Seite und fragte sofort, was los sei. Da verschwand der Druck an meinen Armen. Ich erzählte meinem Partner, was soeben passiert bzw. wer soeben da gewesen war. Da meinte er, er habe von der Tanzfläche aus immer wieder zu mir geblickt und eine plötzliche Veränderung in meinem Wesen wahrgenommen, die er sich nicht habe erklären können. Die Körperhaltung habe sich gestrafft und angespannt, das Gesicht habe jegliche Mimik verloren und die Augen wären wie die einer Wildkatze auf Beute fixiert gewesen, kurz bevor sie sich auf sie stürzt. Da habe er sofort die Tanzfläche verlassen, um nach dem Rechten zu sehen. Ergänzenderweise muss ich gestehen, dass mein Freund und er sich bereits kennengelernt hatten. Und das ausgerechnet an unserem ersten Date. Einen besseren Zeitpunkt hatte er sich wirklich nicht aussuchen können. Nur soviel sei gesagt, ich weiss nicht mehr viel von dem Abend. Aber ich muss im wortwörtlichen Sinne einen gewaltigen Eindruck hinterlassen haben. Klar, leicht kränklich, unter Medikamenten stehend, dann noch mit zwei Gin Tonic bestückt, welche Sehende schafft es da noch, ihren Schutzwall aufrecht zu erhalten? Und trotzdem hat mein Freund sich nicht abschrecken lassen. Hat durchgehalten, hat ihm die Stirn geboten. Offenbar scheint das bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben.
Es war das erste Mal in unserer Jahre(/hunderte) langen Symbiose, dass er sich für jemand anderen eingesetzt hat. Dass er bereit war, sich in aller Öffentlichkeit für jemanden zu rächen, den er bis vor Kurzem noch nicht gekannt hat. Diejenigen zu verletzen, die selber auf schändlichste und niederträchtigste Weise dem Menschen Leid zugefügt haben, der mir seit Kurzem so unendlich viel bedeutet. Naja, eigentlich wär praktisch betrachtet ich diejenige gewesen, die wie ein rasende Irre auf den Haufen zugestürmt wäre ("Nein, Herr Vorsitzender, das war nicht ich. Ich wurde dazu gezwungen." - Wir wissen ja, wie das aussieht, gell?). Ich sage nur leise danke dafür, dass ich genügend Kontrolle über ihn hatte, und dass mein Freund rechtzeitig zur Stelle war, um mich abzulenken.
Auch, wenn es auf der einen Seite doch bedenklich anmutet, wie er mittlerweile in der Lage ist, mich zu beeinflussen, und wie stark seine Macht geworden ist, umso erstaunlicher ist es auf der anderen Seite, dass er offenbar in meinem neuen Partner jemanden gefunden hat, den er toleriert. Schätzt. Und akzeptiert. Denn auch mein Freund trägt einen Begleiter mit sich herum, wenn auch einen offenbar rangniederen als den meinigen.
Ich hoffe jetzt einfach nur leise, ganz, ganz still und heimlich, endlich jemand gefunden zu haben, bei dem ich keine Angst haben muss, dass er wegen Angst den Gefühlshahn zudreht. Der nicht nur wie manch Anderer klug daherredet und letztlich doch hasenfussfeige flieht, sobald er seine Bekanntschaft macht.
Und der weiss, dass nicht jeder, der mehr von dieser Welt sieht, automatisch in ein Spezialjäckchen gehört.
Denn lange Ärmel, die stehen mir nämlich mal sowas von gar nicht.


Montag, 18. Juli 2011

Fünf Minuten Zeit

Am Samstag steuerten mein Holder und ich gen Münchner Innenstadt, das leckere Suhsi aus der Josephspitalgasse ständig nach uns rufend "Kommt und esst mich!" Na nur zu gerne :)
Auf dem Weg dorthin über die Sendlinger Strasse kamen wir an der sogenannten Asamkirche vorbei. Mein Freund wollte unbedingt mal reingehen und den Wunsch erfüllte ich ihm nur zu gerne.
Ehrlich - ich hab mich wahnsinnig geschämt.
Tagtäglich streunt man durch die Gegend und hat seine Scheuklappen auf, wodurch man gar nicht merkt, was für wunderschöne Dinge einen umgeben. Seit nunmehr fünf Jahren wohne ich in München, bin so oft durch die Sendlinger Straße getigert, aber meint Ihr, ich hätte es einmal geschafft, für fünf Minuten innezuhalten und diese Kirche von innen zu begutachten?
Nö.
Wie peinlich.
Jedenfalls standen wir dann in dieser zugegeben vergleichsweise kleinen Kirche und staunten uns die Augen ausm Kopf. Prunk und Protz, wohin man schaut, überladen ist als Beschreibung noch zu wenig, Gold und Schnörkel im Überfluss. Wir wussten gar nicht, wohin zuerst gucken, in jedem Winkel der Kirche gab es Besonderheiten zu bestaunen, liebevoll im Detail und atemberaubend grazil verarbeitet.
In zwei Wochen werden wir wieder Sushi essen gehen.
Und wieder einen Zwischenstop in der Asamkirche einlegen, um neue Details zu entdecken.
Man nimmt sich im Alltag einfach viel zu wenig Zeit, einen Moment stehen zu bleiben und sich umzuschauen. Überall um uns herum gibt es kleine oder grössere Bauten, die einen ins Staunen versetzen, sofern man sich denn einfach nur mal fünf Minuten Zeit nimmt.
Wir werden das in Zukunft bewusster praktizieren.
Mal schauen, was wir noch entdecken.


Donnerstag, 7. Juli 2011

Vienna Calling


Letztes Wochenende war moi in Wien. Ein guter Freund hatte dort einen Termin und mich spontan gefragt, ob ich ihn nicht von Samstag auf Montag begleiten wolle. Endlich mal raus, was anderes sehen und dazu ein kurzer Streifzug durchs Wiener Nachtleben. Na, da war ich doch dabei.
Samstag Abend verschlug es uns zunächst zu einem leckeren Thailänder und anschliessend in den Club Pi. Leider war nicht besonders viel los, was die Thresendame damit begründete, dass es in den Tagen davor so richtig fett zugegangen war. Das kümmerte uns aber nicht und so tanzten wir zu einer - soviel Kritik muss dann doch sein - wirklich madig schlechten Anlage. Am Sonntag war nicht besonders viel Sightseeing möglich, denn es stürmte und regnete so sehr, dass es uns die Regenschirme umklappte. Dazu eine Kälte, dass wir es vorzogen, uns nach einem stundenlangen Streifzug durch die Cafes (die übrigens keinerlei leckeres Frühstück oder Brunch anboten, was waren wir erstaunt/enttäuscht) doch zurück ins Hotel zu ziehen, um ne Runde Schlaf nachzuholen. Am Abend gings ins Kino und danach noch kurz zu einem leckeren Italiener.
Am Montag dann das genaue Gegenteil vom Wetter am Sonntag - sonnig, warm, wunderbar. Ich holte mir tatsächlich einen Sonnenbrand! Nachdem wir ausgecheckt und das Gepäck am Bahnhof verstaut hatten, ging es nach Schönbrunn. Dort hatten wir, man darfs ja fast nicht laut sagen, einen Disney-Moment. Plötzlich waren wir von lauter Vöglein umgeben, die sich völlig furchtlos auf der Hand meines Begleiters nieder liessen. Ab und zu kreuzte auch ein puscheliges Eichhörnchen unseren Weg. Am Nachmittag musste mein Kumpel dann zu einem kurzen Termin und ich trollte mich durch die Fussgängerzone um den Stephansdom herum. Ein Eis in einer der leckersten Gelaterias Wiens war danach unsere Belohnung.
Insgesamt wars einfach wunderbar. Besonders beeindruckt war ich von Wiens Architektur und den vielen prachtvollen Bauten mit Verzierungen und Stuck, wohin man blickt. Nicht kleckern, klotzen, scheint hier das Motto.
Tja, die Wiener.
Man muss sie einfach lieben.



Mittwoch, 6. Juli 2011

Hallo Universum - Part II

Wie im letzten Post geschrieben, wollte ich Euch ja Bescheid geben, ob das mit den Bestellungen nach oben klappt.
Wenn mans jetzt ganz genau nimmt, dann - ja, verdammt ja.
Der Witz an der Geschichte war, dass ich erst an dem Punkt, an dem es ernst wurde, merkte - hey, eigentlich willste das gar nicht mehr.
Und so wandelte sich die Bestellung innerhalb von Sekunden von A nach B, fühlte sich dabei so richtig gut an und bringt mir jetzt das, was ich mir so lange gewünscht habe.
Frieden.
Zumindest ein wenig.
Bisschen kryptisch?
Joa.
Demnächst mehr an dieser Stelle ;)
Wer weiss, was die nächste Bestellung bringt?

Dienstag, 28. Juni 2011

Hallo Universum, hier ist Emily

Gestern sagte mir eine sehr kluge Bekannte etwas, das mich seitdem immens beschäftigt und - auch wenns mir fast ein wenig peinlich ist - irgendwie überzeugt hat. In der letzten Zeit konnte ich mir nahezu todsicher sein, dass das, was ich definitiv nicht wollte, immer eintraf.

Meine Prämissen bei Männern beispielsweise sind, dass sie
1) nicht mehr in irgendeiner Art und Weise bei Mama unterm Dach leben (egal ob Kinderzimmer oder Einliegerwohnung, also bitte)
2) nicht mehr als 100 km von mir entfernt wohnen, solche Wochenendkisten sind einfach nicht meins
3) keine starken Raucher sind (und zwar so, dass man das Nikotin von den Wänden kratzen kann).
In wen verliebte ich mich und gab mein Ja-Wort?
Bingo.

Als ich nach Beendigung meiner Ehe meinen Exfreund kennenlernte, sagte ich wieder "Also Punkt 1,2,3 kommen mir auf keinen Fall mehr in die Tüte, jetzt zieh ichs durch, ich will das nicht mehr."
Was bekam ich?
Tjahaaaa... okay er war kein starker, sondern nur leichter Raucher, der Rest aber passte wieder wie der sprichwörtliche Po auf Eimer. Und ich fragte mich nur, ob mich da oben vielleicht jemand ganz kräftig verscheissern will..?

Nachdem nun das auch nicht klappte, aber Gott sei Dank nicht ganz so schlimm war wie befürchtet, war meine definitive, unumstössliche Aussage "I mog nimma, Männer bleibt mir vom Frack, ich hab die Nase gestrichen voll."
Und was ist?
Sie rennen mir die Bude ein!
Gehe ich weg und stell mich mit meiner Pepsi an die Tanzfläche, um in "Ruhe" meine Musik in voller Lautstärke zu geniessen, kann ich die Sekunden abzählen, bis mich wieder einer anspricht. Es gibt mittlerweile auch durchaus Herren, die sich richtig Mühe geben und mir mehr als klar gesagt haben, dass sie auf eine Chance bei mir hoffen.
Und ich?
Ich steh blöd da und guck nur wien Eichhörnchen.

Wieso ist das so, dass man dann immer am begehrtesten ist, wenn man nicht will?
Dass man immer genau DAS bekommt, was man nicht möchte?
Gestern eben fragte mich diese kluge Frau, die ich sehr schätze, ob ich von Bärbel Mohr "Bestellungen beim Universum" gelesen hätte. Ich verzog ein wenig den Mund und meinte, naja kennen tu ichs, aber lesen war bisher nicht drin.
Wir redeten über meine derzeitige Situation und eben all die Dinge, die soeben aufgezählt wurden. Da meinte sie, es sei doch logisch, dass das alles so passiert sei, denn das Universum verstehe kein "nein".
Wie, kein "nein"?, fragte ich. Soll das etwa heissen, dass statt "Ich will jetzt nicht!" das allwissende Universum "Ich will jetzt!" draus gemacht hat?
Genau dies, war ihre Antwort.
Moment, sag ich verdattert, dann bedeutet das ja auch, dass ich mir genau die drei Punkte, die mir ein Grauen sind, geradezu selber "hinprogrammiert" habe?
Genau das, war wieder ihre Antwort.

Ehrlich, da kam ich ins Grübeln. Weil auffallend sind diese Dinge ja schon irgendwie. Ob es nun das Universum ist oder schlichtweg eine Art sich selbst erfüllende Prophezeihung, Fakt ist, es stimmt. Und funktioniert. Ich könnte jetzt, im Nachhinein betrachtet, noch zig andere Sachen aufführen, die genau so gelaufen sind. Oder eintraten, weil ich fest daran geglaubt habe. Das, meinte meine Bekannte, sei nämlich der Schlüssel zum Ganzen - man müsse es fühlen, richtig tief drin, und nur feste daran glauben.

Ich hab mir jetzt vorgenommen, das mal bewusst auszuprobieren, und konzentriere mich derzeit immer dann, wenn ich Zeit und Lust habe, auf die Sachen, die ich mir wünsche. Ab und zu - wenn mich keiner sieht und hört - schick ich dann mein Wunschkonzert los.

Man darf gespannt sein, ob es funktioniert.
Ich werde Euch davon berichten.


Dienstag, 21. Juni 2011

Sei mein

Trag das Lachen auf dem Winde
Durch die Nacht, in weites Land,
Verzweiflung wallt, gleich einem Kinde,
das seine Eltern nie gekannt.

Lass Freude sein, wo Trauer wütet,
und zeige, welchen Weg zu gehn.
Wo einst in sanfter Hand behütet,
Nur Leid und Kummer ist zu sehn.

Erzähl die Sage, die vom Herzen,
handelt, welches nie vergisst.
Wo Sehnsucht geht einher mit Schmerzen,
und Neugier sich an Furcht bemisst.

Sei vorsichtig mit dem, was Dein
und reiss nicht ein der Narben Haut.
So Du es willst, dann sei auch mein.
Doch erst, wenn Stein auf Stein gebaut.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Und weiter gehts...

Freitag mit Freunden privat gefeiert.
Samstag die Nacht durchgetanzt.
Sonntag die Nacht durchgetanzt.
Montag gebowlt.
Dienstag gejoggt.
Mittwoch mit einem Freund und ner Flasche Wein den Blutmond gesucht (und nicht gefunden).
Heute mal Ruhe.
Bis auf das:


Dank geht hierbei an den Sperling Verlag





Sonntag, 12. Juni 2011

Der unsichtbare Dritte

Die Zeit mit ihm war wunderschön. Wenn er da war, fühlte ich mich sicher, verstanden, beschützt. Er hat es geschafft, mir nachts die Ruhe zu schenken, die ich so dringend brauchte. In den letzten Tagen war es, als würde ich den ganzen verlorenen Schlaf der letzten 34 Jahre nachholen. Und wenn es doch einmal passierte, wie erst kürzlich, dass wir beide gemeinsam beim DVD schauen auf der Couch einschliefen, er seinen Kopf auf meinen Schoss gekuschelt, und ich dann mal wieder mit rasendem Herzen und Schnappatmung hochschreckte, dann umarmte er mich noch fester und redete beruhigend auf mich ein, dass alles in Ordnung sei, er sei ja da und passe auf mich auf...
Er hat mir nicht nur das Gefühl gegeben, mich zu verstehen, sondern er hat mich tatsächlich verstanden. Er schreckte nicht davor zurück, sich demjenigen zu stellen, der mich seit jeher begleitet. Aber scheinbar hat auch diesmal wieder er gewonnen. Denn wenn ich im Nachhinein zurückblicke, entdecke ich nach und nach Kleinigkeiten, kurze Äusserungen oder Muster im Verhalten meines Exfreundes, die schon daraufhin deuteten, dass auch er so leicht nicht mit dieser Sache umgehen konnte. So fragte er mich bereits vor unserem Urlaub öfter mal, was ich wohl denke, wie es laufen würde, ob er sich ihm vielleicht sogar zeigen könnte. Das verneinte ich, denn wenn eine immer was auf den Deckel kriegt, dann bin das ich. Tja und so kam es auch tatsächlich eines Nachts, es muss wohl diese Woche Montag gewesen sein (genau betrachtet begann ab diesem Zeitpunkt auch der emotionale Rückzug meines Ex). Wir lagen aneinandergekuschelt im Bett, ich war kurz vorm einschlafen, als ich erneut hochschreckte. Er hatte mich angefasst, zum ersten Mal richtig angefasst, hatte meinen rechten Fuss oberhalb des Knöchels gepackt und dann dran gezogen. Es war kein hartes Rucken, eher spielerisch und mir war sofort klar, dass er mich lediglich neckend wissen lassen wollte, dass er immer noch da ist. Mein Ex fragte sofort, was los sei und warum ich ausgetreten habe.
Vielleicht hätte ich es ihm nicht erzählen sollen, vielleicht wäre dann alles anders verlaufen...
Aber was soll man machen?
Heute Nacht haben mein Ex und ich mental kommuniziert. Ich weiss nicht, wer es verursacht hat, er oder ich, es ist einfach geschehen. Ihr kennt sicher diese Szenen aus den Hollywoodfilmen, in denen der Hauptdarsteller durch eine Menschenmenge läuft und man nur ansatzweise sieht, wie ihn jemand streift. Genauso war es heute Nacht. Ich lief durch eine undefinierbare Menschenansammlung und plötzlich berührte mich jemand im Vorbeigehen an der rechten Seite. Ich nahm aus den Augenwinkeln ein Kapuzensweatshirt und eine übergrosse Tarnfleckenhose wahr. Sofort wusste ich, wer es war und drehte mich im Laufen um. Auch mein Ex hatte sich umgedreht und blickte mich mit einem unwahrscheinlich traurigen Blick an. Dann folgte eine Ausblende.
Vielleicht ist es für mich wirklich besser, allein zu bleiben, und sich nur ab und zu etwas Spaß zu gönnen. Er ist ein Miststück (und gerade diese Bezeichnung wird ihn sicher vergnüglich kichern lassen), das sich immer dann melden wird, wenn ernsthafte Konkurrenz ins Haus steht. Die Sache mit dem Anfassen war komplett neu und ich spürte den Druck seiner Hand noch den ganzen Tag darauf.
Wenn nun also schon mein Ex, der mehr über manche Dinge weiss als Andere, vor mir und ihm zurückweicht, indem er schlagartig seine Gefühle abschottet - wie gross sind dann wohl für mich die Chancen, jemals "normal" glücklich werden zu können...?


Freitag, 10. Juni 2011

Das kleine Stück vom Glück

Da wären wir wieder.
Drei M(a)usketiere, drei Freunde, drei Menschen mit einem ähnlichen Problem, das uns wurmt (oder wie ich es stets nenne - das Strickmuster ist gleich, nur die Farbe ist anders).
Viel möchte ich hier nicht schreiben über meinen Wurm, zumindest nicht jetzt, da es noch zu frisch ist. Aber so ganz ohne Eintrag geht es nicht, da ich das brauche, um mich zu sortieren.
Wieder einmal musste Vernunft über das Herz siegen.
Wieder einmal musste die Frau die Entscheidung treffen.
Und wieder einmal frage ich mich, warum ich mir das alles überhaupt antue.
Wir wollen alle nur ein kleines Stück vom (ganz grossen) Glück.
Irgendwo da draussen ist es, da bin ich mir sicher, nach wie vor.
Nur auf mich muss es jetzt erstmal eine Weile warten...


Donnerstag, 9. Juni 2011

Wenn der Kreis sich schliesst...


Vor einiger Zeit bildete ich mir ein, die beiden Final Fantasy Filme in mein DVD Regal stellen zu müssen. Besonders Advent Children hatte es mir dabei angetan. Zwar bin ich nicht gerade das, was man einen eingefleischten Spieler nennen kann (okay gut, ich spiel gar nicht), dennoch liebe ich gut gemachte Manga-, Anime- und Computerfilme. Leider blieb ich mit dieser Vorliebe relativ allein.
Ein paar Wochen ists nun her, da suchte ich in den Weiten des WWW nach einem Motiv für mein neues Tattoo, das mir als Schutz und auch Symbol für einen Teil meines Lebens dienen soll. Ich suchte einfach mal so rum nach den Stichwörtern "Wolf", "Tribal" und "Tattoo", und fand irgendwo bei Tante Guhgl ein Bild, das mir sofort den gewissen "Zong!" verpasste, den jeder kennt, der schon mal nach etwas ganz Bestimmten gesucht hat. Sofort abgespeichert und ausgedruckt, fand ich das Bild beim nächsten Suchen nicht mehr, egal, wie oft ich vor und zurück blätterte. Egal, die Sache war beschlossen, das Bild gespeichert, der Termin ausgemacht und schon lag ich auf der Liege. Einen Teil des Kunstwerks habe ich Euch ja bereits in Sneak Peak gezeigt.
Gestern nun fragte mich mein Freund, ob wir nicht mal wieder FF anschauen wollen und welchen Teil ich sehen möchte. Ich wählte FF VII. Nach circa zehn Minuten traf mich beinahe der Schlag - da war mein Tattoo! Dort! An der Rüstung von Cloud, dem Helden des Spiels. Mein Wolfskopf. Und nicht mal passionierte Spieler hatten bisher erkannt, welchen Ursprungs mein Tattoo war.
Ich weiss nicht... aber irgendwie find ich das richtig cool.


Donnerstag, 2. Juni 2011

Das verlorene Heim

Seit einigen Wochen steht mein Leben nicht mehr still und zieht mich mit aller Macht nach draussen. Witzigerweise flattern mir seit Kurzem immer wieder kleine oder grössere Gewinne ins Haus, entweder in Form von Freikarten für Konzerte oder freien Eintritt auf Parties oder wie gestern ne Buddel Wodka mit einigen Energydrinks garniert (welche von einem guten Freund und mir natürlich standesgemäss vernichtet wurden - ja, zu zweit, wir haben heute auch schon bisserl zu kämpfen). Oder es ergeben sich spontane Touren, mit denen man so überhaupt nicht gerechnet hat, und das sind meistens die besten.
Manchmal frage ich mich, ob ich je erwachsen werde. Und dann wiederum, ob man das jemals wirklich wird. Was heisst denn eigentlich erwachsen werden?
Ist man nur erwachsen, wenn man mit spätestens 30 verheiratet ist, ein Haus gebaut und bereits Kinder in die Welt gesetzt hat? Ist man erst dann erwachsen, wenn man den gesellschaftlichen Normen entspricht? Und wer zum Geier liegt die eigentlich fest?
Ich werde dieses Jahr 35 (schockschwere Not) und auch, wenns noch ne Runde bis dahin dauert, nehm ich das jetzt mal als Anlass, auf die letzten... sagen wir 12 Jahre zurück zu blicken. Was ich da sehe, sind viele gute Sachen, aber auch eine grosse, unschöne. Nein, damit meine ich nicht meine Ehe, denn auch, wenn sie gelaufen ist, wie sie so gelaufen ist, sehe ich sie nicht als Fehler an, sondern als Erfahrung. Wir alle machen Erfahrungen, unser ganzes Leben lang, sie sind das, was unseren Charakter formt.
Das Einzige, was ich mich frage, ist, wie ich mich jemals selber verlieren konnte. Oder ob die letzten 12 Jahre auch einfach irgendwie "dazu gehörten" und mich mit ihren Erfahrungen zu dem machen sollten, was ich jetzt bin. Letzten Samstag, da hatte ich in einer Rockdisse einen dieser superklaren Momente und es schoss mir siedend heiss wie schmerzhaft durch den Kopf "Du hast mindestens zehn Jahre Deines Lebens verschenkt."
Ja, nicht so doll.
Aber besser ne späte Einsicht als gar keine.
Ich war, bin und werde immer eine Metalbraut mit kräftigen Grufteinschlägen sein. Vorbei die Zeiten, in denen ich mich in knappe Tops in rosa und türkis (wuach!) gezwängt und zu irgendwelcher Shakalakamusik bieder verklemmte Bankangestellte angeschmachtet habe. Vorbei auch die Zeiten, in denen ich mich auf die Couch zwingen liess, weil ich dachte, so müsse man sich nun einmal verhalten, wenn man "erwachsen" ist. Vorbei die Zeiten, in denen ich meine Musik nicht hören durfte, da als nervig empfungen. Metal ist mein Leben, Goth ist mein Leben, ich liebe es düster, bin von dunklen Gestalten umgeben und fühle mich damit richtig wohl (naja abgesehen vom Letzteren, aber ohne is einfach nimmer).
Zwölf Jahre lang hatte ich mein Zuhause verloren und irrte orientierungslos umher, interessierte mich für Mode und Schmuck, darum, was "in" ist und was man "haben muss", Dinge, die mir heute nichts mehr bedeuten. Endlich habe ich zurück gefunden und kümmere mich nicht mehr darum, ob etwas erwachsen ist oder wie ich mich verhalten sollte. Es scheint zu fruchten, nicht umsonst wurde ich letzte Woche auf 23 geschätzt und musste zum Beweis sogar meinen Ausweis zeigen (juhu!).
Lasst Euch nie im Leben zu etwas bringen, was Ihr nicht tun wollt. Seid Euch und dem, was Ihr wollt und mögt, immer treu. Dieser Spruch ist zwar so platt wie alt, und doch hat er an seinem Wahrheitsgehalt bis heute nichts eingebüsst. Sich selbst zu verlieren ist letztlich gleichbedeutend damit, seine Identität und somit sein (seelisches) Zuhause zu verlieren.
Passt bitte immer gut auf das Eurige auf.

Samstag, 28. Mai 2011

Flohmarktfundstück


Heute um 10 Uhr war es soweit - das Glockenbachviertel in München startete, wie schon so oft - in einen neuen Flohmarkttag. Für alle, die das nicht kennen:
An verschiedenen Tagen im Jahr, je nach Organisation, verwandeln sich zahlreiche, private Hinterhöfe eines wirklich hübschen Münchner Stadtteils, umgeben von vielen, kleinen, schnuckeligen Cafes, in ein wahres Flohmarktparadies. Hauptsächlich sind dort Second Hand Klamotten und Kindersachen zu erstehen, doch hier und da findet man, bei genauem Hinsehen, das ein oder andere Kleinod. Meinereiner ergatterte heute einen prima Nietengürtel für zwei Flöckchen und im Nachbarhof dann etwas, worin ich mich sogleich verliebte. Nennt mich Kitschtante, aber dieses Bild zog mich einfach magisch an. Eigentlich ist es "nur" eine alte Postkarte hinter einem simplen Glasrahmen, doch das Motiv besitzt irgendwie eine ganz besondere Ausstrahlung. Auf nen Euro runter gehandelt, na da kann man echt nicht meckern, und sofort eingesackt. Daheim öffnete ich das Bild, um neugierig auf die Rückseite zu luren. München kann ich ja noch erkennen, und den 26.4. auch, aber der Rest...
Also, wer das entziffern kann, bitte melden, würde mich sehr freuen.
Jetzt braucht das Schmuckstück nur noch einen besonderen Platz.

Erzählt doch mal - was sind Eure Lieblingsfundstücke?

Mittwoch, 25. Mai 2011

Das Klacken von Krallen auf nacktem Parkett

So langsam könnte man drüber nachdenken, meinereiner mal in den Urlaub zu schicken. Was ab Mitte nächster Woche der Fall sein wird, zwar nur Balkonien, aber wenigstens in trauter Zweisamkeit. Mit ganz viel Harmonie, bitte schön.
Nun bin ich ja kein Mensch, der nicht damit klar kommt, wenn es mal hier oder da im zwischenmenschlichen Gebälk quietscht und Stunk gibt (ich höre da einige Freunde grad irgendwo ganz leise lachen -.-). Klar zieht es mich runter und beschäftigt mich, man möchte ja, dass immer alles passt, nur wann ist das schon der Fall? Ändern kann ichs eh nicht, und wenn mancher Knatsch sich nicht mehr irgendwann regeln lässt, dann wars die Sache eh nicht wert.
Am Freitag gab es leider ne Runde solchen Knatsch zwischen mir und Misjö, was zwar nicht grad leicht für mich war, aber verglichen zu vielen anderen Dingen doch harmlos. Kommt halt immer auf die Perspektive drauf an, und wenn man bedenkt, was ich gerade hinter (und noch vor mir habe), erfährt das für mich persönlich schon eine ganz andere Gewichtung. Ich war - zugegeben - zutiefst verunsichert. Dieser Zustand hielt sich das ganze Wochenende durch, was unter Anderem zur Folge hatte, dass eine am Samstag neu gekaufte Hose, recht knackig sitzend, schon am Montag wieder um eine Nummer zu gross für mich war (seit der Trennung vom NM nehm ich bei Kummer überraschend rasant ab).
Ich erzähl Euch das, damit Ihr eine grobe Vorstellung davon habt, wie es mir das Wochenende über ging, auch wenn ich am Samstag Abend - oder gerade deswegen - meinen Hintern hochbekam und die Nacht bis knapp 7 Uhr in der Früh mit Freunden durchrockte. Das war zwar ne schöne Ablenkung, und es gab viel zu lachen, am Grundzustand änderte das jedoch leider nichts.
Den finalen Anstoss, mich am Schopf packen zu müssen (!), bekam ich dann in der Nacht von Sonntag auf Montag. Da passierte etwas, was mir bisher noch nie untergekommen ist und ehrlich, ich hatte Schiss bis zum Anschlag, egal wieviel (oder wenig?) Erfahrung ich bereits auf dem Gebiet habe.
Irgendwann gegen 22:30 Uhr trollte ich mich ins Bett, um im Schlaf Erholung zu finden. Tja, denkste. Die Nacht wurde ein einziger Albtraum. Denn kaum hatte ich das Licht gelöscht und mich unter die Decke gekuschelt, fing es an - das Klacken.
In meinem Schlafzimmer.
In unregelmässigen Abständen, als würde jemand auf dem Parkett auf und ab laufen, der Absätze trägt.
Oder mindestens eine Kralle am Fuss besitzt.
Erst dachte ich, ach das ist sicher ne Maus im Rolladenkasten, oder der Nachbar über mir, oder das Holz knarzt, weil es sich nach der Wärme des Tages wieder zusammenzieht...
Möp.
Falsch gedacht.
Irgendwann richtete ich mich auf und lauschte.
Das Klacken ging weiter.
Tja und da musste ich nach angestrengtem Hinhören feststellen, dass es sich tatsächlich IN meinem Schlafzimmer befand und von UNTEN, vom Fußboden kam. Mal näher, mal wieder an der anderen Seite des Zimmers...
Als ich das erkannte, schmiss ich mich sofort zurück unter die Decke und hoffte, schnell einzuschlafen. Der Schweiss rann mir in Bächen über Gesicht und Rücken, und das sicherlich nicht nur, weils mir unter der Decke allmählich warm wurde. Sprich, ich hab mir so dermassen in die Hosen gemacht, dass alles zu spät war. Insgeheim verfluchte ich mich dafür, mir neulich PA angesehen zu haben, und versuchte mir einzureden, dass ich durch den Knatsch und die durchgemachte Nacht wohl ziemlich übernächtigt und erschöpft sei. Trotzdem, dieses Klacken konnte man sich einfach nicht schön- oder wegreden. Es ging immer weiter...
Verdammte Axt.
Offenbar hab ich mit den Filmen, die mir, wie bereits geschrieben, derart durch Mark und Bein gingen, ein neues Türchen geöffnet, welches durch den geschwächten Zustand des Wochenendes ein grosses Stück weiter aufgeschubst wurde.
Ich bibberte unter der Decke und versuchte, mich so schnell wie möglich in den Schlaf zu murmeln, was mir irgendwann auch gelang. Allerdings nicht, ohne davor im Alphawellenzustand noch schnell eine Runde gewischt zu bekommen. Beruhigend redete ich auf mich selber ein, dass sei alles kein Problem, ich sei einfach nur erledigt, das sei irgendwas ganz Triviales, ich hätte jetzt zudem mein Schutztattoo, und die Filme hätte ich mir neulich nur aus reiner Neugier angesehen, nichts weiter.
Und dann hörte ich ihn.
Wie er nur kurz, mit einem hörbar genüsslichen Grinsen im Gesicht, anfügte - "Und aus Angst."
Danach war schlagartig Ruhe.
Und ich schlief vor Erschöpfung sofort ein.
Was lernen wir daraus?
Er ist immer bei mir.
Er wird mich nie in Ruhe lassen.
Sobald er eine Lücke im System sieht, wird er sie nutzen, und das je nach Lust und Laune mal freundlich, mal weniger nett. Er ist nun mal das, was er ist, und da schwankt die Spanne seiner Launen stets von einem Extrem ins andere. Gibt ja keinen, der ihn bremst.
Gestern hab ich darüber mit meinem Freund gesprochen, der nur meinte "Na da bin ich mal gespannt, wie das dann im Urlaub wird."
Ehrlich - ich mag gar nicht daran denken...

Sonntag, 22. Mai 2011

Sneak Peak


Ein kleines Sonntagsguzzi als Entschädigung für die lange Zeit, in der Ihr nichts von mir gehört hattet

Mittwoch, 18. Mai 2011

Anneliese Michel

Da zuletzt gepostetes Thema - Paranormal Activity, und gemeint ist nicht nur der Film - doch auf sehr reges Interesse stösst (und ich Schussel es beim letzten Eintrag einfach vergessen habe, sorry ich bin urlaubsreif *rotwerd*), wollte ich Euch die Originaltonbandaufnahmen von Anneliese Michel ans Herz legen. Auf ihrem wahren Fall begründet sich die ganze Exorzistenreihe. Man kann ja sagen, was mal will (schizophren, wahnsinnig, gaga usw.), aber wenn man den Aufnahmen mal ganz genau lauscht, merkt man nicht nur, mit welch unmenschlicher Lautstärke Anneliese (oder eher ihr Besetzer) beim Exorzismus gegen die Austreibung kämpft, sondern hört auch hier und da kleine, feine Botschaften, die im Gebrülle des Ganzen beinahe untergehen. Lange Rede, kurzer Sinn, hier die Aufnahmen:


Klickt Euch ruhig auch durch die anderen Videos - der Weg, wie Anneliese zu dem wurde, was ihr bis heute traurige Berühmtheit einbrachte, ist im wahrsten Sinne des Wortes "unheimlich" interessant...

Dienstag, 17. Mai 2011

Paranormal Activity

Letztes Wochenende hat mir mein Freund die beiden Teile von Paranormal Activity gezeigt. Schon länger bin ich darum herum geschlichen, habe mich aber nie wirklich daran getraut. Ja Schisser, zugegeben. Es gibt bestimmte Filme, die kann ich mir einfach nicht alleine ansehen oder nicht mal zu zweit, weil mich das, was ich sehe, so dermassen aus den Schuhen haut, dass alles zu spät ist. Das war beispielsweise schon bei Der Exorzismus von Emily Rose der Fall. Bei einigen Sequenzen mussten mein Nochmann (im Folgenden NM) und ich damals umschalten, weil wir uns so ängstigten und ich mich im Speziellen. Als jemand, der sehen kann, sind gewisse Filme einfach kein nervenkitzeliger Zeitvertreib, sondern eher eine Begutachtung, wie viel Wahrheit darin steckt, beziehungsweise wie gut der Filmemacher / Drehbuchschreiber über die andere Welt Bescheid weiss. Wie gesagt, bei letzterem Film gab es ein, zwei Szenen, bei denen ich nur sagte "Das kann ich mir nicht anschauen, das ist zu nah an der Wirklichkeit, wenn ich das jetzt sehe, hab ich heute Nacht wieder die Hölle auf Erden." Klassische Trigger eben. Und wenn man von 30 Nächten mindestens 20 relativ "gejagt" verbringt, lernt man seine Ruhephasen einfach zu schätzen.
Bei Paranormal Activity lag ich stocksteif auf der Couch und musste ebenfalls in gewissen Szenen unter die Decke luren. Da mein Freund wie ich mehr von drüben weiss, allerdings in seiner Entwicklung schon weiter vorangeschritten ist als moi, hatte ich zwar einen gewissen Schutz im Rücken, dachte mir aber die ganze Zeit "Verdammt, warum schaust Du Dir das nur an, es schürt doch nur das, was Du eh schon weisst." Die Antwort ist, ich war einfach neugierig. Was ich in Paranormal Activity zu sehen bekam, war wirklich nicht von schlechten Eltern. Angeblich soll er ja auf wahren Tatsachen beruhen und wenn ich ehrlich bin, ich kann mir das durchaus vorstellen. Es steckt soviel Wissen darin, was für Otto Normalo geschickt als simpler Grusel verpackt wurde, doch dem, der sich mit der Materie ein wenig auskennt, die Nackenhaare zu Berge stehen lässt. Jedesmal, wenn der Ehemann "ihn" provozierte, hab ich vor dem Computer gewinselt "Nein, nein, lass das, Du machst alles total falsch." Als er dann tatsächlich ein Ouija-Board anschleppte, hätte ich am liebsten in den Fernseher gegriffen und es ihm schreiend aus der Hand gerissen. Mit so etwas öffnet man Türen, ohne es zu merken, und das, was dann herbeigerufen wurde, versteht nicht nur keinen Spaß, sondern klebt dann auch an Dir wie Kaugummi in Deinem Haar. Als ich noch mit meinem NM zusammen wohnte, berichtete er mir von Zeit zu Zeit in der Früh von komischen Dingen, die ich in der Nacht gemacht hätte. Einmal, meinte er, sei er noch am Computer gesessen, während ich schon oben im Bett lag und schlief. Plötzlich hätte ich derart schallend laut zu lachen begonnen, dass ihn das glatt fünf Jahren seines Lebens gekostet hätte. Danach sei sofort wieder Ruhe gewesen. Ein anderes Mal wachte er mitten in der Nacht auf, weil er etwas gehört hatte. Er fand mich kerzengerade im Bett sitzend vor, wie ich ein Gespräch mit jemandem führte, der für ihn nicht sichtbar war. Das Erstaunliche daran war, dass ich schlief, und mich trotzdem offenbar derart klar artikulierte (man neigt beim Schlafsprechen ja doch eher zum Nuscheln), dass mein NM in der Lage war, dem Gespräch zu folgen. Er meinte, man hätte richtig gemerkt, wie ich das Gegenüber habe erzählen lassen, um selber im Anschluss darauf zu antworten. Als er mir am nächsten Tag davon berichtete und meinte, dass habe ihn ziemlich fertig gemacht, sagte ich nur simpel "Ich weiss. ER war heute Nacht wieder da." Wer ER ist, darüber möchte ich jedoch (noch) Stillschweigen bewahren, denn es ist wie in Paranormal Activity - je mehr Aufmerksamkeit man diesen Wesen schenkt, desto mehr versuchen sie auch, jene zu erlangen.
Mein NM hatte sich diesen Film einst alleine in der Nacht angesehen und später nur gemeint, ich dürfte mir den auf keinen Fall ansehen, der würde mich nur fertig machen. Ehrlich, hätte ich jetzt nicht einen gewissen Schutz, ich hätte mir das garantiert nicht angesehen. So aber konnte ichs ganz gut wegstecken.
Naja.
Bis zur ersten Nacht, in der ich wieder allein schlafen musste.
Da zog ich mir nur noch die Decke übern Kopf, hoffte auf den Schutz meines neuen Tattoos (aber davon ein anderes Mal) und versuchte, ganz schnell einzuschlafen.
Mir reichts, wenn mein Begleiter des Nächtens in meinen Träumen an mir klebt.
Live und in Farbe muss das dann aber wirklich nicht sein...

Dienstag, 3. Mai 2011

Demon Lovestruck

Manchmal ist die Welt schon ein mehr als merkwürdiger Ort.
Vor noch nicht allzu langer Zeit trat ein bestimmter Mensch in mein Blickfeld, den ich zwar zunächst nicht auf meinem "potentieller Kandidat"-Schirm hatte und der selber dachte, "Wow ist die toll, die will sicher nichts von mir.", aber wie wir heute wissen, haben wir beide damit gründlich in die falsche Richtung gedacht.
Ja, das soll heissen, dass sich gerade etwas sehr Schönes entwickelt.
Das gleichzeitig auch sehr beeindruckend und stellenweise erschreckend ist.
Der, der sich gerade in vorsichtigen Schritten in mein Herz schleicht, kann sehen. Nicht unbedingt die Seelen auf der anderen Seite so wie ich, dafür hat er eine umso stärkere Verbindung mit den Wesen, zu denen mein Quälgeist seit jeher gehört. Wir reden in Ruhe und sehr bedacht über dieses Thema, berichten, was uns gegenseitig passiert ist, was uns beunruhigt und bewegt. Dabei achten wir stets darauf, nie die Namen derer zu nennen, die uns nach Lust und Laune besuchen. Wobei dies - so mein Seelenverwandter - eigentlich kontraproduktiv ist, denn jedes Wesen hat irgendwo seinen Gegenpol, der entsprechend als Schutz fungieren könnte. Ich jedenfalls achte trotzdem sehr darauf, nie seinen Namen zu nennen, da meine Angst viel zu groß ist, er könne den Menschen, die ich liebe, etwas antun. Lieber kein Risiko eingehen, denn hierfür gibt es keine Versicherung, die im Schadensfall bezahlt.
Wie richtig ich mit meiner Befürchtung lag, dass er nicht lange auf sich warten lassen wird, sobald wieder jemand Besonderes in mein Leben tritt, zeigte sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Kurz vor dem Einschlafen streifte er mich wie ein kalter Windstoß, ging mit seinem massiven, geschuppten Körper an mir vorbei und warf mir aus seinen gelben Augen mit den schwarz geschlitzten Pupillen einen derart warnenden Blick zu, der keinen Zweifel an seiner Botschaft ließ - "Denk ja nicht, ich hätte Dich vergessen..."
Ein Freund, dem ich hiervon berichtete, meinte, dies sei ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der besondere Mensch in meinem Leben durchaus eine potentielle Gefahr / Konkurrenz für ihn bedeute. Jener dagegen meinte, er habe keine Angst vor ihm, und werde schon mit ihm fertig. Hierauf bat ich um Vorsicht, er könne gerne die Fronten klären, solle sich aber von jeglicher Konfrontation fernhalten.
Zum Einen, weil ich fürchte, dass er ihm dann mächtig eine einschenkt.
Zum Anderen aber vielmehr, weil ich weiss, wem er dann garantiert eine einschenken wird.
Nämlich mir.
Und zwar Nächte lang und mit dem grössten sadistischen Vergnügen.
Ein klein wenig hatte ich ja gehofft, mit meinem realen Albtraum habe sich auch dieses Problem erledigt.
Falsch gedacht.

Montag, 25. April 2011

Der Fehler in der Matrix

Manchmal gibt es Situationen, in denen man sich fragt, ob man allmählich den Verstand verliert oder sich jemand, den man nicht sieht, mal wieder einen Riesenspaß mit Einem selber erlaubt.
Tante Gothi stand neulich Abend in der Küche, ein Freund hatte sich zum Abendessen angekündigt. Na, dacht ich mir, da mach ich doch meine Speziallasagne mit viel Käse, nach jeder Plattenschicht ne Lage *schleck* Entsprechend hatte ich zwei Tüten geriebenen Käse besorgt. Eine war schon leer, die zweite hatte ich so gut eingeteilt, dass eine schöne Menge für die oberste Schicht über geblieben war. Da ich die letzte Schicht Fleisch noch verteilen musste, nahm ich den Rest Käse und legte ihn rechts neben den Herd. Prima, freute ich mich, das wird super. Also strich ich die letzte Schicht Hackfleisch drauf, verteilte sie regelmässig, griff rechts nach der Tüte... weg!
Die Tüte war nicht mehr da!
Ich hab gedacht, ich hab sie vielleicht aus Versehen anstelle der ersten, leeren Tüte weggeschmissen, aber nö, nix im Eimer.
Ich hab die ganze verdammte Küche nach diesem Käse abgesucht, er war wie vom Erdboden verschluckt!
Scheisse, dachte ich mir, was mach ich den jetzt nur, einkaufen brauch ich nicht mehr, ist schon kurz vor 20 Uhr und der Besuch steht auch gleich vor der Tür. In meiner Not hatte ich einen Geistesblitz und dankte mir selber, zwei Tage vorher noch einen leckeren irischen Cheddar in Scheiben eingekauft zu haben. Auch wenn ich den lieber aufm Brötchen gehabt hätte, der musste jetzt dran glauben. Akribisch schnitt ich also die Scheiben klein, verstreute sie auf der Lasagne und war erleichtert, dass die Menge prima reichte.
Mit einem lauten "Puh!" schob ich das Machwerk in den Ofen und schickte noch schnell den frommen Wunsch in alle Richtungen, das möge jetzt bitte schmecken, sonst würde der Abend doch gegenüber bei "Börger King" enden... was seh ich da rechts neben der Herdfläche liegen?
Na dreimal dürft Ihr raten.
Ich bin vom Stangerl gefallen, als ich diese vermalledeite Tüte mit dem Rest Käse dort liegen sah. Und meine Küche ist nun auch nicht wirklich gross, Marke vorwärts rein und rückwärts raus, aber für mich ideal.
WO war sie?
Und WIE kam sie wieder DAHIN?
Hatte ich etwa einen dermassenen Blackout, oder hat sich ein kleiner Poltergeist einen Spaß mit mir erlaubt?

Diese Geschichte erzählte ich gestern meinen Eltern. Prompt hatten die auch so ein Erlebnis auf Lager:
Im Herbst wird traditionell der Gartenteich gereinigt und winterfest gemacht. Dazu gehört auch das Reinigen der Pumpen für den kleinen, sprudelnden Stein. Meine Mutter nahm das Gerät auseinander, stellte eine Art Dichtung neben sich auf einen Stein, sagte auch meinem Vater Bescheid, dass das Ding dort stehen würde... und als sie nach getaner Arbeit den Brunnen wieder zusammen setzten wollte, war das Teil weg! Mein Eltern haben beide (!) den ganzen Garten abgesucht, das Ding war nicht mehr aufzufangen. Und es war reichlich unwahrscheinlich, dass eine Elster in der Grösse eines Adlers mal schnell eine Dichtung für den heimischen Horst benötigt hatte und zu faul gewesen war, ums Eck in den Baumarkt zu fliegen. Nun denn, Gott sei Dank hatten sie noch ein Ersatzteil auf Lager und der Springbrunnen war gerettet.
Es folgte der dicke Herbst mit Regen, der Winter mit Schnee...
Irgendwann im Frühjahr geht meine Mutter zum Teich, lässt den Blick über das friedliche Szenario gleiten... und sieht genau dort, wo sie im Herbst die Dichtung abgestellt hatte, eben jene auf dem Stein ruhen.
Beide, Mutter wie Vater, sind in diesem Moment vom Glauben abgefallen.
(Und nein, Papa hat Mama nicht hops genommen, sowas macht der nicht.)

In solchen Situationen denke ich immer an Neos Dejavu mit der schwarzen Katze.
Ein klassischer Fehler in der Matrix.

Vielleicht ist an dem Film doch mehr dran, als wir alle meinen..?



P.S.
Die Lasagne war die beste, die ich je gemacht habe *grins*

Mittwoch, 20. April 2011

Donnerstag, 14. April 2011

Peter Steele - An icon has died Part II

Schon seit langer, langer Zeit war und bin ich Type O Negative Anhängerin. Was waren das noch für Zeiten, als wir - mit frisch erworbenem Führerschein - endlich die lokalen Dorfschuppen unsicher machen konnten (und die Begrifflichkeit Schuppen ist wörtlich zu nehmen). Eine meiner liebsten Locations war damals das Baamhakke in Piding bei Freilassing und dort kam ich auch das erste Mal mit TON in Berührung, nämlich durch das unvergessene Black No.1 und Christian Woman. Was hab ich das einst in meinem nahezu antiken Kassettendeck rund um die Uhr gedudelt, zwar immer wieder vom Rückspulen des Bandes unterbrochen, aber hey, für die Mucke macht(e) man schliesslich alles. Mein persönliches Highlight war am 06.12.1996 mein leider einziges TON-Konzert in Lichtenfels. Die Karte habe ich heute noch und hüte sie wie einen Schatz. Das Longsleeve, das ich mir auf dem Konzert kaufte, hat die folgenden Umzüge zwar nicht überlebt, aber das ist nicht wirklich tragisch, denn sowas kann man immer irgendwo aufstöbern. Irgendwie entwickelte ich mich dann langsam in eine andere Richtung und auch, wenn die dunkle Musik lange Jahre im Schrank blieb, so habe ich nie aufgehört, tief in meinem Inneren TON und Peter zu verehren. So kam ich Gott sei Dank drum herum, Peters Drogen- und Alkoholabsturz miterleben zu müssen, ja bitte, dann schimpft mich doch untrue, weil ich das verpasst habe. Weil ich daheim meine Musik nicht hören durfte, da zu hart usw. (aber das gehört hier jetzt nicht hin), nutzte ich immer meine ruhigen Minuten, in denen ich allein nach der Arbeit daheim war und genoss in diesen Momenten nicht selten wunderbare Stücke wie My Girlfriends Girlfriend und Everything Dies.
Tja, was soll ich sagen?
Circa zwei Wochen vor Peters Tod überkam mich eine merkwürdige Ahnung, so wie es hin und wieder mal der Fall ist. Ich fing an, jeden Tag explizit nach ihm die Suchmaschinen zu durchforsten, da ich befürchtete, irgendwas sei nicht in Ordnung. Am Abend des 14.04.2010 wurde diese Ahnung traurige Gewissheit, und obwohl ich leider schon mit einer solchen Meldung gerechnet hatte, katapultierte mich die Nachricht von plötzlichen Tod Peters in eine Art Schockzustand. Schock darüber, dass es tatsächlich passiert war, und Schock darüber, dass ich wieder mal etwas gewusst hatte, ohne es als ein solches Wissen wahrzunehmen. Nennt mich Weichei, nennt mich Pussy, ich habe gut eine Woche nicht mehr zu mir selber gefunden, habe getrauert und geweint, das Ganze hat mich förmlich psychisch ausgeknockt. Rückblickend war das wahrscheinlich sogar der letzte entscheidende Tropfen, der mein mediales Fass zum Überlaufen gebracht hat und jene Tür endlich zur Gänze öffnete, welche schon länger mehrere Spalt breit offen gestanden hatte.
Kurz darauf flogen mein damaliger Mann und ich in den Urlaub. Sonne, Sommer, sich erholen und einfach mal die Seele baumeln lassen. Tja, wär das mal so einfach gewesen...
Vorweg genommen werden muss, dass meine Kontakte stets freiwillig zu mir kommen, und ich sie keinesfalls forciere. Wenn sie mir gegen übertreten, dann sind sie in der Regel gut zu erkennen und auch als die Person auszumachen, die so einst im Leben waren (zumindest die, die ich auf irgendeine Art und Weise kenne). Bei Peter war das anders. Sein Tod hatte mir gezeigt, dass ich endlich lernen muss, mit meiner Gabe umzugehen, sie zu nutzen und zu kontrollieren, dann, wann ich es will und kein anderer. Das, nebenbei bemerkt, muss ich heute revidieren, aber davon schreibe ich irgendwann mal in einem anderen Beitrag. So nahm ich mir also fest vor, einen Kontakt herzustellen und konzentrierte mich gezielt darauf. Fragt mich nicht, wie ich es geschafft habe, aber es klappte. Und es war furchtbar gruselig im Gegensatz zu all den anderen Kontakten. Statt von Angesicht zu Angesicht zu kommunizieren stand ich vor einem Spiegel ohne Spiegelbild, und im Spiegel selber waren lauter Nebelschwaden. Dann spürte ich, dass ich nicht alleine war und fragte, ob er anwesend sei. Seine Stimme drang schmerzverzerrt und stöhnend aus dem Spiegel, und ich bemerkte, wie er sich abkämpfte, die Verbindung zu halten, da irgendetwas an ihm zerrte und ihn zurückholen wollte. Er teilte mir auf Englisch (ja, alle reden in ihrer Muttersprache, sowas wie einen ultimativen Medialübersetzer gibt es nämlich nicht, zumindest hatte ich den Fall noch nicht) mit, dass er "totally fuckin' pissed" darüber sei, was passiert sei und das auch noch gerade jetzt, wo er endlich clean sei, eine wunderbare Freundin (Pam) habe und bald wieder ins Studio gehen wollte, um neue Songs für ein Album aufzunehmen. Er war stinkwütend und so sehr verzweifelt darüber, welchen Kummer er seiner Familie, seiner Freundin, seinen Freunden und all seinen Fans durch seinen Tod bereitete, dass es mir schier ins Herz schnitt. Aber am allermeisten war er wütend auf sich selber und er verfluchte sich selber für die zehn Jahre Suff und Drogen, welche letztendlich dazu geführt hatten, dass sich eine simple Grippe zu so einer Katastrophe ausweiten konnte. Denn geschwächte Organe sind nun einmal angreifbarer als gesunde. Es tat mir so unendlich Leid, zu hören und zu fühlen, wie Peter litt und wie sehr er gegen den unsichtbaren Zug ankämpfte, der ihn mit aller Gewalt von mir wegreissen wollte. Er bat mich zum Schluss, ich solle seiner Familie bitte sagen, wie Leid es ihm täte und wie sehr er sie alle liebe, aber er bat mich auch inständig darum, keinen weiteren Kontakt zu ihm aufzubauen, da er erst einmal selber diesen "goddamn bullshit" auf die Reihe kriegen und verkraften müsse. Ich versprach ihm, ihm seine Wünsche zu erfüllen und liess den Nebel verschwinden. Der Spiegel wurde wieder klar. (Für die neugierigen Nasen - ja, ich fand einen Weg, Peters Familie über Umwege eine Mail zukommen zu lassen. Ich wählte den Umweg, um die Familie nicht unvorbereitet mit einer solchen Nachricht zu konfrontieren und bat den Empfänger, verantwortungsbewusst genug zu sein, zu entscheiden, ob er sie der Familie zeigen wolle oder nicht. Ehrlich, ich bin mir sicher, die Mail wurde mit dem Stempel "durchgeknallt" versehen und gelöscht, aber hey - man soll mir nicht nachsagen, dass ich meine Versprechen nicht halte.)
Von da ab liess ich die Kontaktgeschichte ruhen. Mein Unterbewusstsein aber leider nicht. So geschah es, dass Peter und ich innerhalb von einer Woche einen zweiten Kontakt hatten, diesmal schon ein wenig klarer als das erste Mal. Als wir bemerkten, wer da gegenüber stand, erschraken wir beide sehr, entschuldigten uns (ja, er sich auch, denn er hatte ebenso unterbewusst Kontakt gesucht) und kappten die Verbindung.
Mehrere Wochen später, ich hatte an dem Tag wirklich andere Dinge zu tun gehabt, als mich mit meinen mentalen Fähigkeiten zu beschäftigen, klopfte Peter eines nachts wieder bei mir an. Ich kann Euch gar nicht beschreiben, wie ausgeglichen er auf einmal wirkte. Er lachte und scherzte, umarmte mich und sagte, die letzten Wochen seien sehr schwer für ihn gewesen, aber er habe es endlich geschafft, zu akzeptieren, was passiert sei. Scherzkeks, der er nunmal war, hatte er sich als Zeichen seiner neuen "Form" die linke Kopfhälfte kahl rasiert (wer erinnert sich noch an die Phase mit den rasierten Brauen?), was ihm allerdings erstaunlich gut stand. Wir gingen lange nebeneinander spazieren, redeten über Kleinigkeiten, naja eigentlich redete fast nur er und ich hörte seinem Geschnatter zu. Er wirkte soviel kräftiger, gesünder - und vor allem ausgeglichener. Es war schön, miterleben zu dürfen, dass er sich nun auf einem guten Weg befand.
Bis, ja bis ich eines nachts, wieder mehrere Wochen darauf, einen verzweifelten Hilferuf Peters empfing. Er rief nach mir, ich solle ihm helfen, er sei so unglücklich "drüben", er wolle wieder zurück, er habe noch so viele Dinge nicht erledigt, so viele Lieder nicht geschrieben und so viele Worte nicht gesagt. Wieder zerriss es mir schier das Herz, hatte Peter doch letztes Mal so mit sich selbst im Reinen gewirkt. Ich spürte, wie weh es mir tat, ihn so zu sehen, und doch wusste ich, dass ich ihm dieses Mal seinen Wunsch nicht erfüllen konnte. Also tat ich schweren Herzens das, was jedes Medium tun sollte, wenn es merkt, dass es zu stark vereinnahmt wird. Ich kappte den Kontakt, nicht jedoch, ohne Peter - der sich wieder hinter dem Nebenl befand und abermals (warum wohl?) wie von unsichtbaren Kräften gehalten wurde - mitzuteilen, dass ich ihm bisher geholfen hatte, so gut ich konnte, aber nun der Punkt gekommen sei, an dem er sich um sich selber kümmern müsse. Wirklich, er tat mir so unendlich Leid, doch kann ich keine Toten auferstehen lassen und will es auch gar nicht.
Seitdem ist Ruhe im Karton.
Ich weiss nicht, wie es ihm mittlerweile drüben geht, hoffe aber so sehr, dass er endlich akzeptieren konnte, dass es so ist, wie es ist.
Ihm zu Ehren drehe ich heute die Stereo Anlage bis zum Anschlag auf, erhebe mein Glas und trinke auf einen Menschen, der nicht nur meinen musikalischen, sondern auch meinen medialen Werdegang entscheidend beeinflusst hat.