Donnerstag, 30. Dezember 2010

Satanische Zahlen oder Die Angst des Gothics vor dem Bausparer

Es ist jetzt fast zwei Stunden her.
Noch immer rast mein Herz in wilder Angst, meine Knie schlottern und auf meiner Brust liegt ein Zementblock, der mich zu einer überschnellen Schnappatmung zwingt.
Heute war es soweit - Tante Gothi holte sich nen Barsparvertrag.
An und für sich nichts Dramatisches, die Leute, die keinen haben, sind mittlerweile rar gesät. Nennt mich Spießer, nennt mich Graumaus, aber irgendwas muss man schliesslich tun. Lebe heute, spare später - nur was, wenn dann nix mehr über ist? Nein, so wurd es vor einiger Zeit beschlossen, die Tante geht jetzt und sorgt (weiter) vor.
Nun muss man allerdings wissen, dass es - und ich werde mich hier jetzt gleich uhuhunglaublich peinlich entblöden - zwar kaum etwas gibt, dass mich richtig aus den Schuhen wirft.
Zum Beispiel nicht der Klient gestern, der während des Gesprächs plötzlich zwei epilepsieähnliche Anfälle erlitt und wie wild mit Kopf und Körper gegen die Wand donnerte. Ich dachte bis soeben noch, das hätte mich wirklich fertig gemacht und ja, ich brauchte gestern eine Flasche Rotwein, um das Gesehene zu verdauen. Mann, ich hatte ja keine Ahnung...
Auch nicht der Kriegsveteran aus dem Kosovo, der mir heute rüpelhaft (wenn auch eher gedankenlos) mit seinen 1,90m Muskelmasse galant in einer "Siehste!"-Bewegung derart eine aufstrich, dass mir jetzt noch die Schulter weh tut, und nur wenige Augenblicke später mit dem Ausruf "Kopf kaputt!" flashbacklike wie Owen in Grey's Anatomy das Telefon derart gewaltsam in die Halterung drosch, dass ich es vorzog, alles runter und die Tür hinter mir ins Schloss fallen zu lassen. Nein, auch da dachte ich, poah die Härte, jetzt kann Dich echt nichts mehr erschüttern. Falsch gedacht.
Statt dessen lehrten mich heute ganze 160cm, nett verpackt in einem adretten Kostümchen, mit je einem Glitzerringlein an den manikürten Pfötchen, wo das Grauen zuhause ist.
Ich bin ein Zahlenlegastheniker.
Gebt mir eine Sprache, egal wie schwer, und ich lerne sie in fünf Wochen in Wort und Schrift so gut, dass man mich einfach ins jeweilige Land schicken kann mit der Auflage, ohne Englisch auskommen zu müssen.
Aber Zahlen...
Algebra war für mich der Horror. Denn Zahlen - ein Fressen für jeden Gehirnforschungsfreak - sind für mich räumlich. Und sie laufen auf einer Reihe, die nach jeder Zahl mit "6" einen Absatz macht und unter der letzten "5" weitergeht. Ja ich weiss, das kann keiner verstehen. Genausowenig, dass Wochentage für mich farbig sind, aber das nur nebenbei. Und eben weil Zahlen für mich dreidimensional sind, war ich hingegen in Geometrie immer ein Champ.
Oh Stochastik. Wie hab ich das geliebt. Nicht. Die einfachsten Dinge mutierten für mich zu wahren Stolperfallen, aber die schwierigen Aufgaben, die auf den einfachen basierten und alle anderen zum schwitzen brachten, die löste ich wiederum mit Leichtigkeit. Mit frei gewählten Zahlen versteht sich. Die richtigen hatte ich ja nicht. Meine Lehrer haben mich verflucht. Und trotzdem war es schlußendlich richtig. Aber nun genug davon.
Anhand dieser Erklärungen ist es Euch nun sicher ein Leichtes, Euch folgende Szene auszumalen:
Tante Gothi hockt verängstigt auf dem billigen, kleinen Metallstuhl mit dem dünnen Lederbezug und weiss genau, was sie will. Sie hat sich ja vorher informiert. Diese Summe mit diesem Sparbetrag, und dazu bitte das und das wars.
Die 160cm, freundlich lächelnd und lieblich säuselnd, stellten mir daraufhin zigtausend Fragen, die mir nach nur zwei Minuten bereits den kalten Schweiß auf die Stirn trieben. Ob ich nicht diesen Zusatz und jenes haben will, und überhaupt die Zinsen seien da grad so gut. Sie bombardierten mich mit Fachausdrücken und gefühlten Hochleistungsrechenaufgaben, dass ich locker 75% (ja, DAS kann ich gerade noch) von dem, was sie sagten, nicht verstand und nach weiteren drei Minuten ungelogen merkte, wie mir das Atmen immer schwerer fiel. Als würde sich jemand auf meine Brust setzen und mir die Lunge zusammendrücken. Panik wallte in mir auf und nach nochmal zwei Minuten war ich drauf und dran, aufzuspringen und zu laufen. Es schoß mir wie ein Maschinengewehr durch den Kopf "Flucht, hinter Dir ist die Tür, lauf, lauf, und blick nicht zurück!" Da war es an der Zeit, dass ich Klartext sprach und die 160cm gehetzt anrauschte - dass es sicher nachteilig für mich sei, aber ich sei nunmal ein Zahlendepp, und wenn sie jetzt nicht gleich das machen, was ich will, dann würde ich laut schreiend aus dem Büro rennen und nie mehr wiederkommen. Ihr wisst ja, Augen lügen nie. Da waren die 160 cm doch recht erschrocken und fertigten sogleich mit flinken Fingerchen den zu Anfang gewünschten Vertrag an. Ich machte mir nicht mehr die Mühe, alles zu kontrollieren. Als ich die Widerrufsmöglichkeit von 14 Tagen sah, schmiss ich nur noch meinen Willi drunter und tat das, wonach mein im Schraubstock gefangenes Herzelein schon die ganze Zeit verzweifelt schrie - ich lief. Lief den ganzen Weg nach Hause, auch wenn ich heute schon 4 Stunden durch die Kälte gestapft war und mir mit dem Bus locker 40 Minuten hätte sparen können. Ich musste an die frische Luft, musste rennen, um den Schmerz aus meiner Brust zu kriegen.
Geklappt hat es leider nicht so ganz.
Die Marter ist jetzt über zwei Stunden her und ich habe immer noch Probleme beim atmen.
Ich glaube, ich hatte heute meine erste richtige Panikattacke.
Verursacht von 160cm im Karokostüm.
Der Teufel ist manchmal wirklich ein Eichhörnchen.

aaa

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Der gute Mensch

Es gibt ihn.
Heute habe ich ihn gesehen.
Er ist keine Figur wie der Sasquatch oder der Yeti, und lebt in der Regel nicht vollends behaart in völliger Isolation. Aber ihn zu finden, das gleicht trotzdem einem wissenschaftlichen Wunder.

Wir alle bezeichnen uns als gut. Nun ja, die meisten von uns, mehr oder weniger. Und die, die sich als abgrundtief schlecht vermarkten, tja die nuckeln sowieso heimlich nachts am Daumen.
Aber was ist es, das uns als gut oder schlecht markiert, und wieso denken wir, dass wir uns diesen Stempel selber aufdrücken müssten?
Gibt es überhaupt gut und schlecht, oder müssten wir nicht eher umdenken in Mensch und Unmensch?
Und falls ja, was ist dann was?
Denn manchmal ist das, was menschlich ist, grausamer als alles, was man fürchtet...

Heute erlebte ich wahrhaft Gutes in einer ungeahnt schlimmen Situation, und wäre dieser Mensch nicht gewesen, ich hätte nicht gewusst, was ich heute dann (noch) vorgefunden hätte.

Gut ist man nicht, wenn man jeden Monat ein paar Kröten anonym auf ein Konto schickt, in der Hoffnung, sie mögen den Bedürftigen zugute kommen, und sich dann selbstbeweihräuchernd auf die Schulter klopft "Ja, grad DIE 5 Euro habens ganz sicher gebracht!"
Gut ist man nicht, wenn man kopflos fragend durch die Gegend läuft "Ich wär ja sooo gerne wohltätig, aber es gibt soviel, was soll ich denn am besten tun?"
Verdammt, karitative Einrichtungen sind keine Shoppingmeile, in der man sich nach Belieben mit Accessoires eindecken kann, die gerade farblich zur Stimmung passen!

Wer etwas tun will, der labert nicht - der macht.
Und das bedeutet nicht, schnell mal nen Fuffi an irgendeine Stiftung zu schicken.
Es bedeutet, verantwortungsbewusst die Augen zu öffnen und sich mal in der näheren Umgebung umzuschauen. Vielleicht fällt einem dann ja auf, dass der Nachbar, der eh schon so klapprig war, in der letzten Zeit gar nicht mehr vor die Tür gegangen ist.
Was kostets Euch, mal zu klingeln und zu fragen, ob noch alles in Ordnung ist?
Was wäre das Schlimmste, das passiert?
Ein Anschiss und eine zugeknallte Tür? Und wenn schon.
Was wäre das Beste, das passiert? Ein dankbarer Mensch, der zwar nicht weiss, wie er mit seiner unheilbaren Krankheit weiter leben soll, aber dem ihr dafür allein mit Eurer Fürsorge ein kleines Licht in der sonst so dunklen Einsamkeit entzündet habt.

Geht raus.
Schaut links, schaut rechts.
Traut Euch, mehr Courage zu zeigen und nicht nur mit Kopfhörern stur an Anderen vorbeizulaufen. Es geht nicht darum, Eure Nasen in fremde Angelegenheiten zu stecken. Es geht darum, ein Signal zu setzen - Du bist nicht allein.
Ob Euch das zu einem guten Menschen macht und Euer Karma kosmisch pusht, das vermag ich nicht zu sagen.
Aber eins kann ich Euch versprechen - es wird Euch seelisch bereichern.

Gute Taten haben rein gar nichts mit Kreditkarten und Kontoauszügen zu tun.
Sie sind ein nettes Wort, eine mitfühlende Geste, ein warmes Essen an kalten Tagen.
Und sie sind so einfach zu vollbringen.
Denn gute Taten beginnen vor der eigenen Tür.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Auserwählt - Der Podcast

Mann Mann Mann, wenn mich Caro nicht gerade daran erinnert hätte, ich hätte es tatsächlich vor lauter Arbeit und Kopfschwirren vergessen *doh*

Wer lieber hört als liest, der sollte sich den Freitag, den 07.01.2011 schon mal rot im Kalender anstreichen. Denn ab 11:00 Uhr (und fortan immer wieder abspielbar) liest Zauberstimme Rena Larf ein Kapitel aus "Auserwählt - Die Linie der Ewigen" unter

http://de.1000mikes.com/show/alpha__channel

Wer von Euch Glücklichen der Premiere lauschen wird, dem wünsche ich viel Spaß. Ich kann leider nicht hören. Ist aber nur halb so schlimm. Dank Podcast kann ichs auch später noch in Ruhe geniessen.

Danke Mädels!

grouphugg

Sonntag, 26. Dezember 2010

Noch eine Weihnachtsüberraschung!

Soeben frisch aus dem tiefsten, schneeversunkenen Süden nach Hause gekehrt, wartete in meiner Mailbox eine Anfrage zu einem Interview. Moi war erstmal so verdattert, dass ich die Mail zweimal lesen musste, um zu kapieren, was drin stand. Im Anschluss fiel ich sofort über die Rezension her. Tja was soll ich sagen, mir kribbelte der Magen und meine Haare stellten sich auf. Die auf dem Kopf. Weil ich mich so sehr gefreut habe. Lange Rede, kurzer Sinn:

http://www.leser-welt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3427:auserwaehlt-die-linie-der-ewigen-emily-byron-band-1&catid=35:fantasy&Itemid=134

guckstdu

So langsam fange ich doch wieder an, an den Weihnachtsmann zu glauben...

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Kleine Weihnachtsüberraschung


Gerade frisch vom Aufhübschen beim Friseur zurück (Farbe, endlich wieder Farbe!), entdeckte ich ein Packerl auf der Treppe.
Hä?
Oh!
Da hatte ich ja gar nimmer dran gedacht.
Die Anthologie ist klasse geworden!
Danke Carola, danke Hierreth Verlag ♥

Samstag, 18. Dezember 2010

Von der Macht der anderen Seite

Diesen Post habe ich schon vor einigen Stunden geschrieben und lange mit mir gerungen, ob ich ihn wirklich veröffentlichen soll. Er bietet diesmal einen etwas ernsteren Einblick in mein Leben und für solche, die mir nicht wohlgesonnen sein könnten sicher eine willkommene Angriffsfläche. Aber dann habe ich mich gefragt, kümmerts mich denn, was Andere denken? Die Antwort - nur dann, wenn sie mir persönlich was bedeuten. Diejenigen von Euch, die diesen Blog lesen, lesen ihn zudem aus Interesse und nicht, weil sie auf irgendwelche Entgleisungen meinerseits lauern (falls doch - please, get a life). Von daher habe ich mich entschlossen, Euch einmal etwas genauer hinter die Kulissen blicken zu lassen. Was Ihr damit macht, liegt ganz allein bei Euch...

Derzeit ist es wieder soweit - man verfolgt mich in der Nacht, und mindestens einmal schrecke ich hoch, fummle in Panik das Licht an und brauche dann eine ganze Weile, bis ich mich wieder beruhigt habe. Seit zwei Nächten nun "geniesse" ich anstatt erholsamen Schlafes wieder die schlimmsten Traumattacken. Es ist schwierig, sie Außenstehenden zu beschreiben beziehungsweise sie ihnen ansatzweise verständlich zu machen, denn wenn man so etwas nicht selber erlebt hat, kann man es nur erahnen, aber nicht wirklich nachfühlen (ich würde ja auch nie behaupten, zu wissen, wie sich jemand fühlt, der beispielsweise nach einem unverschuldeten Unfall mit lebenslangen Schäden geschlagen und dadurch in die Armut abgerutscht ist).
Soeben habe ich meinem Mann berichtet, was sich heute Nacht zugetragen hat. Zum Einen, weil er mir zwar nicht helfen kann, aber einfach zuhört. Auch das ist irgendwie schon eine kleine Hilfe. Und zum Anderen, weil er dieses Mal selber eine tragende Rolle gespielt hat. Oder auch nicht, da bin ich mir nicht wirklich sicher. Jedenfalls hat er erst gelacht, dann große Augen gemacht und gesagt "Das ist wirklich Wahnsinn, was bei Dir passiert. Wo kommt das nur her?" Tja, die Frage war eher rhetorisch, die Antwort kennen wir eigentlich beide, aber immer schön der Reihe nach...
In meinem Traum erhielten mein Mann und ich eine Einladung der katholischen (ja, es war konfessionsbezogen) Kirche. Zu einem Essen. In der Kirche selber. Öh... ja. Mir kam das schon etwas merkwürdig vor, doch mein Mann wollte unbedingt hingehen. Auch dieser Umstand mehr als seltsam. Ich persönlich fühlte mich bei der Sache gar nicht wohl, aber ein braves Frauchen macht in einer Ehe schon mal ab und zu nen Kompromiss und steckt zurück. Also gingen wir in diese Kirche. Das gesamte Schiff war umgebaut zu einer Art Gasthaus und hatte einen gewissen Mittelalterstil. Dort angekommen stellte sich heraus, dass das "Essen" zu Ehren (?) eines Leichnams stattfand. Nun ja, eben ein ungewöhnlicher Leichenschmaus, warum nicht. Als ich die Leiche dann allerdings sah, wusste ich schlagartig, dass hier was nicht stimmt. Der Verstorbene war ein vielleicht gerade mal zehn Jahre alter Bub, dessen sterbliche Überreste schon fast vollkommen verwest waren. Um den Anblick erträglicher zu machen, hatte man ihn mit Wachs überzogen und "konserviert", man kennt das ja von manch ausgestelltem Heiligen. Ich persönlich habe mit sowas kein Problem, doch empfand ich das ganze nicht als passendes Ambiente, um eine Art "Live-Festschmaus" zu begehen. Umso schlimmer, als sich heraus stellte, dass der Bub sexuell missbraucht und anschliessend ermordet worden war. Ich weiß noch genau, wie ich mich im Traum fragte, wie mein Mann das ganze Brimborium dieser Kirche nur gut heissen konnte. Für mich war es im wahrsten Sinne unverständlich und geschmacklos. Langsam dämmerte es mir, dass das vielleicht gar nicht mein Mann sein könnte, der mir gegenüber saß, sondern ein bestimmer Platzhalter...
Den Rest gab mir dann, als ich bemerkte, wie sich, je mehr mein Mann von seinem Teller verputzte, hinter ihm allmählich die Wachsschicht vom Leichnam löste und die Verwesung zu Tage trat. Da stand ich auf und gab vor, auf die Toilette zu müssen. Leider konnte ich sie nicht finden (na diese Traumsequenz kennt wohl jeder), landete irgendwann in einem Hinterhof und später quasi im Keller der Kirche, der einerseits hell erleuchtet und gleichzeitig auch rabenschwarz war. Dort unten lauerte etwas, wartete auf mich und sah in mir seine Chance, aus der Dunkelheit herauszukommen. Ich nahm die Beine in die Hand und lief wieder hoch ins Kirchenschiff, hinaus ins Freie - und wachte auf.
So, nun erstmal kurz durchschnaufen (ich denke, man kann jetzt einigermassen nachvollziehen, warum ich generell sehr viel Schlaf brauche. Über die Hälfte meiner Zeit, die ich mit schlafen verbringe, ist von solchen Erlebnissen geprägt und deshalb nicht die Bohne erholsam).
Träume bzw. Attacken dieser Art verfolgen mich schon seit meiner frühesten Kindheit. Ich habe noch so viele davon als Erinnerung auf ewig auf meiner internen Festplatte gespeichert, damit könnte ich allein ein ganzes Horrorbuch füllen. Mancher Hobby-Freudianer könnte sich jetzt genussvoll in diversen Theorien wälzen und Vermutungen über meine Kindheit anstellen. Ein gut gemeinter Rat, spart Euch diese Mühe. Ich weiss genau, woher diese Sachen kommen und sie haben ganz und gar nichts mit meinem jetzigen Leben zu tun. Meine Kindheit war knorke, meine Eltern haben mich ganz doll lieb und sind auch heute noch verheiratet. Dinge, die so nicht jeder von sich behaupten kann. Der Schlüssel liegt im Vergangenen und es hat eine ganze Weile, viele Anstrengungen und eine stundenlange wie psychisch grausame "Sitzung" gedauert, bis ich ihn gefunden hatte. Genaueres möchte ich nicht daüber schreiben, vielleicht ein anderes Mal, wenn ich das Gefühl habe, die Zeit ist endlich reif dafür. Was ich Euch sagen kann, ist, dass ich die Geschichten von einem früheren Leben einst gerne hingenommen, aber nie so richtig ernsthaft erwogen habe. Bis zu dem Tag, an dem ich mittels einer ganz speziellen Nachricht erkennen musste, hoppala, dem solltest Du jetzt doch mal nachgehen. Es muss - wie mein Mann oben sagte - schießlich irgendwo herkommen, dass ein (damals) vierjähriges Kind schon regelmässig von Blut, Eingeweiden und grausamsten Wesenheiten unbekannter Art träumt. Und nein, meine Eltern haben mich damals nicht Alien gucken lassen. Gut, sie haben mich mit auf die Jagd genommen, was mich sicher nachhaltig geprägt hat in Sachen Innereien und Co. Dennoch ist die Komplexität und Regelmässigkeit der damaligen Träume wie auch die Tatsache, dass sie auch 30 Jahre später noch beständig auftreten, vielmehr ein Indiz dafür, dass einst eine Tür geöffnet wurde, die seitdem nicht mehr richtig schließt. Ein Indiz, das sich mittlerweile (leider?) bewahrheitet hat und verbucht werden kann unter dem Titel "Die Geister, die ich rief"...
Mit dieser Erkenntnis habe ich mich vor Langem abgefunden und lebe nun damit, dass es manche Nächte gibt, die wunderbar sind, denn die Kontakte jeglicher Art verlaufen harmonisch und einvernehmlich. Und dann gibt es auch wieder Nächte, wo das, was hinter der Tür lauert, echt scheiße gelaunt ist und gleich noch einen Kumpel mitgebracht hat, der in mir als Tor ins Diesseits eine Riesenchance für sich sieht und umso intensiver nach mir greift. Das sind dann die Phasen, in denen ich am Abend das ein oder andere Glas Rotwein brauche, um wenigstens einigermassen meine Ruhe zu finden. Dabei ist es wichtig, genau das Level zu halten, welches mich so betäubt, dass ein Kontakt nicht möglich ist. Der Grat ist extrem schmal, denn - wie bereits in "Ein Systemabsturz und seine Folgen" geschrieben - ein zuviel an Alkohol fährt mein Schild wieder so weit runter, dass nicht nur einer oder zwei, nein gleich alle, die gerade da sind, mit voller Wucht auf mich einstürzen. Das Geschrei ist dann nahezu ohrenbetäubend und manches, was mir gesagt wird, will ich beim besten Willen gar nicht hören.
Den heutigen Traum betrachte ich im Nachhinein als eine Art Messe zur Anrufung einer Energie, allerdings kann ich nicht sagen, ob sie in den Körper des Jungen schlüpfen sollte oder gar dessen Seele selber war. Auch vermag ich nicht zu beurteilen, ob es eine schwarze Messe war, denn nicht alles, was grausam anmutet, ist gleichzeitig schlecht und schwarz. Es gibt da so viele feine Abstufungen, dass man schon sehr vorsichtig beim Auftragen dieses Stempels sein muss. Fakt ist, dass mal wieder ich auf irgendeine Art und Weise als Katalysator dienen sollte und mein Mann nicht wirklich mein Mann war, sondern jemand, der mich so zum Ort des Geschehens köderte.
Wenn ich eins in den letzten Jahren gelernt habe, dann im Traum rational zu denken und mir bewusst zu sagen "Das ist gerade nur ein Traum, Du kannst ihn selbst beinflussen." Zugegeben, leider gelingt mir diese Manipulation nicht immer, denn wenn Gefühle wie Angst und Panik regieren, hat klares Denken keine Chance. Doch wenn ich von fünf Träumen vier kontrollieren kann, ist das ein nicht gerade schlechter Schnitt. Der fünfte Traum allerdings, der rächt sich dann für die anderen vier.
Man merkt, ich bin noch aufgewühlt. Nun warte ich gespannt auf eine bestimmte Lektüre, die dieser Tage eintrudeln wird. Von der erhoffe ich mir ein wenig mehr Hintergrundinfos allgemein wie auch den ein oder anderen Rat.
Jedenfalls, so lange mir diese Träume nicht ausgehen, so lange werde ich auch darüber reden und schreiben. Irgendwie muss ich ja damit klar kommen.
Ein Ende ist nicht absehbar...

Dienstag, 14. Dezember 2010

364 Tage

Eigentlich hatte ich Euch soeben ein Gedicht mit all meinen Gedanken zum heutigen Tag geschrieben. Eine Reflektion der letzten 364 Tage, eine Kurzfassung dessen, was alles passiert ist.

Gerade, als ich es veröffentlichen wollte, stürzte mir der Post ab. Trotz Speicherung - alles futsch.

Ob es vielleicht jemandem nicht gefallen hat, dass ich so manch Verborgenes mit Euch teilen wollte? Wenn dem so ist, dann will ichs auch nicht herausfordern und fasse mich ungereimt kurz:


364 Tage voller Veränderung

364 Tage voller Neuerung

364 Tage voller Kreativität

364 Tage back to the roots

364 Tage, die es einfach in sich hatten.


Auch, wenn ich etwas traurig bin, ab dem heutigen 365ten Tag keine Schnapszahl mehr zu sein - auf dass das neue Jahr das vergangene um Längen schlägt.



Montag, 13. Dezember 2010

Treu wie eine Kakerlake

Wäre es nicht eine Szene wie aus einem billigen Hollywood-Spaßfilm, man müsste eigentlich heulen. Oder sich gruseln (das schon eher). Ich dagegen musste einfach nur (hysterisch) lachen, als mir ein Bekannter berichtete, was sich heute im Büro bei ihm zugetragen hatte. Bitte stellt Euch folgende Szene vor:

Ein Antragsteller setzt sich gegenüber meines Bekannten am Tisch hin.
Dieser fragt nach dessen ausstehenden Unterlagen.
Der Antragsteller reicht ihm einen Umschlag.
Mein Bekannter wundert sich, dass der Umschlag nicht völlig glatt ist, sondern leicht verbeult.
Als er ihn an der offenen Seite nach unten hält, um die Dokumente zu entnehmen, purzelt eine Kakerlake heraus.
Eine tote, wohlgemerkt.
(Eine weitere - lebendige - hatte es sich derweil bereits zu den Füssen des Klienten gemütlich gemacht).
Mein Bekannter schaut den Antragsteller an, der Antragsteller schaut zurück.
Mein Bekannter nimmt wortlos die Unterlagen und schiebt damit die tote Kakerlake langsam über den Tisch auf die Seite des Klienten. Ist genau betrachtet ja schließlich sein Eigentum.
Der Klient nimmt die Kakerlake, hebt sie hoch - und steckt sie in seine Jackentasche.
Gute Freunde kann eben niemand trennen.


Samstag, 11. Dezember 2010

Helden des Wochenendes

Meine persönlichen Helden des Wochenendes, ohne Gewähr oder Allgemeingültigkeit, nur für mich bestimmt und deshalb mit ein klein wenig Stolz versehen:




Held #1
Der Schwiegertiger
Weil er mir gestern doch noch zumindest eine mikroskopisch kleine
Weihnachts-
stimmung verschaffen konnte, so dass ich mich zu einer rudimentären... naja eher Winterdeko überwunden habe.





Held #2
Mein Mann
Weil er schon im Oktober wieder unseren Weinvorrat aufgestockt hat mit der Begründung "Damit Du gut über den Winter kommst."
Fast hätte er den Titel wieder abgeben müssen, hierzu siehe Foto 3.






Held #3
Meine Wenigkeit
Weil ich
-ein wenig aus meiner Weihnachtsmuffelstimmung raus bin (aber nurn klitzekleines bisschen) und
-meinen Eltern einen absolut abgefahrenen Baumschmuck besorgt habe (gibt Fotos, wenns soweit ist)
-wieder in ein Kleid passe, dass ich auf einer Hochzeit vor 2 Jahren mal getragen habe (Dank geht hierbei an 2 Wochen gesundes Thai-Essen und die Lebensmittelvergiftung)... hoffentlich bleibts nun dabei. Hierbei hätte der Mann fast seinen Titel verloren, als ich im Rausch der Gefühle beinah ein zweites Kleid gekauft hätte, indem er mich fragte, wann ich denn gedenke, sowas mal zu tragen *hmpf*
-es heute endlich geschafft habe, meinen inneren Schweinehund zu überwinden und an der Fortsetzung von "Auserwählt" weiterzuarbeiten. Die entwickelt sich nämlich so, wie es überhaupt nicht gedacht war, und das macht alles soviel komplizierter und schwieriger. So wie das Leben eben ist. Möglich wurde das aber nur Dank der

Helden #4
Three Days Grace
Weil mich deren Song "World so cold" heute in die richtige Stimmung versetzt hat, das nächste Kapitel anzugehen.
Gäbe es den Titel "Unheld des Wochenendes", so würde ich ihn an Sony verleihen, da mittlerweile fast alle Videos von TDG bis auf ein paar maue Livemitschnitte bei Youtube gesperrt sind oder man die Fanvideos nicht mehr einbetten kann. Entsprechend hier der Link auf die Homepage der Kanadier, sobald Ihr sie anklickt hört Ihr automatisch den betreffenden Song:


Insgesamt alles nur kleine Belanglosigkeiten, aber sie mussten mal gesagt werden. Jeder von uns benötigt schließlich ab und zu mal ein kräftiges Eigentschakkaaa!


Freitag, 10. Dezember 2010

Der Zauber der Zwölften

Dieses Jahr ists bei uns nicht so mit Weihnachten. Eigentlich nimmt es von Jahr zu Jahr immer mehr ab, vorletztes Jahr wurde der Echt- durch einen täuschend echt aussehenden Kunstbaum ersetzt, letztes Jahr gab es nicht mal den und dieses Jahr ist das höchste der Gefühle die Verwendung von zwei Weihnachtskaffeetassen und einigen Teelichtern. Es ist uns einfach nicht danach.
Was mir persönlich allerdings im Gegensatz zum Ehemann sehr gut gefällt, ist der Schnee bzw. dem Fallen der Flöckchen zu zuschauen. Nun, wenn man Urlaub hat und die Füsse mit einer Wärmflasche unter die Decke stecken kann, ist das sicher nachvollziehbar. Dazu den Honigtee im Tässchen und den Lappi auf dem Schoß, surfte ich in Erinnerungen schwelgend gerade nochmal im Krampuspost des schwarzen Planeten (findet Ihr unten in meiner Blogliste) und - zack! schoß es mir durch den Kopf "Menschenskind, die Rauhnächte!"
Leider ist die letzten Jahre gerade diese Zeit bei mir untergegangen und jedes Mal habe ich im Nachhinein geflucht, dass ich sie schon wieder vergessen hatte. Nicht so dieses Jahr. Also rannte ich gleich hoch in meine Lesekammer (alias Schlafzimmer) und kramte nach zwei meiner mir liebsten Bücher:

Rauhnachtzauber
(Herausgegeben von Hubert Sauer-Zur im Greifenverlag zu Rudolstadt)
Rauchnächte
(Sigrid Früh im Stendel Verlag)

Als Rauhnächte oder die Nächte in den Zwölften gelten die Tage vom 24. Dezember bis einschliesslich 06. Januar des neuen Jahres, wobei es hier regionale Abweichungen gibt. Wikipedia bezeichnet diese Nächte sehr treffend als "eine Zeit, die für die Geisteraustreibung oder -beschwörung, den Kontakt mit Tieren oder wahrsagerische Praktiken geeignet sein soll" und schreibt über die Tage bis Silvester:
"In dieser Zeit steht nach altem Volksglauben das Geisterreich offen, und die Seelen der Verstorbenen sowie die Geister haben Ausgang. Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd durch die Lande ziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten..."
Kein Wunder also, dass die Rauhnächte mich ab dem Zeitpunkt faszinierten, als mir mein Onkel einst das Buch "Rauhnachtzauber" mitbrachte, welches er offenbar in seinem Privatfundus verwahrt hatte. Es ist seit circa 15 Jahren nun in meinem Besitz, doch das Buch selber entstammt der ersten Auflage von 1986. Als Tochter ehemaliger Jäger, die schon als kleiner Stumpen bei Nacht und Nebel ungeachtet Wind und Wetters mit in den dunklen Wald auf die Pirsch gehen musste (tja, soviel zur frühkindlichen Prägung), war ich für diese Sammlung europäischer Jagdsagen rund um diese besondere Zeit Feuer und Flamme. Gruselig sind sie, grausam und lehrreich. Auf keinen Fall was, was man seinen Kindern vorm schlafen gehen vorlesen sollte.
Später erstand ich dann noch das Werk von Frau Früh, die etwas spezifischer auf "Märchen, Brauchtum und Aberglaube" eingeht. Zwischen einigen kurzen Mythen verpackt sie traumhaft alten Glauben, der früher von Generation zu Generation mündlich überliefert wurde, sowohl erfreulich wie auch schauerlich. Wenn man bespielsweise am 24.12. um Mitternacht die Wohnung "hinterführ und nackend" wischt, soll man angeblich das zukünftige Gschpusi ebenfalls im Adamskostüm unter dem Tisch sitzend erblicken können. Nicht lachen, Ihr wisst ja nicht, obs nicht doch stimmt, oder habt Ihr an Weihnachten 00:00 Uhr schon mal nackig im Rückwährtsgang die Bude nass poliert? Habt Ihr überhaupt schon mal nackig gewischt? Na eben. Wer das probieren möchte, bitte gerne, würde mich über einen Erfarhungsbericht sehr freuen und stelle mich schon mal selbstlos als Trauzeugin zur Verfügung. Gruseliger wird es dagegen, wenn man am Heiligen Abend auf "einen Kreuzweg geht", sprich sich um Mitternacht auf eine Kreuzung stellt (die Macher von Supernatural haben da mal wirklich brav recherchiert). Dann erscheint einem Schlag Zwölf der Leibhaftige und fragt nach Deinem Wunsch in Form von Geld oder Saatgut. Ich persönlich hege zwar keinen Wunsch, der es wert wäre, sich deswegen bei Lucifer eines Gefallens schuldig zu machen, aber auf nen Plausch treffen würd ich ihn schon mal ganz gern. Wer dagegen Harry Potter nachahmen will, der muss sich nach dem Rückgratsplitter eines in der Neujahrsnacht gesottenen Katers umsehen. Hiermit erlasse ich eine offizielle Warnung an alle miauenden Fellträger für diese Nacht - bleibt mal lieber hinterm Ofen.
Ob und wie viel an diesen Sagen und Mythen dran ist, obliegt jeder/m selber zu beurteilen. Vielleicht hat dieser kurze Exkurs ins alte Brauchtum in den Zwölften dem/r ein oder anderen Leser/in aber auch Laune auf eine ganz spezielle Weihnachtslektüre gemacht. Und sollte Euch in jenen Tagen während der wilden Jagd Frau Gode erscheinen oder gar einer ihrer Hunde, so seid freundlich und kommt dem nach, was von Euch verlangt wird. Es wird Euer Schaden ganz sicher nicht sein...

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Bärenstarke Hilfe


An alle Münchner (und natürlich jeden, dens interessiert):
Holt Euch einen kleinen Teddy der AIDS-Hilfe.
Superflauschig, knuffig süß und Ihr tut damit wirklich was Gutes.
Kostet soviel wie ein Glühwein mit Schuß.
Erhältlich hier:


Dienstag, 7. Dezember 2010

Gedanken und Erkenntnisse Part II

Wie versprochen auf der rechten Seite eine kleine Selektion aus fast 500 Fotos.
Hoffe, die Bilder wärmen Euch ein wenig das ♥

P.S.: Am besten, Ihr benutzt die Diashow, da die Galerie nicht richtig zu funktionieren scheint.

Montag, 6. Dezember 2010

Gedanken und Erkenntnisse Part I

Ihr wollt ja etwas über den Urlaub in Khao Lak erfahren und sicher auch ein paar Fotos sehen. Das kommt noch, versprochen. Seit heute morgen um 4:30 Uhr laden die Bildchen.
Es war traumhaft schön, wunderbar warm, sehr turbulent und unglaublich lustig.
Wir verbrachten den Urlaub an einem nahezu einsamen Strand (abgesehen von den erstaunlich wenigen Hotelgästen), im Vordergrund das rauschende Meer, im Hintergrund beeindruckende Berge mit wildem Regenwald.
Einen Tag verbrachten wir mit der Erkundung des circa 1,5 Stunden entfernten Phuket und waren froh, am Abend wieder in Khao Lak einzutrudeln. Phuket selber - zumindest Patong Beach - ist das Ballermann Thailands, abgesehen vielleicht von Pattaya. Sardinenfeeling am Strand, Liegestuhl an Liegestuhl, braungebrannte Poser mit Badehosen, die mit ihrem bisschen Stoff mehr enthüllten als verdeckten (brrr), und blonde Chickies, die Schaulaufen im Ritzenbikini veranstalteten. Die Preise das 4fache von denen in Khao Lak und dafür mindestens dreifach schlechtere Qualität. Auf diesem Ausflug lernten wir ein junges Paar kennen, mit dem wir einige Tage später einen der lustigsten Abende des Urlaubs in einem Thairestaurant verbrachten. Wir mussten so lachen, dass sich die gesamte Küchencrew mitanstecken liess. Und wenn Thais lachen, ist das schon wieder eine besondere Komik für sich.
Am Geburtstag meines Mannes fuhren wir in den Khao Sok Nationalpark, überquerten per Longtailboot einen riesigen Smaragdsee (selten so ein tolles grünes Wasser gesehen), mussten dann querfeldein durch den Dschungel laufen, wobei wir allerlei Insekten zu sehen und hören bekamen - Frösche so gross wie ein Daumennagel! - danach noch eine kurze Fahrt per Bambusfloss und ab gings zum klettern und staunen in eine Grotte voller Stalagtiten und Stalagmiten. Wer weiss, was was ist, bekommt ein Fleiss-Sternchen. Als wir vom Restaurant zur Rückkehr aufbrechen wollten, zürnte uns der Geist des Wassers so sehr, dass er ein Riesenunwetter heraufbeschwor und die Wolken auseinanderbrach. Ein Wolkenbruch auf festem Boden ist ja schon ein Erlebnis für sich - auf dem Boden eines schwimmenden Dorfes aber noch eine Nummer heftiger. Die gesamte Rückfahrt mit dem Longtailboot wurden wir nass, nasser, klatschnass. Es war trotz allem eine geniale und saulustige Erfahrung, die wir keinesfalls missen wollten. Auf dem Hotelzimmer angekommen fanden wir zu unserer Überraschung eine Geburtstagtorte im Kühlschrank vor. Das gibt einen Extrapunkt für den Service.
Den allerschönsten Tag jedoch hatten wir beim schnorcheln auf verschiedenen Inseln der Similangruppe. Papageienfische, Doktorfische, Fischschwärme in gelb-schwarz-gestreift, in schillernd türkis und grün, es war einfach unglaublich. Auf Insel #8, auf der wir Rast machten, verbrannte ich mir beim Aufstieg auf die Felsen sauber die Füsse, und auf Insel #4 fanden wir nicht nur unseren persönlichen Traumstrand, sondern machten auch die Bekanntschaft mit Waranen und Flughunden. Mehr möchte ich hierzu gar nicht erzählen, denn die Fotos sprechen für sich (wenn sie dann mal online sind).
Gesundheitlich haben wir uns diesmal weit aus dem Fenster gelehnt, der Mann wurde von einem Moskito derart bös gebissen, dass seine Hand auf beinah das Doppelte anschwoll, während ich mich der Reihe nach mit einem leichten Sonnenstich, einem sauberen Teilsonnenbrand und ab Donnerstag Abend mit einer ausgewachsenen Lebensmittelvergiftung rumschlagen musste. Von einem Sprossensalat, wohlgemerkt. Wir dachten schon, das Denguefieber hätte mich erneut erwischt, mein ganzer Körper war ein einziger Schmerz. Aufrecht laufen war nicht mehr, und ein Meter in einer Minute war echter Geschwindigkeitsrekord. Der herbeigerufene Thaidoc war ein echter Kracher, geschätzte 105 Jahre alt, verpasste mir vier verschiedene Medikamente und eine Radikaldiät. Auf der ich heute noch bin. Schön. Oder auch nicht. Jedenfalls halfen die Medikamente und wir konnten am Sonntag fliegen. Trotz dieser Unpässlichkeiten hatten wir einen wirklich klasse Urlaub.
Im Flieger selber dann begann schon wieder die "Vorfreude" auf Deutschland. Nach dem Start, die Anschallzeichen längst erloschen, noch kein Getränkewagen unterwegs, erlaubte ich es mir doch tatsächlich, meine Lehne langsam (!) ein kleines Stück (!!) nach hinten zu stellen. Auf einmal ächzte, schimpfte und jammerte es hinter mir, dass ich dachte, wasn nu los? Doch als ich mich umdrehen und nachgucken wollte, trat das Weibsbild hinter mir mit ihren Füssen (!) mit voller Wucht gegen meine Lehne. Was auch immer sie sich getan hatte, sie hatte es selber verbockt und suchte nun einen Schuldigen, den sie dafür verwantwortlich machen konnte. Also mal schnell austicken und die Vorderfrau - mich - anpöbeln. Hierauf war mir klar, dass ich keine Lust auf eine Auseinandersetzung über den Wolken hatte, und entschloss mich zum großzügigen Ignorieren. Offenbar hatte die Dame wirklich Lust auf Streit, doch ich ließ mich nicht in ihre Laune mit rein ziehen. Allerdings hatte ich die ersten Stunden doch zugegeben Schiß, mir würde - warum auch immer, ich weiss bis heute nicht, was los war - irgendwann noch ne Cola über den Kopf gekippt.
Irgendwann in der Mitte des Fluges dann die Durchsage "Wenn ein Arzt an Bord ist, bitte dringend bei der Crew melden, ein Arzt bitte." Es ging wie bei den Erdmännchen, zip, zip, zip alle Köpfe nach oben, wo ist was, wer hat was, was ist los, wo, wo wo??! Nach 10 Minuten kam die Durchsage erneut, diesmal in Englisch. Die Getränkewagen wurden zwecks Ablenkung gefühlte 50x durch die Reihen geschoben, irgendwann lief eine Flugbegleiterin mit Notkoffer durch die Gegend, der Kapitän, den man auf dem ganzen Flug nicht zu hören bekam, meldete uns plötzlich, wir sollten doch alle mal ausm Fenster gucken, da vorn komme gleich das wuuuunderschöne Teheran... tja und ich sagte nur zu meinem Mann "Mach Dich drauf gefasst, dass wir in Teheran notlanden. Naja, kommt man ja auch nicht jeden Tag hin." Die Flugbegleiterinnen waren ziemlich durch den Wind, sie fragten nach unseren Getränkewünschen, nur um sie uns dann nicht zu erfüllen, und im Ton miteinander waren sie auch nicht gerade die freundlichsten (DAS wohlgemerkt den ganzen Flug lang). Keine Ahnung, was es für ein Notfall war, wir konnten jedenfalls weiterfliegen und die bereits auf Sensation geiernden Paparazzi, die sofort zur Kamera gegriffen und gefilmt haben (hätte ja sein können, dass man das Material noch an RTL verkaufen kann), steckten ihres Cams enttäuscht wieder weg. Vom Duty Free fang ich gar nicht erst an und das Essen war laut Aussage meines Mannes einfach nur "wuach" (Zitat).
Heute beim Einkauf erlebte ich erneut die unglaubliche Höflichkeit gegenüber den Mitmenschen, als sich ein Paar so dreist an der Kasse zwischen meinen Mann und mich schummelte und sofort seine Sachen aufs Band legte, so dass sie wohl oder übel als erste abkassiert werden mussten. Mein Unterzucker machte sich mehr als deutlich bemerkbar und beim Rückzug in Richtung meines Mannes gönnte ich mir den kleinen Luxus, beide kräftig anzublaffen.
Irgendwo reicht es schließlich auch mal.
Ich glaub, ich brauch schon wieder Urlaub.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Sterblich... Engeln über die Schulter geschaut


ISBN 978-3-941445-28-3
Format DinA5
BH Preis €12,90
Seitenzahl 176
Hierreth Verlag (www.hierrethverlag.de)
Hrsg. Carola Kickers

Eine zauberhafte Geschenkidee - auch für die, die es gern düster mögen.
Wieso?
♥ Na weil auch moi mit einem Beitrag vertreten ist ♥
Ein dickes Danke geht hierbei an Caro und das Team vom Hierreth Verlag!

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Das war so klar

Kreizkruzefixnochamoi!
In wenigen Tagen ist hier der Urlaub vorbei und bisher war alles roger. Nicht ein cm² Sonnenbrand. Aber heute, bei totaler Bewölkung, in der es un-mög-lich war, irgendwo einen Schatten auszumachen, erwischt mich die Mittagsnarkose - und jetzt, am Abend, leuchtet nun meine ganze rechte Seite von oben bis unten wie ein Pavianarsch! Gleich ne leichte Cortisonsalbe drauf, nachher im Supermarkt suchen wir noch nach Aloe Vera mit Menthol, das hilft super, und die eiskalten Pepsi-Dosen aus der Minibar müssen nun als Kühlakku herhalten, denn das Urlaubskühlpack ist nach 2 Minuten schon wieder warm.
Argh!